{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-06-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-33_2017-06-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "57f16da17d59cc52ca22fdc2ed2e4dca"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-33_2017-06-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2016_33_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d29d3be0d86571b0def8ac6398524c4ee05c9d95146f08ebb4901a5516697724cead9d6ffd866dd8ca8cb9c631afb5cc17ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d29d3be0d86571b0def8ac6398524c4ee05c9d95146f08ebb4901a5516697724cead9d6ffd866dd8ca8cb9c631afb5cc17ea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2016_33", "Checksum": "bc35e2b8846ab92f6b09eb26eaadb99e"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2016 33"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Zivilkammer 13.06.2017 ZK1 2016 33\nRegeste:\nForderung (Abtretungsvertrag) | übriges Vertragsrecht\n\nerst am Ende eines Beweisverfahrens anzuordnen, stellt aber trotzdem kein\nsubsidiäres Beweismittel dar (Müller, a.a.O., N 5 f. zu Art. 192 ZPO; Bühler,\na.a.O., N 60 f. zu Art. 192 und 192 ZPO). Es besteht kein Anspruch auf Durchführung einer Beweisaussage (jedenfalls solange das Gericht im Rahmen seines pflichtgemässen Ermessens handelt; Müller, a.a.O., N 17 zu Art. 192\nZPO; Hafner, in: Spühler/Tenchio/Infanger, a.a.O., N 3 zu Art. 192 ZPO; im\nErgebnis nicht anders Bühler, a.a.O., N 66 zu Art. 191 und 192 ZPO). Stellen\ndie Parteien trotzdem einen Antrag auf Anordnung einer Beweisaussage,\nmuss sich das Gericht mit diesem Rechtsbegehren nicht auseinandersetzen\nbzw. muss darauf nicht eintreten. Indessen hat das Gericht seine Beweiswürdigung im Urteil im Einzelnen nachvollziehbar zu erörtern. Daraus muss zumindest im Ergebnis hervorgehen, dass der frühere prozessleitende Entscheid, die Beweisaussage anzuordnen bzw. darauf zu verzichten, auf pflichtgemässem Ermessen beruht (Müller, a.a.O., N 17 f. zu Art. 192 ZPO). Nach\nBühler (a.a.O., N 65 zu Art. 191 und 192 ZPO) ist die Frage, ob das Gericht\nauf die Beweismittel der Parteibefragung und/oder der Parteiaussage verzichten darf, nach den für eine zulässige antizipierte Beweiswürdigung geltenden\nRegeln zu beantworten.\n\nc) Die Klägerin offerierte verschiedene Beweismittel, insbesondere den\nZeugen J.________ und die Beweisaussage der Parteien, zum natürlichen\nKonsens des Abtretungsvertrages vom 22. Dezember 2014. Die Vorinstanz\nführte diesbezüglich überhaupt kein Beweisverfahren durch, nahm also keinen\nvon der Klägerin offerierten Beweis ab, sondern stellte lediglich auf die von\nden Parteien eingereichten Akten ab und wies die Klage ab. Nach dem Gesagten ist darin eine Verletzung von Art. 8 ZGB zu erblicken (vgl.\nSchmid/Lardelli, in: Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I,\n2010, N 7 zu Art. 8 ZGB mit Hinweisen; Walter, in: Hausheer/Walter, Berner\nKommentar, 2012, N 58 zu Art. 8 ZGB mit Hinweisen). Es ist grundsätzlich\nnicht Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, den Sachverhalt anstelle des erstin-\nKantonsgericht Schwyz 18\n\nstanzlichen Gerichts zu erstellen (Seiler, Die Berufung nach ZPO, 2013,\nS. 665 Rz 1536). Daher ist das angefochtene Urteil aufzuheben sowie zur\nBeweisabnahme und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,\nda es sich nicht lediglich um kleinere Klagelücken handelt (vgl. Art. 318 Abs. 1\nlit. c Ziff. 2 ZPO; Sterchi, in: Hausheer/Walter, a.a.O., N 10 zu Art. 318 ZPO;\nSpühler, a.a.O., N 5 zu Art. 318 ZPO; Reetz/Hilber, a.a.O., N 35 zu Art. 318\nZPO). Die Vorinstanz unterliess es nämlich vollkommen, den primär massgebenden und übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien vorerst zu erforschen. Nur wenn sich dieser Wille nicht mehr (mit Sicherheit) feststellen\nliesse bzw. unbewiesen bliebe, wären zur Ermittlung des mutmasslichen\nWillens der Parteien deren Erklärungen aufgrund des Vertrauensprinzips\nauszulegen. Ausserdem ist so gewährleistet, dass die Streitsache auf kantonaler Ebene zweimal von Instanzen mit voller Kognition beurteilt werden kann\n(vgl. Volkart, in: Brunner/Gasser/Schwander, ZPO, 2011, N 5 zu Art. 318\nZPO). Darüber hinaus beantragt auch die Klägerin, dass, für den Fall der\nNichtgutheissung ihrer Klage, der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben sowie\nzur Durchführung des Beweisverfahrens und anschliessender Neubeurteilung\nan die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Nur subeventualiter stellt die Klägerin\ndas Rechtsbegehren, es sei das Beweisverfahren durch das Kantonsgericht\ndurchzuführen.\n\nd) Weil die Vorinstanz den wirklichen Willen der Parteien festzustellen haben wird, können vorliegend die Vorbringen der Parteien zur Ermittlung des\nmutmasslichen Willens der Parteien (vgl. KG-act. 1, S. 13 f. Ziff. 21 f.; KGact. 7, S. 15 f. Ziff. 55-60) offen gelassen werden. Falls die Vorinstanz den\nwirklichen Willen der Parteien nicht wird feststellen können, wird sie wiederum\nden mutmasslichen Willen der Parteien ermitteln müssen. Bei der allfällig zu\nbeantwortenden Frage, ob die Aktiven die Passiven übersteigen, wird die Vorinstanz auch zu prüfen haben, ob die neue Aufnahme der beiden Konten\n„KK A.________“ von Fr. 2‘783.70 und „Gutscheine (nicht eingelöst)“ von\nKantonsgericht Schwyz 19\n\n"}