{"Signatur": "SG_VSG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2008-03-12", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_VSG_001_AHV-2007-8--KZL-2007_2008-03-12.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=9932&type=1563347022&cHash=2734dcdb5f170e6de60569610d894d9d", "Checksum": "7fe3889d68ade0595cace5aa4c5a2f85"}, "Scrapedate": "2026-05-12", "Scrapetime": "21:07:33", "Num": ["AHV 2007/8, KZL 2007/9"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht 12.03.2008 AHV 2007/8, KZL 2007/9"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht 12.03.2008 AHV 2007/8, KZL 2007/9"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht 12.03.2008 AHV 2007/8, KZL 2007/9"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Versicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AHV - Alters- und Hinterlassenenversicherung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 52 AHVG, Art. 47 lit. d KZG, Schadenersatzverfahren. Haftung der Verwaltungsräte einer konkursiten AG für entgangene AHV-, IV-, EO-, ALV- und KZL-Beiträge (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. März 2008, AHV 2007/8 und KZL 2007/9)."}], "ScrapyJob": "446973/61/2140", "Zeit UTC": "12.05.2026 21:07:33", "Checksum": "de129fe53daae681c98df63594c07541", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Versicherungsgericht 12.03.2008 AHV 2007/8, KZL 2007/9\nRegeste:\nArt. 52 AHVG, Art. 47 lit. d KZG, Schadenersatzverfahren. Haftung der Verwaltungsräte einer konkursiten AG für entgangene AHV-, IV-, EO-, ALV- und KZL-Beiträge (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. März 2008, AHV 2007/8 und KZL 2007/9).\n\n7.2.2 Im Schadenersatzverfahren kann die Schadenersatzforderung, die auf\neiner rechtskräftigen Nachzahlungsverfügung beruht, in masslicher Hinsicht nur\nüberprüft werden, wenn Anhaltspunkte für eine zweifellose Unrichtigkeit der durch die\nNachzahlungsverfügung festgesetzten Beiträge bestehen. Die Organe der\nbeitragspflichtigen Arbeitgeberin haben sich im Schadenersatzverfahren eine vor\nKonkurseröffnung eröffnete Nachzahlungsverfügung entgegenhalten zu lassen, auch\nwenn die Verfügung den belangten Organen nicht persönlich eröffnet wurde. Wurden\ndie Nachzahlungsverfügungen jedoch erst nach Konkurseröffnung erlassen, hat das\nGericht die Schadenersatzforderung in masslicher Hinsicht zu prüfen, da die\nGesellschaftsorgane zur Anfechtung der Verfügung gar nicht mehr berechtigt waren.\nDass die Konkursverwaltung von der ihr zustehenden Anfechtungsbefugnis keinen\nGebrauch machte, darf den Gesellschaftsorganen nicht zum Nachteil gereichen, weil\nder hohen Wahrscheinlichkeit Rechnung zu tragen ist, dass die Konkursverwaltung aus\nsachfremden Motiven untätig blieb (Ueli Kieser, Rechtsprechung zur AHV, Art. 52 Rz.\n49 mit Hinweisen).\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 10/21\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n7.2.3 Die Beschwerdegegnerin macht Schadenersatz für entgangene\nbundesrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 27'948.60 und entgangene\nkantonalrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 3'621.00, total somit Fr. 31'569.60 geltend\n(vgl. act. G 3 S. 2). Dabei ist unbestritten, dass es in zeitlicher Hinsicht hauptsächlich\num offen gebliebene Beiträge aus dem Jahr 2005 geht. Einzig die\nNachzahlungsverfügung vom 25. Oktober 2005 aus der Arbeitgeberrevision vom 6.\nOktober 2005 umfasst nicht abgerechnete Beiträge aus den Jahren 2002 bis 2004 (AKact. 4).\n\n7.2.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die\nSchadensbemessung bei nach dem Pauschalverfahren abrechnenden Arbeitgebern\nnicht auf die effektiv geschuldeten Beiträge, sondern auf die in Rechnung gestellten\nAkontozahlungen abzustellen, solange diese nicht höher sind als der der\nAugleichskasse insgesamt entstandene Schaden (AHI 2002 S. 54 f.). Für den\nvorliegenden Fall bedeutet dies, dass die Akontozahlungen und nicht die\nBeitragszahlungen aufgrund der Lohnsummenmeldung als Schaden gelten, da die\nBeschwerdeführer die Erfüllung dieser Akontozahlungen hätten gewährleisten müssen\nund diese den Gesamtschaden der Beschwerdegegnerin nicht übersteigen. Zeitliche\nGrenze des zu berücksichtigenden Schadens bildet grundsätzlich die\nKonkurseröffnung am 21. September 2005, da ab diesem Zeitpunkt die\nBeschwerdeführer ihre formellen Befugnisse als Verwaltungsräte verloren. Allerdings\nhat die Gesellschaft bereits ab August 2005 keine Löhne mehr bezahlt, weshalb ab\ndiesem Zeitpunkt auch keine gesetzlichen Beitragspflichten verletzt werden konnten.\nEs sind daher im Jahr 2005 als ausstehende Beiträge einzig die Akontorechnungen\nJanuar bis Juli 2005 in der Schadensberechnung zu berücksichtigen, wie die\nBeschwerdeführer in der Stellungnahme vom 18. Februar 2008 zu Recht vorbringen.\nAllerdings kann dies im Ergebnis nicht zu einer geringeren Schadensberechnung\nführen, weil die Beschwerdegegnerin ohnehin nur offene Beiträge auf dem realisierten\nLohn im Jahr 2005 als Schadenersatz geltend macht. Rechtsprechungsgemäss\nebenfalls als Schaden zu berücksichtigen sind die ausstehenden Beiträge aus der\nArbeitgeberrevision der Jahre 2002 bis 2004, da die Beschwerdeführer diesbezüglich\nihre Abrechnungspflicht verletzt haben. Die ausgewiesenen Mahn-, Veranlagungs- und\nInkassokosten (AK-act. 3, AK-act. 22, AK-act. 40-42) sowie Verzugszinsen auf den\nAkontorechnungen bis Juli 2005 sind bis zur Konkurseröffnung am 21. September\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/21\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n2005 als Folgekosten ebenfalls als Schaden zu berücksichtigen. Auf der anderen Seite\nsind Gutschriften bis zur Konkurseröffnung in Abzug zu bringen.\n\nAnhand des Kontoauszuges (AK-act. 22) sind demnach folgende Beträge als\nSchadenspositionen und Gutschriften anzurechnen:\n\n– Nach oben\n\n– Zurück\n\nDatum BundkantonalNebenkostenTotal\n\n05.01.2005Mahnung SFr. 40.00SFr. 40.00\n\n11.01.2005FAK Rückforderung 04 SFr. 1'020.00 SFr. 1'020.00\n\n17.01.2005Akontobeiträge Jan 05SFr. 13'428.15SFr. 2'405.35 SFr. 15'833.50\n\n17.01.2005FAK Leistung Jan 05 SFr. -1'460.00 SFr. -1'460.00\n\n27.01.2005Verzugszins Nov. 04 SFr. 91.30SFr. 91.30\n\n10.02.2005FAK-Leistung Feb 05 SFr. -1'460.00 SFr. -1'460.00\n\n11.02.2005Akontobeiträge Feb 05SFr. 13'428.15SFr. 2'405.35 SFr. 15'833.50\n\n02.03.2005Mahnung SFr. 40.00SFr. 40.00\n\n11.03.2005FAK-Leistung März 05 SFr. -1'460.00 SFr. -1'460.00\n\n15.03.2005Akontobeiträge März 05SFr. 13'428.15SFr. 2'405.35 SFr. 15'833.50\n\n31.03.2005Mahnung SFr. 40.00SFr. 40.00\n\n07.04.2005Verzugszins Jan. 05 SFr. 135.45SFr. 135.45\n\n12.04.2005FAK-Leistung April 05 SFr. -1'460.00 SFr. -1'460.00\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 12/21\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n13.04.2005Akontobeiträge April 05SFr. 13'428.15SFr. 2'405.35 SFr. 15'833.50\n\n13.04.2005Verzugszins Jan. 05 SFr. 8.85SFr. 8.85\n\n13.04.2005Zahlungsbefehl SFr. 100.00SFr. 100.00\n\n21.04.2005Verzugszins Feb. 05 SFr. 102.50SFr. 102.50\n\n28.04.2005Zahlungsbefehl SFr. 100.00SFr. 100.00\n\n29.04.2005Veranlagungskosten SFr. 60.00SFr. 60.00\n\n09.05.2005Verzugszins Feb. 05 SFr. 36.10SFr. 36.10\n\n11.05.2005Mahnung SFr. 40.00SFr. 40.00\n\n"}