{"Signatur": "SH_OG_001", "Spider": "SH_OG", "Datum": "2021-02-08", "PDF": {"Datei": "SH_OG/SH_OG_001_40-2001-9_2021-02-08.pdf", "URL": "https://obergerichtsentscheide.sh.ch/CMS/get/file/e691047d-917d-47c9-8f70-40e49b8468b0", "Checksum": "b3efc0cee7c27b45c1e89d1008b9b060"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["40/2001/9"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schaffhausen Obergericht 08.02.2021 (publiziert) 40/2001/9"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schaffhouse Obergericht 08.02.2021 (publié) 40/2001/9"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Sciaffusa Obergericht 08.02.2021 (pubblicato) 40/2001/9"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schaffhausen Obergericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schaffhouse Obergericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Sciaffusa Obergericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergerichtskanzlei"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Nr. 40/2001/9 | <strong>Art. 29 Abs. 3, Art. 166, Art. 167 Abs. 1 und Art. 170 Abs. 1 IPRG; Art. 285 ff. SchKG.</strong><br>Anerkennung eines ausl&auml;ndischen Konkursdekrets f&uuml;r eine schweizerische Anfechtungsklage"}], "ScrapyJob": "446973/57/1618", "Zeit UTC": "04.12.2024 02:23:59", "Checksum": "43ff153691c7a94c1e6e1e346d408a1f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schaffhausen Obergericht 08.02.2021 (publiziert) 40/2001/9\nRegeste:\nNr. 40/2001/9 | <strong>Art. 29 Abs. 3, Art. 166, Art. 167 Abs. 1 und Art. 170 Abs. 1 IPRG; Art. 285 ff. SchKG.</strong><br>Anerkennung eines ausl&auml;ndischen Konkursdekrets f&uuml;r eine schweizerische Anfechtungsklage\n\nWaadt, Wallis, Neuenburg und Genf sowie Appenzell A.-R. einer- und dem\nKönigreiche Sachsen anderseits über gleichmässige Behandlung der gegenseitigen Staatsangehörigen in Konkursfällen vom 4./18. Februar 1837 (abgedruckt bei Hans Ulrich Walder [Hrsg.], SchKG, Schuldbetreibung und\nKonkurs, 14. A., Zürich 1997, Nr. 109b, S. 1042 ff.). Diese Übereinkunft enthalte keine Möglichkeit einer vorfrageweisen Überprüfung von ausländischen\nKonkurserkenntnissen.\nArt. 1 Abs. 2 IPRG behält völkerrechtliche Verträge vor. Dieser Vorbehalt gilt nach Sinn und Zweck nur insoweit, als in den fraglichen Verträgen\nSonderregelungen für das international-privatrechtliche Verhältnis getroffen\nwerden, die von den Bestimmungen des IPRG abweichen. Die Übereinkunft\nmit Sachsen statuiert jedoch nur das heute allgemein und als selbstverständlich geltende Prinzip der Gleichbehandlung der Gläubiger unbesehen ihrer\nStaatsangehörigkeit. Sie ist daher – ungeachtet dessen, ob sie heute formell\nnoch gültig sei oder nicht – letztlich gegenstandslos (Erich Bürgi, Konkursrechtliche Staatsverträge der Schweiz, insbesondere mit den ehemaligen Königreichen Württemberg und Bayern sowie mit Frankreich, BlSchK 1989,\nS. 84; Lucas David, In Vergessenheit geratene Staatsverträge, SJZ 1973,\nS. 85; Daniel Staehelin, Die Anerkennung ausländischer Konkurse und Nachlassverträge in der Schweiz [Art. 166 ff. IPRG], Basel und Frankfurt am Main\n1989, S. 4, Fn. 10). Insbesondere regelt sie auch nicht die gegenseitige Anerkennung der Konkurserkenntnisse der Vertragsstaaten. Insoweit sind daher\nauf jeden Fall die Bestimmungen des IPRG anwendbar.\nDie Ausführungen der Rekursgegnerin zur Gültigkeit der Übereinkunft\ngehen demnach an der Sache vorbei.\nc) Wer ein schutzwürdiges Interesse hat, kann grundsätzlich im Rahmen\neines Zivilverfahrens die Beachtlichkeit eines ausländischen Konkursdekrets\nvorfrageweise geltend machen (Art. 167 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 3 IPRG\nsowie die allgemeinen zivilprozessualen Grundsätze zur Beurteilung von Vorfragen; Berti, Art. 167 IPRG N. 10, S. 1251, mit überzeugender Widerlegung\nder gegenteiligen, noch nicht auf eine bestehende Praxis zum IPRG gestützten\nAuffassung von Staehelin, S. 12 f.; Bernard Dutoit, Droit international privé\nsuisse, Commentaire de la loi fédérale du 18 décembre 1987, Basel und\nFrankfurt am Main 1996, Art. 167 N. 1, S. 450).\nDies ist insbesondere auch dann möglich, wenn – wie hier – die ausländische Konkursverwaltung einzig eine Anfechtungsklage erhebt und sich das\nVermögen des Schuldners in der Schweiz auf die damit verlangten Werte beschränkt. Zwar setzt auch eine blosse (konkursrechtliche) Anfechtungsklage\ndie Anerkennung des ausländischen Konkursdekrets sowie die Eröffnung zumindest eines einfachen Mini-Verfahrens voraus, sollen doch in der Schweiz\n\n3\n2001\n\n"}