{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-11-30", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-38_2018-11-30.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "8807b232b6630de31225e38cd369d4dd"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-38_2018-11-30.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2016_38_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fdebe33ff2bfeaf721e3081d7f3e424c32f7433a2dc9fb0e5e01f97768472339f9918a4db8127bccdaf4bc0f8fef1841ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fdebe33ff2bfeaf721e3081d7f3e424c32f7433a2dc9fb0e5e01f97768472339f9918a4db8127bccdaf4bc0f8fef1841ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2016_38", "Checksum": "3156b5073c8d0964f7285b3e0f83eaf7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2016 38"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Zivilkammer 30.11.2018 ZK1 2016 38\nRegeste:\nErbteilung | Erbrecht\n\nnach die gesetzlichen Erbquoten ihrer fünf Nachkommen im Sinne der vorstehenden Ausführungen in E. 2a, sodass Art. 626 Abs. 2 ZGB i.c. keine Anwendung findet, zumal die Erblasserin den Kläger betreffend den Kauf von\n195/1000 Miteigentumsanteilen an KTN yy, Freienbach, gemäss dem Kaufvertrag vom 7. April 1982 ausdrücklich von der Ausgleichungspflicht entband (vgl.\nangefochtenes Urteil, E. 4d.X.iii; vgl. Vi-act. C, BB 3, Ziff. 6 auf S. 6). Hinsichtlich der 36/1000 Miteigentumsanteile, die mit Abtretungsvertrag vom 29. November 1990 von der Erblasserin an den Kläger übergingen, ordnete sie im\nNachtrag vom 15. Mai 1991 ebenfalls die Befreiung von der Ausgleichungspflicht an (vgl. angefochtenes Urteil, E. 4d.X.vi; vgl. Vi-act. C, BB 6 und 10).\nEine Entbindung von der Ausgleichungspflicht sah die Erblasserin im genannten Nachtrag vom 15. Mai 1991 auch bezüglich der 269/1000 Miteigentumsanteile an KTN yy, Freienbach, vor, für die am 29. November 1990 zwei Kaufverträge zwischen ihr und dem Beklagten 4 sowie zwischen ihr und dem Kläger\nbeurkundet wurden (vgl. nachstehend E. 6d f.; vgl. angefochtenes Urteil,\nE. 4d.X.vi und E. 4.d.XII; vgl. Vi-act. C, BB 7, 8 und 10). Der Vollständigkeit\nhalber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Erblasserin den Beklagten 4 bezüglich des Kaufs vom 7. April 1982 der vorstehend genannten 269/1000 Miteigentumsanteile an KTN yy, Freienbach, im Nachtrag vom 15. Mai 1991\nebenso von der Ausgleichungspflicht befreit hatte (vgl. angefochtenes Urteil,\nE. 4d.XI.iii; vgl. Vi-act. C, BB 4, Ziff. 6 auf S. 6). Unbeachtlich dessen, ob hinsichtlich dieser Geschäfte Zuwendungen i.S.v. Art. 626 ZGB und Art. 527 ZGB\nvorliegen, muss der Kläger diese aufgrund der Abweichung der Erblasserin\nvon der gesetzlichen Erbfolge und angesichts der von ihr ausgesprochenen\nAusgleichungsdispensen nicht zur Ausgleichung bringen. Die geltend gemachten Ansprüche der Beklagten 1 bis 3 sind vielmehr unter dem Aspekt der\nHerabsetzung zu prüfen. Konkret wird die Frage zu beantworten sein, ob die\nnicht ausgleichungspflichtigen Zuwendungen der Erblasserin an den Kläger\nder Herabsetzung unterliegen und somit für die Pflichtteilsberechnungsmasse\nrelevante hinzurechenbare Zuwendungen darstellen.\nKantonsgericht Schwyz 21\n\n3. a) Überschritt der Erblasser seine Verfügungsbefugnis, so können die\nErben, die nicht dem Werte nach ihren Pflichtteil erhalten, die Herabsetzung\nder Verfügung auf das erlaubte Mass verlangen (Art. 522 Abs. 1 ZGB). Die\nPrüfung einer behaupteten Pflichtteilsverletzung erfordert die wertmässige\nBestimmung der Vermögensmasse, deren Bruchteile die Pflichtteile sind\n(Nertz, in: Abt/Weibel [Hrsg.], Praxiskommentar Erbrecht, 3. Auflage, Basel\n2015, Art. 474 N 2 und 4; Wolf/Genna, Schweizerisches Privatrecht, Erbrecht,\n4. Band 1. Teilband, Basel 2012, § 17 Ziff. III.1; vgl. Breitschmid/Eitel/Fankhauser/Geiser/Jungo, Erbrecht, 3. Auflage, Zürich 2016, Kap. 1 Ziff. III.1).\nHierfür ist der Wert der Vermögensmasse, d.h. des Nachlassvermögens, am\nTodestag massgebend (vgl. Art. 474 Abs. 1 ZGB; sog. Todestagsprinzip). Mit\nanderen Worten werden die zur Pflichtteilsberechnungsmasse gehörenden\nAktiven und Passiven zum Todestag bewertet (Nertz, a.a.O., Art. 474 N 7 und\n15; Hrubesch-Millauer, a.a.O., Art. 522 N 1 f.; Grüninger, in: Büchler/Jakob\n[Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, Basel 2012, Art. 474 N 2; Breitschmid/Eitel/Fankhauser/Geiser/Jungo, a.a.O., Kap. 1 Ziff. III.2; Brückner/Weibel, Die erbrechtlichen Klagen, 3. Auflage, Zürich 2012, N 61; BGE\n110 II 228, E. 7b; BGE 108 II 95, E. 2c). Veränderungen der Werte der Nachlassgegenstände zwischen dem Todestag des Erblassers und dem Abschluss\nder Erbteilung haben also keinen Einfluss auf die Berechnung der für die Ermittlung der Pflichtteile massgebenden Werte (Nertz, a.a.O., Art. 474 N 9;\nBrückner/Weibel, a.a.O., N 64; Grüninger, a.a.O., Art. 474 N 2).\n\nb) Die Pflichtteilsberechnungsmasse entspricht der Summe des reinen\nNachlasses (insb. Fahrnis, Forderungen, Rechte, Grundstücke), der ausgleichungspflichtigen Zuwendungen sowie der hinzurechenbaren/herabsetzbaren\nZuwendungen (Art. 474 f. ZGB i.V.m. Art. 527 ZGB; Breitschmid/Eitel/Fankhauser/Geiser/Jungo, a.a.O., Kap. 1 Ziff. III.2; Staehelin, in:\nHonsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch II, 5. Auflage,\nBasel 2015, Art. 475 N 4; Grüninger, a.a.O., Art. 474 N 1 und 4 ff.; Wildisen,\na.a.O., Art. 474 N 1; vgl. Hrubesch-Millauer, a.a.O., Art. 522 N 1a f.; vgl.\nKantonsgericht Schwyz 22\n\n"}