{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2018-11-30", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-38_2018-11-30.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "8807b232b6630de31225e38cd369d4dd"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-38_2018-11-30.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2016_38_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fdebe33ff2bfeaf721e3081d7f3e424c32f7433a2dc9fb0e5e01f97768472339f9918a4db8127bccdaf4bc0f8fef1841ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2fdebe33ff2bfeaf721e3081d7f3e424c32f7433a2dc9fb0e5e01f97768472339f9918a4db8127bccdaf4bc0f8fef1841ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2016_38", "Checksum": "3156b5073c8d0964f7285b3e0f83eaf7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2016 38"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Was der Erblasser seinen Nachkommen als Heiratsgut, Ausstattung oder durch Vermögensabtretung, Schulderlass und dergleichen zuwendete, steht, sofern der Erblasser nicht ausdrücklich das Gegenteil verfügt, unter der Ausgleichungspflicht (Art. 626 ZGB). Gemäss der\ngeltenden Rechtsprechung ist Art. 626 ZGB grundsätzlich nur bei der Intestaterbfolge anwendbar (Burckhardt Bertossa, in: Abt/Weibel [Hrsg.], Praxiskommentar Erbrecht, 3. Auflage, Basel 2015, Art. 626 N 5 sowie Vorbemerkungen\nzu Art. 626 ff. N 6; BGE 124 III 102, E. 4 und 5 = Pra 87 [1998] Nr. 102;\nvgl. BGE 53 II 202, E. 2). Bei der gewillkürten Erbfolge, d.h. wenn der Erblasser die gesetzlichen Quoten der Nachkommen ändert, findet Art. 626 Abs. 2\nZGB keine Anwendung, weil davon auszugehen ist, dass er vom Gleichbehandlungsprinzip auch bezüglich lebzeitiger Zuwendungen abweichen wollte.\nLiegt eine gewillkürte Erbfolge vor, ist also zu prüfen, ob die Nachkommen\ngestützt auf den Erblasserwillen oder eine positive Anordnung des Erblassers\ni.S.v. Art. 626 Abs. 1 ZGB ausgleichungspflichtig werden (Burckhardt Bertossa, a.a.O., Art. 626 N 5 sowie Vorbemerkungen zu Art. 626 ff. N 6; BGE 124\nIII 102, E. 5 = Pra 87 [1998] Nr. 102; vgl. BGE 53 II 202, E. 2; Eitel, in: Hausheer [Hrsg.], Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Band III,\nBern 2004, Art. 626 N 136 ff., m.w.H.).\n\nb) (Lebzeitige) Zuwendungen des Erblassers an seine Erben sind i.d.R.\nsowohl unter Ausgleichungs- als auch unter Herabsetzungsaspekten zu prüfen. Die Ausgleichung dient im Rahmen des gesetzlichen Erbteilungsrechts\nder Gleichbehandlung der Erben. Demgegenüber soll die Herabsetzung die\nPflichtteile der pflichtteilsgeschützten Erben sichern, wenn der Erblasser durch\nlebzeitige Zuwendungen oder letztwillige Verfügungen von der gesetzlichen\nKantonsgericht Schwyz 19\n\nErbfolge abweicht (Burckhardt Bertossa, a.a.O., Vorbemerkungen zu\nArt. 626 ff. N 9). Unterliegt eine lebzeitige Zuwendung der Ausgleichung, so\nverletzt sie gerade nicht den Pflichtteil eines Erben (Burckhardt Bertossa,\na.a.O., Art. 626 N 5 sowie Vorbemerkungen zu Art. 626 ff. N 10; Forni/Piatti,\nin: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch II,\n5. Auflage, Basel 2015, Art. 527 N 5; BGE 116 II 667, E. 2b.cc = Pra 80 [1991]\nNr. 159; vgl. BGE 71 II 69, E. 4a; vgl. auch BGer 5A_883/2010 und 5A_887/\n2010 vom 18. April 2011, E. 6). Es ist deshalb jeweils zuerst zu prüfen, ob\neine Zuwendung ausgleichungspflichtig ist. Nur wenn die Ausgleichung zu\nverneinen ist und die lebzeitige Zuwendung den Pflichtteil eines Erben verletzt, unterliegt die Zuwendung überhaupt der Herabsetzung (Burckhardt Bertossa, a.a.O., Art. 626 N 5 sowie Vorbemerkungen zu Art. 626 ff. N 10; Wildisen, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Erbrecht, 3. Auflage, Zürich 2016, Art. 475 N 2; BGer 5A_883/2010 und\n5A_887/2010 vom 18. April 2011, E. 6; BGE 116 II 667, E. 2b.cc = Pra 80\n[1991] Nr. 159; vgl. BGE 107 II 119, E. 3b; vgl. BGE 71 II 69, E. 4a; vgl. auch\nBGE 126 III 171, E. 3a). Die Herabsetzung ist mit anderen Worten subsidiär\nzur Ausgleichung (Burckhardt Bertossa, a.a.O., Art. 626 N 5 sowie Vorbemerkungen zu Art. 626 ff. N 10; Hrubesch-Millauer, in: Abt/Weibel [Hrsg.], Praxiskommentar Erbrecht, 3. Auflage, Basel 2015, Art. 527 N 2; vgl. Eitel, Die erbrechtliche Berücksichtigung lebzeitiger Zuwendungen im Spannungsfeld zwischen Ausgleichung und Herabsetzung, S. 462, in: ZBJV 6/2006 vom 26. Juni\n2006, S. 457 ff.; BGer 5A_883/2010 und 5A_887/2010 vom 18. April 2011,\nE. 6).\n\nc) Es ist erstellt, dass der Kläger am Nachlass der Erblasserin zu 8/20 resp. 2/5 und die Beklagten zu je 3/20 berechtigt sind, da die Erblasserin die\nBeklagten mit letztwilliger Verfügung vom 5. Mai 2006 auf ihren Pflichtteil setzte und die freie Quote dem Kläger zuwies (vgl. angefochtenes Urteil, E. 3b auf\nS. 12 f.; vgl. Vi-act. B, KB 11, Ziff. 5; vgl. KG-act. 1 [ZK1 2016 38], Antrag\nZiff. 1b; vgl. KG-act. 1 [ZK1 2016 40], Ziff. 20a). Die Erblasserin änderte dem-\nKantonsgericht Schwyz 20\n\n"}