{"Signatur": "SH_OG_001", "Spider": "SH_OG", "Datum": "2021-02-02", "PDF": {"Datei": "SH_OG/SH_OG_001_40-2000-19_2021-02-02.pdf", "URL": "https://obergerichtsentscheide.sh.ch/CMS/get/file/3ef07ce4-37dd-4ba3-85dd-f3ed1cc7aee4", "Checksum": "faf323486413ad252b672c98a42fb46d"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["40/2000/19"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schaffhausen Obergericht 02.02.2021 (publiziert) 40/2000/19"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schaffhouse Obergericht 02.02.2021 (publié) 40/2000/19"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Sciaffusa Obergericht 02.02.2021 (pubblicato) 40/2000/19"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Schaffhausen Obergericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Schaffhouse Obergericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Sciaffusa Obergericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergerichtskanzlei"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Nr. 40/2000/19 | <strong>Art. 278 SchKG; Art. 354 Ziff. 5 lit. b und lit. c ZPO.</strong><br />\n<br />\nArrestbegehren; Rechtsmittel"}], "ScrapyJob": "446973/57/1618", "Zeit UTC": "04.12.2024 02:24:22", "Checksum": "b53d1d33ee26a47253075c797bb385af", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Schaffhausen Obergericht 02.02.2021 (publiziert) 40/2000/19\nRegeste:\nNr. 40/2000/19 | <strong>Art. 278 SchKG; Art. 354 Ziff. 5 lit. b und lit. c ZPO.</strong><br />\n<br />\nArrestbegehren; Rechtsmittel\n\n 2000\n\nArt. 278 SchKG; Art. 354 Ziff. 5 lit. b und lit. c ZPO. Arrestbegehren;\nRechtsmittel (Entscheid des Obergerichts Nr. 40/2000/19 vom 1. September\n2000 i.S. G.).\n\nSowohl gegen Entscheide, mit denen ein Arrestgesuch abgewiesen wurde, als auch gegen Einspracheentscheide nach Bewilligung eines Arrests ist\nder Rekurs zulässig.\n\nAus den Erwägungen:\n\n1.– Gegen Verfügungen im summarischen Verfahren – wozu auch Verfügungen über die Arrestbewilligung gehören (Art. 25 Ziff. 2 lit. a des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889 [SchKG,\nSR 281.1] i.V.m. Art. 291 Abs. 2 der Zivilprozessordnung für den Kanton\nSchaffhausen vom 3. September 1951 [ZPO, SHR 273.100]) – ist grundsätzlich der Rekurs zulässig (Art. 354 Ziff. 5 ZPO). Davon ausgenommen sind\njedoch unter anderem Verfügungen, mit denen über vorsorgliche Massnahmen vor Anhängigmachung eines Rechtsstreits entschieden wurde (Art. 354\nZiff. 5 lit. c ZPO). Der Einzelrichter hat in seiner Vernehmlassung die Frage\naufgeworfen, ob der Entscheid über einen Arrest – trotz der Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Verfügung – unter diese Ausnahmebestimmung\nfalle.\nDer Arrest ist eine vorsorgliche Vollstreckungsmassnahme (Walter A.\nStoffel in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz\nüber Schuldbetreibung und Konkurs, SchKG III, Basel/Genf/München 1998,\nArt. 272 N. 35, S. 2529). Er dient nicht der Erhaltung des bestehenden Zustands vor Anhängigmachung eines Rechtsstreits (Art. 297 Ziff. 2 ZPO), d.h.\nvor der unabdingbaren näheren Prüfung der Sach- und Rechtslage – insbesondere der Arrestvoraussetzungen als solcher – in einem ordentlichen Zivilprozess; nur ausnahmsweise hat der Gläubiger später allenfalls noch Klage\nauf Anerkennung seiner Forderung einzureichen (Art. 279 Abs. 2 SchKG in\nder seit 1. Januar 1997 geltenden Fassung vom 16. Dezember 1994). Schon\nvon daher gesehen fällt die Frage der Arrestbewilligung nicht unter Art. 354\nZiff. 5 lit. c ZPO.\nDie Zivilprozessordnung enthält im übrigen eine spezielle Aufzählung\nvon betreibungsrechtlichen Entscheiden, gegen welche der Rekurs nicht zulässig ist (Art. 354 Ziff. 5 lit. b ZPO). Diese Bestimmung sah in der ursprüng-\n\n1\n2000\n\nlichen Fassung eine entsprechende Ausnahme unter anderem für Verfügungen\nvor, mit denen ein Arrest bewilligt wurde (OS 18, S. 315), dies in Nachachtung des bis 31. Dezember 1996 geltenden aArt. 279 Abs. 1 SchKG. Gegen\nVerfügungen, mit denen ein Arrest nicht bewilligt wurde, war dagegen – entsprechend der Grundregel – der Rekurs möglich (vgl. zur Zulässigkeit einer\nsolchen Regelung BGE 119 III 92 E. 1 mit Hinweis). Bei der Einfügung von\nArt. 354 Ziff. 5 lit. c ZPO mit der Gesetzesänderung vom 21. August 1995 (in\nKraft seit 1. Januar 1996) blieb Art. 354 Ziff. 5 lit. b ZPO – und damit die\nRekursfähigkeit von Verfügungen, mit denen ein Arrest nicht bewilligt wurde\n– unangetastet. In der Folge wurde von Bundesrechts wegen die Einsprache\ngegen die Bewilligung eines Arrests sowie der Weiterzug des Einspracheentscheids an eine obere Gerichtsinstanz ermöglicht (Art. 278 Abs. 1 und Abs. 3\nSchKG in der seit 1. Januar 1997 geltenden Fassung vom 16. Dezember\n1994). Gestützt darauf wurde – durch Streichung der bisherigen Ausnahme –\ngegen Verfügungen, mit denen ein Arrest bewilligt wurde, neu der Rekurs\nzugelassen (vgl. Art. 354 Ziff. 5 lit. b ZPO in der seit 1. Januar 1997 geltenden Fassung vom 19. August 1996; Bericht und Antrag des Regierungsrats\nvom 12. März 1996 zur Einführung des revidierten Bundesgesetzes über\nSchuldbetreibung und Konkurs [Amtsdruckschrift 4256], S. 10). Gegen Entscheide über Arrestgesuche ist demnach der Rekurs heute in jedem Fall zulässig, wobei gegen die Ablehnung eines Arrestbegehrens nicht zunächst noch\ndie Einsprache zum Zuge kommt (Hans Reiser in: Staehelin/Bauer/ Staehelin\n[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs,\nSchKG III, Basel/Genf/München 1998, Art. 278 N. 7, S. 2574; vgl. auch Stoffel, Art. 272 N. 53, S. 2533).\n\n2\n"}