{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-11-21", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2013-33_2017-11-21.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "48c994323e4c8bd7cc354d389e4acbd2"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2013-33_2017-11-21.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2013_33_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d29aa96c6ba26368f46fa31bd564b9945422daf883885f5f4498f582806c98d197957bdd782be3028c7b929a389075544fea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d29aa96c6ba26368f46fa31bd564b9945422daf883885f5f4498f582806c98d197957bdd782be3028c7b929a389075544fea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2013_33", "Checksum": "4bd02ae647d4df3409fe15c40691c940"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2013 33"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 812‘695.18\nals Gewinnherausgabe zuzüglich Zins von 5 % p.a. ab Ende des jeweiligen Geschäftsjahres zu bezahlen.\n2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 525 als Ersatz für vorprozessuale Rechtsverfolgungskosten zuzüglich Zins von 5 % p.a.\nab dem 13. Mai 2008 zu bezahlen.\n3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.\n\nMit Klageantwort vom 25. August 2016 trug die Beklagte auf Abweisung der\nKlage an, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin\n(act. 103).\n\nAm 10. November 2016 fand die Instruktionsverhandlung statt, bei welcher die\nParteien den Sachverhalt betreffend die Höhe der Forderung bzw. die materiellen Ansprüche, die sich aus den edierten oder noch zu edierenden Unterlagen im Rahmen des zweiten Teils der Stufenklage ergeben, ergänzten sowie\nsämtliche Angriffs- und Verteidigungsmittel bekanntgaben.\nKantonsgericht Schwyz 9\n\nIm Rahmen des Beweisverfahrens gab die Eidgenössische Steuerverwaltung\nESTV, Bern, am 2. Dezember 2016 dem Gericht Auskunft über die von ihr in\nder Zeit vom 15. bis 26. März 2010 bei der M.V.________ AG vorgenommene\nKontrolle (act. 117 und act. 117/1 bis 117/4) und gab die K.________ GmbH,\nDeutschland, rechtshilfeweise schriftliche Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen zur M.________ AG und der M.V.________ AG in den Jahren 2006\nbis 2011 im Zusammenhang mit Präservativen mit dem Zeichen HARRY\nPOPPER (act. 111 und 121/2).\n\nAnlässlich der Hauptverhandlung vom 4. April 2017 hielten beide Parteien an\nihren Anträgen fest (act. 126, act. 126a und act. 126b).\n\nMit Verfügung vom 12. Juli 2017 forderte die Gerichtsleitung die Beklagte auf,\nschriftlich, unter Beilage der entsprechenden Dokumente, Auskunft zu erteilen\nüber die Gesamtumsätze der M.R.________ AG in den Jahren 2006 bis 2010\n(act. 127). Die Beklagte antwortete dem Gericht mit Eingabe vom 21. August\n2017, wozu die Klägerin am 6. September 2017 Stellung nahm (act. 128 und\n130);-\n\nin Erwägung:\n\n1. Die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts ist gegeben, nachdem\ndas Bundesgericht mit Urteil vom 26. Januar 2015 den Beschluss des Kantonsgerichts vom 16. Juli 2014, mit welchem es auf die Klage eintrat, bestätigte (act. 32 und 41). Das Kantonsgericht ist ebenfalls sachlich und funktional\nzuständig zur Beurteilung der Klage (vgl. Art. 5 Abs. 1 lit. a ZPO; Vock/Nater,\nin: Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2017, N 4 zu Art. 5 ZPO; § 19 EGzOR vom 25. Oktober 1974,\nKantonsgericht Schwyz 10\n\nSRSZ 217.110). Anzuwenden ist schweizerisches Recht (vgl. Art. 110 Abs. 1\nIPRG).\n\n2. In der vorliegend zu beurteilenden zweiten Stufe fordert die Klägerin von\nder Beklagten die Gewinnherausgabe in der Höhe von Fr. 812‘695.18 zuzüglich Zins von 5 % pro Jahr, jeweils ab Ende des Geschäftsjahres sowie die\nBezahlung von Fr. 525.00 als Ersatz für vorprozessuale Rechtsverfolgungskosten zuzüglich Zins von 5 % pro Jahr ab dem 13. Mai 2008.\n\nDas Kantonsgericht gelangte mit Teil-Urteil vom 23. Juni 2015 bezüglich dieser beiden Ansprüche zum Schluss, dass sämtliche Voraussetzungen erfüllt\nseien und liess lediglich die Höhe der beiden geltend gemachten Forderungen\noffen (Teil-Urteil vom 23. Juni 2015, E. 2d und e S. 15-30). Zum einen werde\ndie Klägerin den von der Beklagten im relevanten Zeitraum mit den HARRY\nPOPPER Produkten erwirtschafteten Bruttogewinn inkl. Schadenszins erst\nnach Auskunftserteilung durch die Beklagte substanziiert zu behaupten haben\n(Teil-Urteil vom 23. Juni 2015, E. 2e/cc S. 25). Zum anderen befand es noch\nnicht über die von der Klägerin geltend gemachte Höhe der Rechtsverfolgungskosten von Fr. 525.00 (Teil-Urteil vom 23. Juni 2015, E. 2d/bb S. 16).\nDaher wurde die Beklagte im gleichen Entscheid verpflichtet, der Klägerin einen nach Auskunftserteilung noch festzulegenden Betrag als Gewinnherausgabe zuzüglich Zins von 5 % seit Ende des jeweiligen Geschäftsjahres sowie\neinen noch festzulegenden Betrag nebst 5 % Zins für vorprozessuale Rechtsverfolgungskosten zu bezahlen (act. 59, S. 3, Dispositivziff. 2 und 3).\n\nDa die Beklagte der Klägerin inzwischen Auskunft über die von ihr hergestellten und verkauften Präservative mit dem Zeichen HARRY POPPER sowie\nüber die dadurch erzielten Umsätze und Gewinne erteilte und darüber Rechnung ablegte, ist die erste Stufe der Stufenklage abgeschlossen. Ob die Auskunft im erforderlichen Umfang geschah, kann an dieser Stelle offen bleiben.\nKantonsgericht Schwyz 11\n\nNachfolgend ist über die von der Klägerin geltend gemachten Forderungsbeträge von Fr. 812‘695.18 und Fr. 525.00, jeweils zuzüglich Zinsen, zu befinden.\n\n"}