{"Signatur": "SG_VGN_001", "Spider": "SG_Publikationen", "Datum": "2020-08-13", "PDF": {"Datei": "SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2019-170_2020-08-13.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte-detail?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=9588&type=1563347022&cHash=294ed33483668636b25927f8b399440d", "Checksum": "e6dbb61a6bbe42b914b47d347408b6a0"}, "Scrapedate": "2024-05-27", "Num": ["B 2019/170"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht "}], "ScrapyJob": "446973/74/22", "Zeit UTC": "27.05.2024 03:37:34", "Checksum": "b30273ec65009f8cdf2baeeae6feea93", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170\n\nin Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 lit. a und Anhang 4 Ziff. 111 und 211 GSchV) liegt, ist\nim kantonalen Inventar über Wasserversorgungsanlagen, Grundwasservorkommen und\nQuellen, die sich für die Trinkwasserversorgung in Notlagen eignen (Art. 8 Abs. 1\nSatz 1 VTN), eingetragen (vgl. dazu Wasserrechts- und Grundwasserverzeichnis des\nKantons St. Gallen, www.geoportal.ch). Damit wurde die planerische Grundlage\ngeschaffen, um diese Quellfassung in Notlagen vorübergehend als Notbrunnen für die\nöffentliche Wasserversorgung nutzen zu können (vgl. dazu Art. 29 und Art. 57\nAbs. 1 des Bundesgesetzes über die wirtschaftliche Landesversorgung,\nLandesversorgungsgesetz; SR 531, LVG, in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 und\nArt. 8 VTN, und B. Iten, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], a.a.O., N 12 f. zu\nArt. 58 GSchG, siehe auch BUWAL, Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 17,\nErläuterungen zur Verordnung über die Trinkwasserversorgung, Bern 1995, S. 5 f.,\nKoordinationsblatt VII des kantonalen Richtplans, Wasserversorgungsanlagen, Stand\nOktober 2005, S. 1 f., und Erläuternder Bericht des Eidgenössischen Departements für\nWirtschaft, Bildung und Forschung WBF zur Verordnung über die Sicherstellung der\nTrinkwasserversorgung in schweren Mangellagen [VTM] vom 15. Mai 2019, S. 5 f.,\nwww.admin.ch, siehe dazu auch Art. 6 Abs. 1 Ingress und lit. d der Verordnung über\nden Schutz von Informationen des Bundes, Informationsschutzverordnung;\nSR 510.411, ISchV). Allein aufgrund dieser planerischen Festlegung muss das Wasser\nder fraglichen Quelle allerdings die Anforderungen an die Trinkwasserqualität (Art. 3\nAbs. 1 f. in Verbindung mit Anhängen 1 bis 3 TBDV) nicht erfüllen, was nach dem\nGesagten aber gerade die Voraussetzung für die Annahme eines öffentlichen\nInteresses wäre. Folglich kann aus diesem Grund noch nicht auf ein öffentliches\nInteresse im Sinne von Art. 20 Abs. 1 GSchG geschlossen werden. Daran ändert auch\nnichts, dass die Regierung den N.__ mit Beschluss vom 31. März 1987 (act. 12/11/4)\ndas Recht eingeräumt hat, das Wasser dieser Quelle in Notsituationen via die\nQuellfassungsanlage Nr. 21 auf Parzelle Nr. 0000__ gemäss Grundbucheintrag\nvorübergehend – für die öffentliche Wasserversorgung – zu nutzen (vgl. dazu Art. 9\nAbs. 1 Ziff. 2 und Art. 13 Abs. 1 Ziff. 2 und Abs. 3 GNG, siehe auch Art. 664 ZGB und\nRey/Strebel, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II,\n6. Aufl. 2019, N 28 und 32 ff. zu Art. 664 und N 17 ff. zu Art. 704).\n\nAusser Frage steht weiter, dass die N.__ gestützt auf das ihnen am 23. Mai 1997\neingeräumte Quellenrecht (act. 12/7/23) zulasten des Beschwerdeführers als\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nEigentümer der Parzelle Nr. 0001__ in beschränktem Umfang dinglich berechtigt sind,\nsich das Quellwasser bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001__ anzueignen und über die\nQuellfassungsanlage Nr. 21 (Quelle Nr. 0024__) auf Parzelle Nr. 0000__ abzuleiten.\nNicht ersichtlich ist und wird vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet, dass die\nN.__ dieses Quellwasser gemäss ihrem Leistungsauftrag (vgl. dazu Art. 2 Abs. 1 und\nArt. 3 Abs. 1 der Statuten der N.__, www. … .ch) – etwa via das Stufenpumpwerk mit\nReservoir Y.__ – in die öffentliche Wasserversorgung einspeisen würden. Auch trifft die\nN.__ im Verhältnis zu den Grundeigentümern im Weiler X.__ diesbezüglich keine\nErschliessungspflicht (vgl. dazu Art. 4 des Reglements für die Abgabe von Trinkwasser\nder Stadtrat A.__, www. …). Der Weiler X.__ liegt im Korporationsgebiet der\nWasserkorporation B.__ (vgl. Art. 5 Abs. 1 Ingress und lit. a sowie Art. 6 in Verbindung\nmit Anhang 1 der Korporationsordnung der Wasserkorporation B.__, www. … .ch). Aus\ndem vom Beschwerdeführer auszugsweise eingereichten Entscheid des\nKantonsgerichts vom 17. September 2015 (act. 9/3) lässt sich indessen schliessen,\ndass die N.__ das fragliche Quellwasser – im Rahmen eines privatrechtlich\nbeherrschten Rechtsverhältnisses – an R.__ dauerhaft als Trinkwasser abgeben,\nobgleich dies dem Beschluss der Regierung vom 31. März 1987 (act. 12/11/4) insofern\nzuwiderläuft, als damit den N.__ lediglich das Recht eingeräumt wurde, das\nQuellwasser in Notsituationen vorübergehend zu nutzen. Gemäss den im Merkblatt\ngenannten Kriterien ist deshalb grundsätzlich von einer Trinkwasserabgabe an Dritte\nauszugehen. Dies umso mehr, als das Grundwasservorkommen im Gebiet X.__, wie\nzuvor ausgeführt, als öffentlich erklärt wurde (vgl. Beschluss der Regierung vom\n31. März 1987, act. 12/11/4) und R.__ als Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0000__ die\nQuellfassungsanlage Nr. 21 resp. die Quelle Nr. 0024__ auf seinem Grundstück\ndeshalb nicht als Privateigentümer nutzen kann (siehe dazu aber auch Art. 7 GNG).\nHinzu kommt, dass das fragliche Quellwasser einen (Lauf-) Brunnen gegenüber dem\nGebäude Assek.-Nr. 0023__ auf Parzelle Nr. 0000__ alimentiert (vgl. Planbeilage zum\nGrundbuchbeleg Nr. … vom 23. Mai 1997, act. 12/7/23), welcher an einem\nGemeindeweg erster Klasse (F.__-G.__) resp. an einem Wanderweg von kantonaler\nBedeutung (www.geoportal.ch) liegt. Unter diesen Umständen wäre vorliegend ein\nöffentliches Interesse im Sinne von Art. 20 Abs. 1 GSchG zu bejahen. Die N.__ haben\naber in Aussicht gestellt (vgl. act. 12/26 lit. A/2), diese Trinkwasserabgabe an Dritte\naufzuheben und das Quellwasser künftig nurmehr als Brauchwasser zu nutzen (vgl.\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n"}