{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-06-13", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-31_2017-06-13.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "87c87d1638a5043c5e9ab1fa083f3b65"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2016-31_2017-06-13.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2016_31_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d23ce6a495fb5e4dea10a30b099fbe3c8b17e59835604b946dea6419621105ac988aee39b77203e49c5dbb4e23272fd39dea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d23ce6a495fb5e4dea10a30b099fbe3c8b17e59835604b946dea6419621105ac988aee39b77203e49c5dbb4e23272fd39dea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2016_31", "Checksum": "f05b8394e420d59ad90fa632c5487b5f"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2016 31"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Juni 2017\nZK1 2016 31\n\nMitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann,\nKantonsrichter Walter Christen, Hannelore Räber,\nPius Schuler und Jörg Meister,\nGerichtsschreiberin MLaw Annika Flattich.\n\nIn Sachen A.________ AG\nBeklagte und Berufungsführerin,\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________,\n\ngegen\n\nB.________ Sàrl\nKlägerin und Berufungsgegnerin,\nvertreten durch Rechtsanwalt F.________,\n\nbetreffend Forderung\n(Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Höfe vom 11. Juli 2016,\nZGO 2014 5);-\n\nhat die 1. Zivilkammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben und in Erwägung:\n\n1. a) Am 28. Februar 2014 reichte die B.________ Sàrl Klage gegen die\nA.________ AG ein und beantragte, die A.________ AG sei zu verpflichten,\nihr USD 225‘891.94 zuzüglich Zins von 12 %, eventualiter von 5 %, seit dem\n13. Februar 2013 zu zahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der A.________ AG (Vi-act. A.I). Die A.________ AG trug am 10. Juni\n2014 auf Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der B.________ Sàrl an (Vi-act. A.II). Die B.________ Sàrl hielt in ihrer\nReplik grundsätzlich an ihren Klagebegehren fest. Sie änderte ihr Klagebegehren Ziff. 1 lediglich insoweit, als sie neu den Beginn der Verzinsung eventualiter auf den 18. September 2013 datierte (Vi-act. A.III). Die A.________\nAG hielt in ihrer Duplik an ihren im ersten Schriftenwechsel gestellten Rechtsbegehren fest (Vi-act. A.IV). Die B.________ Sàrl reichte am 1. September\n2015 unter Verweis auf das unbedingte Replikrecht eine Stellungnahme ein\n(Vi-act. A.V). Die A.________ AG äusserte sich am 8. September 2015 ein\ndrittes Mal (Vi-act. A.VI).\n\nb) Mit Urteil vom 11. Juli 2016 entschied das Bezirksgericht Höfe das Folgende:\n\n1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin USD 225’891.94 zzgl.\nVerzugszins zu 5 % seit dem 13. Februar 2013 zu bezahlen.\n\n2. Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 12‘000.00 werden der Beklagten auferlegt und vom Kostenvorschuss der Klägerin bezogen.\nFr. 3‘000.00 Rest werden der Klägerin aus der Gerichtskasse erstattet. Die Beklagte hat der Klägerin unter dem Titel Gerichtskostenersatz Fr. 12‘000.00 zu bezahlen.\n\n3. Die Beklagte hat die Klägerin mit Fr. 16‘000.00 (inkl. Vermittlungsgebühr, Auslagen und MWST) zu entschädigen.\n\n4. (Rechtsmittelbelehrung)\n\n5. (Zufertigung)\nKantonsgericht Schwyz 3\n\nc) Gegen dieses Urteil erhob die A.________ AG (nachfolgend: Beklagte)\nam 14. September 2016 fristgerecht Berufung beim Kantonsgericht und beantragte die Abweisung der Klage, eventualiter die Rückweisung der Sache an\ndie Vorinstanz zum Entscheid über die Höhe ihrer verrechneten Gegenforderung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der B.________ Sàrl\n(KG-act. 1). Die B.________ Sàrl (nachfolgend: Klägerin) trug am 14. Oktober\n2016 auf Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen\nzulasten der Beklagten an (KG-act. 8).\n\n2. Im internationalen Verhältnis sind u.a. das Bundesgesetz vom 18. Dezember 1987 über das internationale Privatrecht sowie Staatsverträge zu\nberücksichtigen (Art. 2 ZPO). Der Gesetzgeber definierte den Begriff des internationalen Verhältnisses weder in Art. 2 ZPO noch in Art. 1 IPRG. Nach\nLehre und Rechtsprechung setzt ein internationales Verhältnis einen über den\nschweizerischen Rechtsraum hinausreichenden Bezug voraus, wobei im Einzelfall unter Berücksichtigung des Sachbereichs zu prüfen ist, welcher Art und\nIntensität der Auslandbezug sein muss, damit von einem internationalen\nSachverhalt auszugehen ist (Berger, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner\nKommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Bern 2012, Art. 2\nN 4; BGE 131 III 76, E. 2.3). Um einen internationalen Sachverhalt handelt es\nsich bspw. im In- und Exportgeschäft, wenn eine im Ausland ansässige Abnehmerin Waren oder Dienstleistungen aus der Schweiz von einem Schweizer\nUnternehmen bezieht. Demgegenüber kann das Vorhandensein eines internationalen Verhältnisses fraglich sein, wenn die Aspekte, welche einen Bezug\nzum Ausland aufweisen, für das konkrete Rechtsverhältnis bzw. die konkrete\nRechtsfrage ohne Bedeutung sind. Verkauft z.B. eine Person italienischer\nStaatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Basel ihren Personenwagen einem Franzosen mit Wohnsitz in Genf, so handelt es sich bei der konkreten Transaktion\num ein rein inländisches Geschäft (Schnyder/Grolimund, Honsell/Vogt/Schnyder/Berti [Hrsg.], Basler Kommentar Internationales Privatrecht, 3. Auflage,\nBasel 2013, Art. 1 N 2).\nKantonsgericht Schwyz 4\n\nVorliegend haben beide Parteien ihren Sitz in der Schweiz. Der Sachverhalt\nweist nur insofern einen internationalen Bezug auf, als die Klägerin der Beklagten eine Sache verkaufte, welche nach Turkmenistan zu liefern war. Die\nVorinstanz setzte sich nicht mit der Frage der Internationalität auseinander.\nKeine der Parteien beanstandete dies. Namentlich bestritt die Beklagte die\nZuständigkeit der Vorinstanz nicht und liess sich vorbehaltlos auf das Verfahren ein, weshalb sich die Zuständigkeit des Bezirksgerichts Höfe bereits aus\ndieser Einlassung ergibt (Art. 18 IPRG).\n\n"}