{"Signatur": "SH_OG_001", "Spider": "SH_OG", "Datum": "2021-02-08", "PDF": {"Datei": "SH_OG/SH_OG_001_40-2005-31_2021-02-08.pdf", "URL": "https://obergerichtsentscheide.sh.ch/CMS/get/file/8ef26ede-b826-4260-803e-add62dabc471", "Checksum": "b11b96bbf738b7de00a4324fd2fc8e27"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["40/2005/31"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schaffhausen Obergericht 08.02.2021 (publiziert) 40/2005/31"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schaffhouse Obergericht 08.02.2021 (publié) 40/2005/31"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Sciaffusa Obergericht 08.02.2021 (pubblicato) 40/2005/31"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schaffhausen Obergericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schaffhouse Obergericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Sciaffusa Obergericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergerichtskanzlei"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 170 ZGB; Art. 233 und Art. 354 Ziff. 1 lit. c ZPO; Art. 127 StG; Art. 19 DSG; Art. 8 DSG/SH; Art. 26 PV. | Herausgabe von Steuerakten im Scheidungsprozess unter Ber&uuml;cksichtigung des Steuergeheimnisses"}], "ScrapyJob": "446973/57/1618", "Zeit UTC": "04.12.2024 02:25:16", "Checksum": "09bfe73449f45add3d13b3ef787760b6", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schaffhausen Obergericht 08.02.2021 (publiziert) 40/2005/31\nRegeste:\nArt. 170 ZGB; Art. 233 und Art. 354 Ziff. 1 lit. c ZPO; Art. 127 StG; Art. 19 DSG; Art. 8 DSG/SH; Art. 26 PV. | Herausgabe von Steuerakten im Scheidungsprozess unter Ber&uuml;cksichtigung des Steuergeheimnisses\n\ngemeine Amtsgeheimnis hat dieser in der Regel zu weichen, das Steuergeheimnis nicht (OGE vom 17. April 2003 i.S. X. AG, Amtsbericht 2003,\nS. 182, mit Hinweis auf OGE vom 19. Februar 1990 i.S. Bundesanwaltschaft,\nE. 3c, Amtsbericht 1990, S. 176, OGE vom 26. Oktober vom 19. Februar\n1993 i.S. K., E. 3, Amtsbericht 1993, S. 161).\nArt. 127 StG lautet:\n1\nWer mit dem Vollzug dieses Gesetzes betraut ist oder dazu beigezogen wird,\nmuss über Tatsachen, die ihm bzw. ihr in Ausübung des Amtes bekannt werden, und über Verhandlungen in den Behörden Stillschweigen bewahren und\nDritten den Einblick in amtlichen Akten verweigern.\n2\nEine Auskunft ist zulässig, soweit hierfür eine gesetzliche Grundlage im kantonalen Recht oder im Bundesrecht gegeben ist. In den übrigen Fällen ist das\nFinanzdepartement befugt, gegenüber inländischen Gerichts- und Verwaltungsbehörden Auskünfte aus den Steuerakten zu erteilen oder die kantonale Steuerverwaltung dazu zu ermächtigen, soweit ein öffentliches Interesse\nbesteht.\nFraglich ist, ob für den vorliegenden Fall Art. 170 ZGB als gesetzliche\nGrundlage i.S.v. Art. 127 Abs. 2 StG genügt.\n3.– a) Das Kantonsgericht begründet in der angefochtenen Verfügung\ndie Herausgabepflicht mit Art. 170 Abs. 2 ZGB. Art. 170 ZGB lautet:\n1\nJeder Ehegatte kann vom andern Auskunft über dessen Einkommen, Vermögen und Schulden verlangen.\n2\nAuf sein Begehren kann das Gericht den andern Ehegatten oder Dritte verpflichten, die erforderlichen Auskünfte zu erteilen und die notwendigen Urkunden vorzulegen.\n3\nVorbehalten bleibt das Berufsgeheimnis der Rechtsanwälte, Notare, Geistlichen und ihrer Hilfspersonen.\nb) Der Zweck der Auskunftspflicht im Scheidungsprozess besteht darin,\nbeiden Ehegatten die Durchsetzung berechtigter finanzieller Ansprüche zu\nermöglichen. Die Anwendung der sinngemässen Bestimmung zur eherechtlichen Auskunftspflicht ist gerechtfertigt, bis die aus der aufgelösten Ehe resultierende vermögensrechtliche Auseinandersetzung definitiv abgeschlossen\nist (Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar, Das Familienrecht, 3. A., Zürich 1997, N. 7 ff. zu Art. 170, S. 449 ff.). Die Auskunftspflicht betrifft auch\n\"Dritte, wie Bevollmächtigte, Depositäre, Vermögensverwalter, Banken usw.;\ndiese können sich in diesem Fall nicht auf ihr Berufsgeheimnis berufen\" (Botschaft zum Eherecht vom 11. Juli 1979, Ziff. 218, S. 1271; Deschenaux/Steinauer, Le nouveau droit matrimonial, Bern 1987, § 9C IV 3, S. 121).\nBehörden und Angestellte des Bundes, der Kantone und Gemeinden fallen\nnicht direkt unter Art. 170 Abs. 2 ZGB. Für Behörden des kantonalen öffent-\n\n3\n2006\n\n"}