{"Signatur": "SO_OG_006", "Spider": "SO_Omni", "Sprache": "de", "Datum": "2015-11-25", "HTML": {"Datei": "SO_Omni/SO_OG_006_STBER-2015-1_2015-11-25.html", "URL": "https://gerichtsentscheide.so.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&WebServerUrl=&WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&OmnisLibrary=JURISWEB&OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&OmnisServer=7001&Parametername=WEB&Schema=JGWEB&Source=&Aufruf=getMarkupDocument&cSprache=DE&nF30_KEY=135166&W10_KEY=11060384&nTrefferzeile=26&Template=/simple/search_result_document.html", "Checksum": "ab2860c2e6741214f9d675bf0fa28b7c"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["STBER.2015.1", "BetmG bzw. aBetmG, SR 812.121"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Solothurn Obergericht Strafkammer 25.11.2015 STBER.2015.1 (BetmG bzw. aBetmG, SR 812.121)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Solothurn Obergericht Strafkammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Soleure  Strafkammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Soletta  Strafkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Qualifizierter widerrechtlicher Umgang mit Betäubungsmittel durch Medizinalpersonen"}], "ScrapyJob": "446973/56/2692", "Zeit UTC": "19.03.2026 23:59:55", "Checksum": "ba91a6f2c67e9feefd0b16c84330b0ae", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Solothurn Obergericht Strafkammer 25.11.2015 STBER.2015.1 (BetmG bzw. aBetmG, SR 812.121)\nRegeste:\nQualifizierter widerrechtlicher Umgang mit Betäubungsmittel durch Medizinalpersonen\n\n\nZum gleichen Resultat gelangt man in Anwendung von Art. 1b BetmG bzw. Art. 2 Abs. 1bis aBetmG: Art. 11 Abs. 1 BetmG bzw. Art. 11 aBetmG regelt auf Gesetzesstufe den Grundsatz, dass nur in dem Umfange Betäubungsmittel verordnet werden dürfen, wie dies nach den anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaften notwendig ist. Dieser Grundsatz erfährt auf Verordnungsstufe in Art. 46 Abs. 4 der Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Betäubungsmittelkontrolle (BetmKV, SR 812.121.1, in Kraft seit dem 1. Juli 2011) eine Konkretisierung: Ärztinnen und Ärzte dürfen Arzneimittel mit kontrollierten Substanzen (darunter fallen insbesondere Betäubungsmittel, vgl. Art. 2 lit. h BetmKV) nur für Patientinnen und Patienten verschreiben, die sie selber untersucht haben. Eine solche Pflicht zur persönlichen Untersuchung sah bereits Art. 43 Abs. 1 der Betäubungsmittelverordnung vom 29. Mai 1996 (BetmV, SR 812.121.1) vor. Keine entsprechende Regelung kennt hingegen das Heilmittelgesetz. Dass die Voraussetzungen nach Art. 26 Abs. 2 HMG – entgegen den Ausführungen der Verteidigung – weniger weit gehen als die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes bzw. dessen Verordnung, wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 30. Januar 2013 (2C_901/2012) betreffend die gegen den Beschuldigten verhängte Disziplinarmassnahme ausdrücklich bestätigt (4.3.2): Art. 26 Abs. 2 HMG enthalte weniger strenge Anforderungen als das Betäubungsmittelrecht, indem diese Bestimmung keine persönliche Untersuchung verlange, sondern für die Verschreibung eines Arzneimittel nur – aber immerhin – die Kenntnis des Gesundheitszustandes des Patienten voraussetze.\nDie weniger weit gehende Regelung im Heilmittelgesetz führt gestützt auf Art. 1b BetmG bzw. Art. 2 Abs. 1bis aBetmG zur Anwendung des Betäubungsmittelrechts. (…)\nZusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der zur Anklage gebrachte und erstellte Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht nach dem Betäubungsmittelgesetz zu beurteilen ist.\nObergericht, Strafkammer, Urteil vom 25. November 2015 (STBER.2015.1), vom Bundesgericht bestätigt mit Urteil vom 13. Mai 2016, 6B_288/2016."}