{"Signatur": "SG_VSG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2010-12-15", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2010-9--KZL-2010_2010-12-15.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=5007&type=1563347022&cHash=356f93cd3914dc72d9730fd8a0419210", "Checksum": "cdc6209d07fbd7c387343c47f49a2bdb"}, "Scrapedate": "2026-05-12", "Scrapetime": "20:37:23", "Num": ["AHV 2010/9, KZL 2010/6"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht 15.12.2010 AHV 2010/9, KZL 2010/6"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht 15.12.2010 AHV 2010/9, KZL 2010/6"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht 15.12.2010 AHV 2010/9, KZL 2010/6"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 52 AHVG, Art. 47 lit. d aKZG: Schadenersatzverfahren. Haftung des geschäftsführenden Mehrheitsgesellschafters für entgangene bundesrechtliche und kantonalrechtliche Beiträge bejaht. Keine Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2010, AHV 2010/9 und KZL 2010/6)."}], "ScrapyJob": "446973/61/2140", "Zeit UTC": "12.05.2026 20:37:23", "Checksum": "952ae9524582b7dd777fbc13eb240b45", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Versicherungsgericht 15.12.2010 AHV 2010/9, KZL 2010/6\nRegeste:\nArt. 52 AHVG, Art. 47 lit. d aKZG: Schadenersatzverfahren. Haftung des geschäftsführenden Mehrheitsgesellschafters für entgangene bundesrechtliche und kantonalrechtliche Beiträge bejaht. Keine Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2010, AHV 2010/9 und KZL 2010/6).\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: AHV 2010/9, KZL 2010/6\nStelle: Versicherungsgericht\nRubrik: AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung\nPublikationsdatum: 06.09.2019\nEntscheiddatum: 15.12.2010\n\nEntscheid Versicherungsgericht, 15.12.2010\nArt. 52 AHVG, Art. 47 lit. d aKZG: Schadenersatzverfahren. Haftung des\ngeschäftsführenden Mehrheitsgesellschafters für entgangene\nbundesrechtliche und kantonalrechtliche Beiträge bejaht. Keine\nRechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe (Entscheid des\nVersicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2010, AHV\n2010/9 und KZL 2010/6).\n\nAbteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-\nStuderus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen\n\nEntscheid vom 15. Dezember 2010\n\nin Sachen\n\nM.___,\n\nBeschwerdeführer, Rekurrent, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus\nStadelmann, Marktstrasse 28, 8570 Weinfelden,\n\ngegen\n\nSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse und\nFamilienausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St.\nGallen,\n\nBeschwerdegegnerin, Vorinstanz,\n\nbetreffend\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nSchadenersatzforderung\n\nSachverhalt:\n\nA.\n\nA.a Die A.___ 2004 mit einem Stammkapital von Fr. 20'000.-- gegründet. Seit der\nGründung und bis September 2007 war M.___ als Gesellschafter und Geschäftsführer\nmit Einzelzeichnungsberechtigung mit einem Stammanteil von Fr. 19'000.-- im\nHandelsregister eingetragen (act. G 3.181 im Verfahren AHV 2010/9; bei den\nnachfolgend zitierten Akten handelt es sich um diejenigen des Verfahrens AHV 2010/9,\nsoweit nicht anders vermerkt). Am 10. Dezember 2004 wurde die Gesellschaft als\nbeitragspflichtige Arbeitgeberin bei der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen\nangemeldet (act. G 3.5).\n\nA.b Über die Gesellschaft wurde am November 2007 der Konkurs eröffnet (act.\nG 3.110). Mangels Aktiven wurde der Konkurs am Januar 2009 eingestellt (act.\nG 3.154). Nach zuvor eingeholter Stellungnahme verpflichtete die Ausgleichskasse\nM.___ mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 zur Bezahlung von Schadenersatz im\nBetrag von Fr. 121'196.20 (Fr. 112'314.-- für entgangene bundesrechtliche Beitrage\nsowie Fr. 8'882.20 für entgangene kantonalrechtliche Beiträge; act. G 3.177).\n\nB.\n\nDagegen erhob M.___ am 16. November 2009 Einsprache (act. G 3.178), welche die\nAusgleichskasse mit Entscheid vom 26. Februar 2010 abwies (act. G 3.185).\n\nC.\n\nC.a Gegen den Einspracheentscheid vom 26. Februar 2010 richtet sich betreffend den\nkantonalrechtlichen Teil der vorliegende Rekurs vom 15. März 2010. Der Rekurrent\nbeantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung.\nEventualiter sei die Schadenersatzforderung angemessen zu reduzieren.\nSubeventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz\nzurückzuweisen. Er bestreitet, dass die Haftungsregelung von Art. 52 AHVG auch\nbetreffend Beiträge für die Familienausgleichskasse nach kantonalem Recht\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/11\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nanwendbar sei. Denn es fehle die hierfür erforderliche hinreichend klare und eindeutige\nVerweisung. Ohnehin sei die Schadenersatzverfügung erst nach eingetretener\nVerjährung ergangen. Des Weiteren macht der Rekurrent geltend, dass er lediglich als\nStrohmann aufgetreten sei. Es treffe ihn kein grobfahrlässiges oder absichtliches\nVerschulden am eingetretenen Schaden. Vielmehr liege ein offensichtliches\nSelbstverschulden der Vorinstanz vor, da diese der Gesellschaft immer wieder\nZahlungsaufschübe gewährt habe, ohne beförderliche Vorkehren zur Eintreibung der\ngeschuldeten Beiträge getroffen zu haben. Hinzu komme, dass die Vorinstanz die\nAkontobeiträge nicht entsprechend der voraussichtlichen Lohnsumme angepasst habe\n(act. G 1 im Verfahren KZL 2010/6).\n\nC.b Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung vom 26. März 2010 die\nAbweisung des Rekurses. Die kantonalrechtliche Gesetzgebung enthalte bezüglich der\nArbeitgeberhaftung und Schadenersatzpflicht einen ausdrücklichen Verweis auf die\nAHV-Gesetzgebung. Die Schadenersatzforderung sei nicht verjährt. Die Gesellschaft\nhabe am 18. Januar 2005 eine Lohnsumme von Fr. 100'000.-- gemeldet. Mit der\nJahresabrechnung 2005 habe sie keine Anpassung der Lohnsumme trotz Hinweises in\nder Anleitung zur Jahresabrechnung verlangt. Die formellen Organe würden\nunabhängig von ihrer tatsächlichen Funktion und Einflussnahme auf die Willensbildung\nder Gesellschaft haften. Weder die Zeichnungsberechtigung noch der Grund für die\nMandatsübernahme würden eine Rolle für die Haftung spielen (act. G 3 im Verfahren\nKZL 2010/6).\n\nC.c Betreffend den bundesrechtlichen Teil der Schadenersatzforderung erhebt M.___\nam 31. März 2010 Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 26. Februar 2010.\nDeren Anträge und Begründung lauten im Wesentlichen gleich wie diejenige der\nRekurseingabe (act. G 1).\n\n"}