{"Signatur": "SG_VSG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2011-02-09", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2010-13_2011-02-09.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=4871&type=1563347022&cHash=de5f7811863958533ae756ecc5d1cc82", "Checksum": "8703180c34ac65cc2dc82b5adeb166b3"}, "Scrapedate": "2026-05-12", "Scrapetime": "20:35:49", "Num": ["AHV 2010/13"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht 09.02.2011 AHV 2010/13"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht 09.02.2011 AHV 2010/13"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht 09.02.2011 AHV 2010/13"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 5 Abs. 2 und 9 AHVG: Beitragsrechtliche Qualifikation von in einem Etablissements eingemieteten Prostituierten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Februar 2011, AHV 2010/13).\r\nBestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2011.\r\n \r\nVizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn\r\n \r\n \r\nEntscheid vom 9. Februar 2011\r\n \r\nin Sachen\r\n \r\nM.___,\r\nBeschwerdeführerin,\r\nvertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 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Februar 2011, AHV 2010/13).\r\nBestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2011.\r\n \r\nVizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn\r\n \r\n \r\nEntscheid vom 9. Februar 2011\r\n \r\nin Sachen\r\n \r\nM.___,\r\nBeschwerdeführerin,\r\nvertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nicole Nobs, AMG Rechtsanwälte, Kornhausstrasse 26, Postfach 12, 9001 St. Gallen,\r\n \r\ngegen\r\n \r\nSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,\r\nBeschwerdegegnerin,\r\n \r\nbetreffend\r\n \r\nLohnbeiträge 2007 und Verzugszinsen (Beitragsstatut)\r\n \r\nSachverhalt:\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: AHV 2010/13\nStelle: Versicherungsgericht\nRubrik: AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung\nPublikationsdatum: 23.08.2019\nEntscheiddatum: 09.02.2011\n\nEntscheid Versicherungsgericht, 09.02.2011\nArt. 5 Abs. 2 und 9 AHVG: Beitragsrechtliche Qualifikation von in einem\nEtablissements eingemieteten Prostituierten (Entscheid des\nVersicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Februar 2011, AHV\n2010/13). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2011.\nVizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen\nKarin Huber-Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn\nEntscheid vom 9. Februar 2011 in Sachen M.___, Beschwerdeführerin,\nvertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nicole Nobs, AMG Rechtsanwälte,\nKornhausstrasse 26, Postfach 12, 9001 St. Gallen, gegen\nSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des\nKantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,\nBeschwerdegegnerin, betreffend Lohnbeiträge 2007 und Verzugszinsen\n(Beitragsstatut) Sachverhalt:\n\nA.\n\nA.a Die M.___ ist bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA),\nAusgleichskasse des Kantons St. Gallen, als Wellness-, Unterhaltungs- und\nGastronomiebetrieb angemeldet und betreibt in A.___ und B.___ zwei Bordelle (act. G\n3.1/2 und 4). Am 17. Dezember 2008 führte die SVA bei ihr eine AHV-\nArbeitgeberkontrolle durch. Anlässlich dieser Kontrolle stellte der Revisor fest, dass die\nLohnsummen der in den beiden Etablissements arbeitenden Frauen für das Jahr 2007\nnicht abgerechnet worden seien, obwohl es sich bei der Arbeit um eine\nunselbstständige Tätigkeit handle. Die M.___ hätte somit als Arbeitgeberin die\nSozialversicherungsbeiträge zu erbringen (act. G 3.1/10 Beilage 7).\n\nA.b Mit Verfügung vom 19. Januar 2010 forderte die SVA von der M.___ für das Jahr\n2007, ausgehend von einer nicht abgerechneten Lohnsumme von Fr. 258'896.--,\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nBeiträge in der Höhe von Fr. 35'994.30 (inkl. Verwaltungskosten) nach (act. G 3.1/8).\nAusserdem verfügte die SVA am 21. Januar 2010 bei einem zinspflichtigen Betrag von\nFr. 35'994.30, einem Zinsenlauf vom 1. Januar 2008 bis 21. Januar 2010 und einem\nZinssatz von 5% einen Verzugszins von Fr. 3'704.40 (act. G 3.1/9).\n\nA.c Gegen diese beiden Verfügungen liess die M.___ durch ihre Rechtsvertreterin am\n19. Februar 2010 Einsprache erheben. Die in den Räumlichkeiten der M.___ im Jahr\n2007 tätigen Frauen seien in betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer\nHinsicht nicht von ihr abhängig gewesen und hätten ein eigenes Unternehmerrisiko\ngetragen, weshalb sie als Selbstständigerwerbende zu qualifizieren seien (act. G\n3.1/10).\n\nA.d Mit Einspracheentscheid vom 26. März 2010 wies die SVA die Einsprache ab.\nGemäss Dienstleistungsvereinbarung sei die M.___ für die Werbung der\nDienstleistungen besorgt und stelle eine umfassende personelle und für die Ausübung\nder Prostitution dienende Infrastruktur zur Verfügung. Zutreffend sei, dass die\nProstituierten das Geld selbst bei den Freiern einkassieren und damit nebst ihrem\nLebensunterhalt den Mietzins und die Kosten für Dienstleistungen der M.___ bezahlen\nmüssten. Die Prostituierten würden jedoch kein spezifisches Unternehmerrisiko tragen,\nweil sie für ihre sexuellen Dienstleistungen keinen Kapitalbetrag einsetzen oder\nwesentliche Investitionen vornehmen würden. Die betrieblichen Investitionen würden\nausschliesslich von der M.___ getätigt, was eindeutig für eine unselbstständige\nErwerbstätigkeit der Prostituierten spreche. Dem Umstand, dass diese keinen\nWeisungen unterliegen würden, komme keine entscheidende Bedeutung zu. Die\nProstituierten würden, abgesehen vom schlichten Ausbleiben der Einnahmen, auch\nkein Verlustrisiko tragen. Zudem hätten sie selbst keine Angestellten und würden keine\neigenen Geschäftsräumlichkeiten besitzen. Aus der Zimmermiete und den Kosten für\ndie Dienstleistungen der M.___ von mindestens Fr. 110.-- je Tag, mithin von monatlich\nüber Fr. 3'000.--, ergäbe sich für die Prostituierten auch eine gewisse\nbetriebswirtschaftliche und arbeitsorganisatorische Abhängigkeit. Ein Anspruch auf\nGleichbehandlung im Unrecht könne vorliegend zum Vorneherein nicht erfolgreich\ngeltend gemacht werden, weil die Einsprecherin sich lediglich auf einen angeblich\nvergleichbaren Fall berufe, bei welchem keine Beiträge erhoben würden. Auch der\nVertrauensschutz könne vorliegend nicht geltend gemacht werden, da die\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/11\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nBeschwerdeführerin nicht nachweisen könne, dass der Sachbearbeiter der SVA am 8.\nMai 2006 telefonisch eine Beitragspflicht verneint habe (act. G 3.1/11).\n\nB.\n\n"}