{"Signatur": "SG_VSG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2011-06-17", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2010-24-und-KZL-_2011-06-17.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=4865&type=1563347022&cHash=8ff9d0710c969759e8a37ce39a07a0e1", "Checksum": "9b1a81c8aa97c3eb5d45d14a78ad7af9"}, "Scrapedate": "2026-05-12", "Scrapetime": "20:31:23", "Num": ["AHV 2010/24 und KZL 2010/13"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht 17.06.2011 AHV 2010/24 und KZL 2010/13"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht 17.06.2011 AHV 2010/24 und KZL 2010/13"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht 17.06.2011 AHV 2010/24 und KZL 2010/13"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 52 AHVG, aArt. 47 lit. d KZG (in der bis 31. Dezember 2008 gültigen Fassung). Haftung des geschäftsführenden Gesellschafters für nicht geleistete bundes- und kantonalrechtliche Beiträge. Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2011, AHV 2010/24 und KZL 2010/13).\r\n \r\nAbteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen\r\n \r\nEntscheid vom 17. Juni 2011\r\n \r\nin Sachen\r\n \r\nA.___,\r\nBeschwerdeführer,\r\nRekurrent,\r\n \r\ngegen\r\n \r\nAHV-Ausgleichskasse Metzger, Wyttenbachstrasse 24, 3000 Bern 25,\r\nBeschwerdegegnerin, \r\nVorinstanz, \r\n \r\nbetreffend\r\n \r\nSchadenersatzforderung (i.S. A.___ in Konkurs)\r\n \r\nSachverhalt:"}], "ScrapyJob": "446973/61/2140", "Zeit UTC": "12.05.2026 20:31:23", "Checksum": "99813cff889754711d128579777f127d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Versicherungsgericht 17.06.2011 AHV 2010/24 und KZL 2010/13\nRegeste:\nArt. 52 AHVG, aArt. 47 lit. d KZG (in der bis 31. Dezember 2008 gültigen Fassung). Haftung des geschäftsführenden Gesellschafters für nicht geleistete bundes- und kantonalrechtliche Beiträge. Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2011, AHV 2010/24 und KZL 2010/13).\r\n \r\nAbteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen\r\n \r\nEntscheid vom 17. Juni 2011\r\n \r\nin Sachen\r\n \r\nA.___,\r\nBeschwerdeführer,\r\nRekurrent,\r\n \r\ngegen\r\n \r\nAHV-Ausgleichskasse Metzger, Wyttenbachstrasse 24, 3000 Bern 25,\r\nBeschwerdegegnerin, \r\nVorinstanz, \r\n \r\nbetreffend\r\n \r\nSchadenersatzforderung (i.S. A.___ in Konkurs)\r\n \r\nSachverhalt:\n\n4.1 Nach Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und\nHinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) hat ein Arbeitgeber, der durch\nabsichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der Ausgleichskasse\neinen Schaden verursacht, diesen zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische\nPerson, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe belangt\nwerden (BGE 123 V 15 E. 5b mit Hinweisen; bestätigt in BGE 129 V 11). Die Haftung\nnach Art. 52 AHVG stellt eine Spezialbestimmung des Verantwortlichkeitsrechts des\nBundes dar (BGE 129 V 12 E. 3.1). Gemäss aArt. 47 lit. d des Kinderzulagengesetzes\n(KZG; sGS 371.1, in der bis 31. Dezember 2008 gültigen, vorliegend anwendbaren\nFassung) wird Art. 52 AHVG auch für die Beiträge an die Familienausgleichskasse\nangewandt. Art. 52 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor.\nDamit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle\nHaftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein,\nder auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs\nzurückzuführen ist. Der Schadenersatzprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz (vgl.\nhierzu bezüglich das Verwaltungsverfahren Art. 43 ATSG und betreffend das Verfahren\nvor dem kantonalen Versicherungsgericht Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht, der besagt,\ndass die Verwaltung bzw. das kantonale Versicherungsgericht von Amtes wegen für die\nrichtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat.\nDer Untersuchungsgrundsatz gilt aber nicht uneingeschränkt, sondern wird durch die\nverschiedenen Mitwirkungspflichten der Parteien ergänzt.\n\n4.2 Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers bzw. des verantwortlichen Organs setzt\nzunächst den Eintritt eines Schadens bei der Ausgleichskasse voraus. Der Schaden\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 7/11\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nkann unbezahlt gebliebene paritätische AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge,\nVerwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Veranlagungs- und Betreibungskosten\nsowie Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (Thomas Nussbaumer, Das\nSchadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Aktuelle\nFragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 100).\n\n4.2.1 Die Beschwerdegegnerin macht Schadenersatz für bundes- und\nkantonalrechtliche Forderungen im Betrag von Fr. 73'260.-- geltend (act. G 6.2).\n\n4.2.2 Obschon im vorliegenden Verfahren der Untersuchungsgrundsatz gilt, wird dieser\ninsbesondere durch die Mitwirkungs- und Substanziierungspflicht der\nBeschwerdegegnerin und des in Anspruch genommenen Beschwerdeführers\nbeschränkt. Entsprechend ist es einerseits Sache der Beschwerdegegnerin, ihre\nSchadenersatzforderung soweit zu substanziieren, dass sie überprüft werden kann,\nwobei die wesentlichen Tatsachenbehauptungen in der Schadenersatzverfügung\nenthalten sein müssen. Die Beschwerdegegnerin muss in verständlicher Weise\ndarlegen, für welche Zeitspanne, in welcher Höhe und bezogen auf welche Person die\nentgangenen Beiträge geschuldet sind, und ob diese auf rechtskräftigen\nBeitragsverfügungen oder blossen Abrechnungen beruhen. Ausgangspunkt sind in der\nRegel die Lohnsummenmeldungen oder die durch eine Arbeitgeberkontrolle revidierten\nLohnbuchhaltungen. Ferner gehört zur Substanziierungspflicht grundsätzlich auch, den\neingeklagten Forderungsbetrag oder Teile davon zu belegen, also durch Einreichung\nvon Lohnabrechnungen, Nachzahlungs- oder Veranlagungsverfügungen die in der\nBeitragsübersicht enthaltenen Zahlungsvorgänge zu beweisen (vgl. Urteil des\nEidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche\nAbteilungen des Bundesgerichts] vom 10. Juli 2002, H 81/02, E. 4b mit Hinweis).\nZusammenfassend ist es demnach Sache der Ausgleichskasse, die\nSchadenersatzforderung soweit zu substanziieren, dass sie überprüft werden kann.\nAnderseits obliegt es im Bestreitungsfall dem Beklagten, substanziiert darzulegen,\nweshalb der von der Kasse ermittelte Schadensbetrag unzutreffend ist (Urteil des EVG\nvom 28. November 2000, H 139/99, E. 4a mit Hinweis auf ZAK 1991 S. 126 E. II/1b).\n\n4.2.3 In der Schadenersatzverfügung vom 25. Mai 2010 listete die\nBeschwerdegegnerin lediglich die einzelnen Schadensbetreffnisse (Beiträge AHV/IV/\nEO, Beiträge ALV, Verwaltungskostenbeiträge usw.) auf, ohne diese in zeitlicher und\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 8/11\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n"}