{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-09-12", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-37_2017-09-12.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "3ca40883900938e3c8bbe5b64ab0bb5d"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-37_2017-09-12.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2016_37_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2239967f561c9227d1a3a96ae41a3ef9e9271220c8d846d8ae275df6e899fea329d04764b5d67c19ad4bed6e22eb0e4bbea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d2239967f561c9227d1a3a96ae41a3ef9e9271220c8d846d8ae275df6e899fea329d04764b5d67c19ad4bed6e22eb0e4bbea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2016_37", "Checksum": "c744a9403a784dd508a5685554080cb6"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2016 37"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Die Beklagte bringt vor, sie habe die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Klägerin nie (global) übernommen, da die Klägerin ihr diese nie\nzur Kenntnis gebracht habe. Hätten somit die AGB für sie keine Geltung, bestehe keine Gerichtsstandsvereinbarung und es wäre eventualiter auf die Klage mangels örtlicher Zuständigkeit nicht einzutreten, falls zwischen den Prozessparteien ein Vertrag zustande gekommen wäre, was bestritten werde\n(KG-act. 1, S. 24).\n\nDie Klägerin wendet ein, falls die Beklagte sich auf das Verfahren vor Vorinstanz nicht eingelassen hätte, was bestritten werde, sei die Vorinstanz\ngleichwohl örtlich zuständig. Denn die klägerischen AGB seien Vertragsbe-\nKantonsgericht Schwyz 10\n\nstandteil geworden, da in der Offerte wie auch in der Auftragsbestätigung explizit auf die AGB hingewiesen worden sei. Die Beklagte habe ausdrücklich\nbestätigt, dass sie die AGB auf der Homepage der Klägerin zur Kenntnis genommen und auf eine Aushändigung in Papierform verzichtet habe (KG-act. 7,\nS. 15 Ziff. 5).\n\na) Gemäss Art. 17 Abs. 1 ZPO muss das prorogierte Gericht von den Parteien vereinbart worden sein. Der vereinbarte Gerichtsstand muss sich also\naus einer übereinstimmenden gegenseitigen Willensäusserung der Parteien\nergeben (Berger, a.a.O., N 20 zu Art. 17 ZPO; Füllemann, in: Brunner/Gasser/Schwander, ZPO, 2016, N 9 zu Art. 17 ZPO; Hedinger/Hostettler,\nin: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., N 21 zu Art. 17 ZPO;\nBGE 132 III 268 E. 2.3.2 S. 274). Nach Art. 17 Abs. 2 ZPO muss die Gerichtsstandsvereinbarung schriftlich oder in einer anderen Form erfolgen, die den\nNachweis durch Text ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass die Willenserklärungen in einem einzigen Dokument oder im Hauptvertragsdokument abgegeben wurden (Berger, a.a.O., N 34 zu Art. 17 ZPO; Füllemann, a.a.O., N\n14 zu Art. 17 ZPO). Befindet sich die Gerichtsstandsklausel in einem anderen\nDokument wie z.B. in den AGB, genügt ein genereller schriftlicher Verweis auf\ndie fragliche Urkunde (Berger, a.a.O., N 34 zu Art. 17 ZPO), wenn die AGB\ndurch Text nachweisbar sind, wobei ausreicht, dass sie online einseh-, spei-\ncher- und druckbar sind (Füllemann, a.a.O., N 18 zu Art. 17 ZPO). Unter dem\nneuen Recht nach Art. 17 ZPO (und bereits im Bundesgesetz über den Gerichtsstand in Zivilsachen vom 24. März 2000 [GestG]), das mit dem Inkrafttreten der ZPO aufgehoben wurde) kann an der vom Bundesgericht unter Art. 59\naBV entwickelten sog. typographischen Rechtsprechung nicht festgehalten\nwerden, wonach die Gerichtsstandsvereinbarungen in AGB oder Formularverträgen zum Schutz der geschäftlich unerfahrenen, häufig wirtschaftlich und\nsozial schwächeren Partei an gut sichtbarer Stelle angebracht und drucktechnisch besonders hervorgehoben werden mussten (Berger, a.a.O., N 39 f. zu\nKantonsgericht Schwyz 11\n\nArt. 17 ZPO mit Hinweis auf BGE 118 Ia 294 E. 2a, 109 Ia 55 E. 3a, 104 Ia\n278 E. 4 und 93 I 323 E. 5; Füllemann, a.a.O., N 18 zu Art. 17 ZPO mit Hinweis auf BGE 118 Ia 294 E. 2; Infanger, a.a.O., N 31 zu Art. 17 ZPO mit Hinweis auf BGE 118 Ia 297; Wirth, in: Müller/Wirth, Gerichtsstandsgesetz, 2001,\nN 48 zu Art. 9 GestG mit Hinweis auf BGE 118 Ia 294, 297 und 109 Ia 55, 57;\ndifferenzierter: vgl. Gauch/Schluep/Schmid/Emmenegger, OR AT, Band I,\n2014, S. 278-280 N 1140, 1140a und 1142 mit zahlreichen Hinweisen auf die\nbundesgerichtliche Rechtsprechung, u.a. auf BGer, Urteil 4A_347/2011 vom\n10. August 2011 E. 2).\n\nb) Im zweiseitigen Angebot Nr. zzz der Klägerin vom 26. September 2011\nbetreffend die Glastrennwand an die Beklagte, „I/Referenz: E.________“, wird\nam Schluss Folgendes erwähnt: „Die Parteien übernehmen die AGB der\nC.________ AG als Vertragsinhalt. Sie haben die AGB auf www._______.ch /\nDownload zur Kenntnis genommen und verzichten auf die Aushändigung in\nPapierform“ (Vi-KB 5). Dieselbe Formulierung kann der Auftragsbestätigung\nan die G.________, „I/Referenz: E.________“, entnommen werden (Vi-KB 6).\nDie AGB liegen dem Angebot bzw. der Auftragsbestätigung zwar nicht bei,\nkönnen aber problemlos auf der betreffenden Homepage unter „Download“\nheruntergeladen werden. E.________, gemäss Handelsregister Mitglied des\nVerwaltungsrates der Beklagten mit Einzelunterschrift (Vi-KB 11), nahm dieses Angebot zugestandenermassen zur Kenntnis (vgl. Klageantwort vom\n12. Oktober 2015, S. 4 f. N 1.2 und 1.4).\n\nDie AGB bestehen aus zwei Seiten und zwölf Ziffern. Am Schluss wird unter\ndem Titel „12. Anwendbares Recht, Erfüllungsort und Gerichtsstand“ in Absatz 2 festgehalten, „Der Erfüllungsort und der ausschliessliche Gerichtsstand\nbefinden sich am Sitz der Lieferantin“ (Vi-KB 7). Der Sitz der Lieferantin bzw.\nder Klägerin kann einfach im Zentralen Firmenregister (Zefix) festgestellt werden und befindet sich in O.________, also klarerweise in der March. Aus der\nKantonsgericht Schwyz 12\n\nAdresse der Klägerin (H.________) ergibt sich nichts anderes. Der Beklagten\nmusste somit bewusst sein, dass damit der Gerichtsstand an ihrem Sitz aufgehoben wurde.\n\nNach dem Gesagten ergibt sich, dass die Vertragsparteien übereinstimmend\nden Bezirk March als Gerichtsstand vereinbarten.\n\n"}