{"Signatur": "SG_VSG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2011-08-04", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2011-3_2011-08-04.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=4864&type=1563347022&cHash=e1f21d124bb5b7b5827a1203bd06ab52", "Checksum": "324e610a0878abf4e75f5a655090c0a5"}, "Scrapedate": "2026-05-12", "Scrapetime": "20:30:06", "Num": ["AHV 2011/3"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht 04.08.2011 AHV 2011/3"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht 04.08.2011 AHV 2011/3"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht 04.08.2011 AHV 2011/3"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 13 Abs. 1 und Art. 14a Abs. 2, Art. 14e der Verordnung (EWG) 1408/71 sowie Art. 4 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 AHVV. Ein nicht mehr aktiver deutscher Beamte ist für das gesamte in der Schweiz und Deutschland erzielte selbstständige Erwerbseinkommen in der Schweiz beitragspflichtig (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. August 2011, AHV 2011/3).\r\nBestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_728/2011.\r\n \r\nPräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner,\r\na.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen\r\n \r\nEntscheid vom 4. 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August 2011, AHV 2011/3).\r\nBestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_728/2011.\r\n \r\nPräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner,\r\na.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen\r\n \r\nEntscheid vom 4. August 2011\r\n \r\nin Sachen\r\n \r\nA.___,\r\nBeschwerdeführer,\r\n \r\ngegen\r\n \r\nSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,\r\nBeschwerdegegnerin,\r\n \r\nbetreffend\r\n \r\npersönliche Beiträge 2005 und 2006 (Beamte, Art. 14e VO 1408/71)\r\n \r\nSachverhalt:\n\n3.2 Soweit ersichtlich hatte die Rechtsprechung bislang die Frage nicht zu\nbeantworten, ob Art. 14e VO nur auf aktive Beamte Anwendung findet. In der\ndeutschsprachigen Literatur wird die Auffassung vertreten, dass ausschliesslich aktive\nBeamte den Adressatenkreis von Art. 14e VO bilden (Heinz-Dietrich Steinmeyer, in:\nMaximilian Fuchs [Hrsg.], Kommentar zum Europäischen Sozialrecht, 3. Auflage,\nBaden-Baden 2003, N 2 zu Art. 14e; \"Bei Beschäftigung in unterschiedlichem Status\n[…]\"; EURES interalp, Broschüre für Grenzgängerinnen und Grenzgänger\neinschliesslich Informationen zum selbstständigen Arbeiten über die Grenze für die\nbayerisch-österreichische Grenzregion, 2009, S. 41: \"Trifft eine selbstständige Tätigkeit\nin einem der beiden Staaten mit einer BeamtInnentätigkeit im anderen Staat\nzusammen, […]\"; KPMG, IES Newsletter, Februar 2010, S. 8: \"Diese Vorschrift ist nur\nauf aktive Beamte, nicht auf Pensionäre anzuwenden.\"). Auch die Deutsche\nRentenversicherung erteilt auf ihrer Internetseite \"Rechtliche Arbeitsanweisungen und\nGesetzestexte der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung sowie der\nDeutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See\" folgende Auskunft: \"Art. 14e\nVO regelt die Fälle einer gleichzeitigen Beschäftigung/Tätigkeit in einem oder mehreren\nMitgliedstaaten neben einer Beamtentätigkeit\" (Download unter: http://www.deutsche-\nrentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=EWGV1408-71ART14ER1.2). Dieser\nAuffassung ist zu folgen, zumal sie durch den Wortlaut der englischen Fassung\n(Art. 14e VO: \"A person who is simulaneously employed as a civil servant or a person\ntreated as such […]\") und der französischen Fassung (Art. 14sexies VO: \"Une personne\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 6/9\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nqui, simultanément, est employée comme fonctionnaire ou personnel assimilé […]\")\nbestätigt wird. Im Übrigen entspricht diese Auslegung auch dem Zweck der Art. 13 ff.\nVO, der in der Verhinderung von mit einer Doppelversicherung verbundenen doppelten\nBeitragsbelastung besteht (vgl. Steinmeyer, a.a.O., N 1 zu Art. 13). Bei pensionierten\nBeamten besteht zwangsläufig keine Gefahr einer doppelten Beitragsbelastung, da sie\nkeinen Beamtenlohn mehr erzielen, auf dem vom (ehemaligen) Dienstherrenstaat\nBeiträge erhoben werden. Dies wird durch die vom Beschwerdeführer eingereichte\nBezügemitteilung vom 1. August 2010 bestätigt. Aus der darin enthaltenen\nRentenberechnung lässt sich nicht entnehmen, dass auf den Rentenleistungen\nsozialversicherungsrechtliche Beiträge erhoben werden, die zusammen mit den von der\nBeschwerdegegnerin erhobenen Beiträgen zu einer Doppelbelastung führen könnten.\n\n3.3 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass seine Rentenbezüge aufgrund seiner\nselbstständigen Erwerbstätigkeit gekürzt würden (act. G 1, S. 4), vermag an dieser\nBetrachtungsweise nichts zu ändern. Denn der Beschwerdeführer verkennt bei seinem\nStandpunkt, dass die allfällige Kürzung seiner Rentenleistungen einzig der\nVerhinderung von Überentschädigungen dient und damit nicht im Zusammenhang mit\nder Beitragserhebung oder einer Versicherungspflicht steht.\n\n3.4 In Nachachtung von Art. 13 Abs. 1 und Art. 14a Abs. 2 VO sowie Art. 4 Abs. 1\nAHVG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und\nHinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101), wonach grundsätzlich das gesamte\nim In- und Ausland erzielte Bar- oder Naturaleinkommen aus einer selbstständigen\nErwerbstätigkeit zum beitragspflichtigen Erwerbseinkommen gehört, hat die\nBeschwerdegegnerin zu Recht das gesamte Erwerbseinkommen des\nBeschwerdeführers der Beitragspflicht in der Schweiz unterstellt.\n\n4.\n\nWas die Verfügung vom 20. Juli 2010 betreffend das Beitragsjahr 2005 anbelangt (act.\nG 4.12), so gilt es zu beachten, dass für diesen Zeitraum bereits eine in Rechtskraft\nerwachsene Verfügung besteht (Verfügung vom 20. März 2009, act. G 4.1-2). Die\nBeschwerdegegnerin hat bei ihrer Verfügung vom 20. Juli 2010 übersehen, dass\nformell rechtskräftig festgesetzte Beiträge nur dann zum Gegenstand einer neuen,\nanderslautenden Verwaltungsverfügung gemacht werden dürfen, wenn ein\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 7/9\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nRückkommenstitel vorliegt (Wiedererwägung oder prozessuale Revision). Zu prüfen ist\ndamit, ob ein Rückkommenstitel in Form der Wiedererwägung oder prozessualen\nRevision vorliegt. Die Beschwerdegegnerin legte weder im Verwaltungs- noch im\nBeschwerdeverfahren dar, auf welchen Rückkommenstitel sie die Verfügung vom\n20. Juli 2010 stützt.\n\n"}