{"Signatur": "SZ_KG_001", "Spider": "SZ_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2017-11-21", "HTML": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2013-33_2017-11-21.html", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/loadTable", "Checksum": "48c994323e4c8bd7cc354d389e4acbd2"}, "PDF": {"Datei": "SZ_Gerichte/SZ_KG_001_ZK1-2013-33_2017-11-21.pdf", "URL": "https://gerichte.sz.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ZK1_2013_33_eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d29aa96c6ba26368f46fa31bd564b9945422daf883885f5f4498f582806c98d197957bdd782be3028c7b929a389075544fea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b?path=eb9cb516b72ea9d822b390383b5bf9d29aa96c6ba26368f46fa31bd564b9945422daf883885f5f4498f582806c98d197957bdd782be3028c7b929a389075544fea2e94432a3f2899a2ba69cf3333726b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ZK1_2013_33", "Checksum": "4bd02ae647d4df3409fe15c40691c940"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ZK1 2013 33"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schwyz Kantonsgericht 1. 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November 2017\nZK1 2013 33\n\nMitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin,\nKantonsrichter Hannelore Räber, Pius Schuler,\nClara Betschart und Jörg Meister,\nGerichtsschreiber lic. iur. Claude Brüesch.\n\nIn Sachen A.________ Inc.,\nKlägerin,\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________,\n\ngegen\n\nM.________ AG,\nBeklagte,\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________,\n\nbetreffend Forderung aus Markenrechtsverletzung, Stufenklage\n(Direktprozess);-\n\nhat die 1. Zivilkammer,\nKantonsgericht Schwyz 2\n\nnachdem sich ergeben:\n\nA. Die Klägerin ist einer der grössten Filmproduzenten und ein führendes\nUnternehmen im Bereich Unterhaltung, Merchandising, Verwertung von Immaterialgüterrechten und Fernsehen. Sie ist Inhaberin der berühmten Marke\nHARRY POTTER, deren Verwertung vollumfänglich bei ihr liegt (ZK1 2011 39:\nact. 2, KB 3 S. 2).\n\nDie Beklagte kann heute mit zahlreichen Erotikläden in der ganzen Schweiz\nals Marktleaderin im schweizerischen Erotikgeschäft bezeichnet werden. Die\nBeklagte vertreibt nicht nur Produkte anderer Anbieter, sondern entwickelt und\nverkauft auch eigene Produkte (ZK1 2011 39: act. 2, KB 3 S. 2 f.).\n\nIm Herbst 2006 stiess die Klägerin auf die schweizerische Wort-/Bildmarke\n542 377 der Beklagten, die im Wesentlichen aus den Worten HARRY POP-\nPER bestand und für Präservative geschützt war. Diese Marke wurde am\n15. Dezember 2005 hinterlegt und am 30. Januar 2006 im schweizerischen\nMarkenregister eingetragen (ZK1 2011 39: act. 2, KB 3 S. 3).\n\nB. Nachdem die Klägerin die Beklagte im September und Oktober 2006\nsowie November 2007 ohne Erfolg aufgefordert hatte, die Marke HARRY\nPOPPER freiwillig zurückzuziehen bzw. zu löschen, reichte die Klägerin am\n13. Mai 2008 gegen die Beklagte beim Kantonsgericht Schwyz Klage ein mit\ndem Hauptantrag, es sei die Schweizer Marke Nr. 542 377 (HARRY POP-\nPER) für nichtig zu erklären (ZK1 2011 39: act. 2, KB 3 S. 3).\n\nMit Urteil vom 17. August 2010 erklärte das Kantonsgericht Schwyz die\nSchweizer Marke Nr. 542 377 (HARRY POPPER) für nichtig und verbot der\nBeklagten und ihren Organen unter Androhung von Busse nach Art. 292\nStGB, das Zeichen HARRY POPPER im Geschäftsverkehr im Zusammenhang mit Präservativen und anderen Erotik- bzw. Pornoprodukten zu verwen-\nKantonsgericht Schwyz 3\n\nden, insbesondere unter diesem Zeichen Waren und Dienstleistungen anzubieten, Dienstleistungen zu erbringen, das Zeichen auf Geschäftspapieren\nund in der Werbung zu verwenden sowie Waren unter diesem Zeichen in Verkehr zu bringen, zu lagern, ein- oder auszuführen (ZK1 2011 39: act. 2, KB 3\nS. 41).\n\nC. Am 1. November 2010 schlossen die Parteien ein Agreement, worin sie\ninsbesondere vereinbarten, dass die Wirkungen des Urteils des Kantonsgerichts Schwyz vom 17. August 2010 bis Ende Februar 2011 aufgeschoben\nwürden (ZK1 2011 39: act. 2, KB 18).\n\nMit Schreiben vom 6. Dezember 2010 und 6. Januar 2011 hielt die Klägerin\ndie Beklagte an, ihren Schadenersatz- und Gewinnherausgabeanspruch anzuerkennen. Gleichzeitig forderte die Klägerin die Beklagte auf, durch Rechnungslegung Auskunft zu geben über die Menge der von ihr hergestellten und\nverkauften Präservative und anderen Produkten mit dem Zeichen HARRY\nPOPPER und die dadurch erzielten Umsätze und Gewinne (ZK1 2011 39:\nact. 2, KB 11 und 13).\n\nAm 13. Januar 2011 gab die Beklagte der Klägerin bekannt, dass sie einen\nAnspruch der Klägerin auf Schadenersatz und/oder Gewinnherausgabe verneine, und zwar sowohl in grundsätzlicher als auch – eventualiter – in quantitativer Hinsicht (ZK1 2011 39: act. 2, KB 14).\n\nD. Am 26. September 2011 reichte die Klägerin gegen die Beklagte beim\nKantonsgericht Schwyz Klage ein mit folgenden Rechtsbegehren (ZK1 2011\n39: act. 1):\n\n1. Die Beklagte sei unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung nach Art. 292 StGB im Unterlassungsfall zu verpflichten, der klagenden Partei binnen 30 Tagen seit Rechtskraft des\nentsprechenden (Teil-)Urteils durch Rechnungslegung über die Menge der von\nKantonsgericht Schwyz 4\n\nihr und ihren Lizenznehmern hergestellten und verkauften Präservativen und\nanderen Produkten mit dem Zeichen „HARRY POPPER“ insbesondere (nachfolgend „Produkte“), sowie die dadurch erzielten Umsätze und Gewinne, Auskunft zu erteilen. Dabei sind insbesondere folgende, nach anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung mit beweiskräftigen Dokumenten der Finanz- und\nBetriebsbuchhaltung belegte Angaben zu machen:\n\n"}