{"Signatur": "SG_VGN_001", "Spider": "SG_Publikationen", "Datum": "2020-08-13", "PDF": {"Datei": "SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2019-170_2020-08-13.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte-detail?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=9588&type=1563347022&cHash=294ed33483668636b25927f8b399440d", "Checksum": "e6dbb61a6bbe42b914b47d347408b6a0"}, "Scrapedate": "2024-05-27", "Num": ["B 2019/170"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht "}], "ScrapyJob": "446973/74/22", "Zeit UTC": "27.05.2024 03:37:34", "Checksum": "b30273ec65009f8cdf2baeeae6feea93", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2019/170\n\nKanton St. Gallen die Gemeinden für die im öffentlichen Interesse liegenden\nGrundwasserfassungen und -anreicherungsanlagen Grundwasserschutzzonen\nauszuscheiden, um Trinkwassergewinnungsanlagen und das Grundwasser unmittelbar\nvor seiner Nutzung als Trinkwasser vor Beeinträchtigungen zu schützen (vgl. dazu\nVerwGE B 2019/141 vom 19. April 2020 E. 2.1, VerwGE B 2017/184 vom\n13. Dezember 2018 E. 2.1 und VerwGE B 2017/185 vom 13. Dezember 2018 E. 2.1 je\nmit Hinweisen und Wegleitung Grundwasserschutz des Bundesamtes für Umwelt\n[BAFU], ehemals: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL], Bern 2004,\nFassung vom 14. August 2012 [nachfolgend: Wegleitung], S. 39, www.bafu.admin.ch).\nDie Grundwasserschutzzonen bilden zusammen mit den Gewässerschutzbereichen\n(Art. 19 GSchG) und den Grundwasserschutzarealen (Art. 21 GSchG) das im\nBundesrecht vorgesehene planerische Instrumentarium für den qualitativen\nGewässerschutz (Art. 6 bis Art. 28 GSchG). Der planerische Schutz der Gewässer wird\nin Art. 29 GSchV in Verbindung mit Anhang 4 GSchV näher umschrieben. Die\nGrundwasserschutzzonen bestehen aus dem Fassungsbereich (Zone S1), der engeren\nSchutzzone (Zone S2) und der weiteren Schutzzone (Zone S3; vgl. Ziff. 12\nAnhang 4 GSchV, BGer 1C_74/2019 vom 18. November 2019 E. 2.1 f.,\nBGer 1C_456/2016 vom 30. Mai 2017 E. 2.3, in: URP 2018, S. 264 ff., und\nBGer 1C_522/2014 vom 18. März 2015 E. 3 mit Hinweisen, in: URP 2015, S. 254 ff.).\nDer Gesetz- und Verordnungsgeber äussert sich nicht zur Frage, unter welchen\nVoraussetzungen Grundwasserfassungen im öffentlichen Interesse liegen (siehe dazu\nauch Botschaft des Bundesrates vom 26. August 1970, BBl 1970 II 425 ff., 461 f.).\nGemäss der Wegleitung (S. 39) liegen neben den Grundwasseranreicherungsanlagen\nalle Grundwasserfassungen im öffentlichen Interesse, deren Wasser den\nAnforderungen der Lebensmittelgesetzgebung entspricht bzw. entsprechen muss.\nDieser Auslegung folgend wäre alles Trinkwasser umfasst, das nicht ausschliesslich\ndem Eigengebrauch dient (vgl. Art. 2 Abs. 4 lit. a des Bundesgesetzes über\nLebensmittel und Gebrauchsgegenstände, Lebensmittelgesetz; SR 817.0, LMG).\nUnbestrittenermassen unterstehen der öffentlichen Wasserversorgung dienende\nFassungen grundsätzlich der Lebensmittelgesetzgebung, und bei diesen Fassungen ist\ndas öffentliche Interesse auch offensichtlich gegeben. Hinsichtlich privater Fassungen\nwiederum gibt die sehr weitgehende Definition des öffentlichen Interesses gemäss\nWegleitung immer wieder Anlass zu Diskussionen. Dagegen wird argumentiert, dass\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nnicht um jede Fassung eines Milchbauern Schutzzonen ausgeschieden werden\nkönnten. Neben dem Verwendungszweck des Trinkwassers müssten vielmehr auch Art\nund Grösse des Benutzerkreises berücksichtigt werden. Private Fassungen sollten nur\ndann geschützt werden, wenn sie die gleichen Aufgaben wie öffentliche\nWasserversorgungen erfüllten, namentlich bspw. die Versorgung eines\nGastwirtschaftsbetriebs, eines Heims oder eines Sanatoriums. Sie müssten also\nmehrere Haushaltungen oder einen grösseren Benutzerkreis bedienen (vgl. dazu\nBrunner, a.a.O., N 15 zu Art. 20 GSchG, und derselbe, Grundwasserschutzzonen nach\neidgenössischen und zugerischem Recht unter Einschluss der Entschädigungsfrage,\nZürich 1997, S. 47 ff.). Dieser Argumentation ist namentlich das Verwaltungsgericht\nZürich in konstanter Rechtsprechung gefolgt (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts\nZürich VB.2015.00631 bis VB.2015.00633 je vom 9. Juni 2016 je E. 4.2.1 mit\nHinweisen, VB.2009.00406 vom 19. November 2009 E. 4.2.1 mit Hinweisen, in:\nURP 2010, S. 521 ff., und VB.2001.00194 vom 7. Februar 2002 E. 3b und 3c mit\nHinweisen, in: URP 2002, S. 458 ff., und ZBl 104/2003, S. 106 ff., siehe dazu auch die\nAuswertung der Rechtsprechung in URP 2013, S. 228 f.). Gemäss AFU liegen im\nKanton St. Gallen alle Fassungen im öffentlichen Interesse, die für die Speisung einer\nkommunalen Wasserversorgungsanlage genutzt werden, die Lebensmittelbetriebe\nversorgen (z.B. Käsereien, Brauereien, Hotels, Restaurationsbetriebe), deren Wasser an\nDritte (z.B. an Mieter oder Pächter) abgegeben wird oder die nicht nur von den\n(Mit-)Eigentümern der Quelle genutzt werden (vgl. Merkblatt AFU 207, Abklärung der\nSchutzzonenpflicht, Stand: 3. April 2019 [nachstehend: Merkblatt], www.sg.ch). Das\nVerwaltungsgericht seinerseits ist bei seiner Rechtsprechung weder an die Vorgaben\ndes Merkblatts noch an diejenigen der Wegleitung als vollzugslenkende\nVerwaltungsverordnungen gebunden. Gleichwohl weicht es in der Regel nicht von\nsolchen Verwaltungsverordnungen ab, sofern deren generell-abstrakter Gehalt eine\ndem individuell-konkreten Fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der\nmassgebenden Rechtssätze zulässt, welche diese überzeugend konkretisiert (vgl.\nVerwGE B 2015/19 vom 26. April 2018 E. 11.1, S. 16 f., mit Hinweisen).\n\n4.2.\nDie Quelle Nr. 0024__ auf Parzelle Nr. 0000__, welche bei Punkt 30 auf Parzelle\nNr. 0001__ gefasst wird (vgl. Planbeilage zum Grundbuchbeleg Nr. … vom\n23. Mai 1997, act. 12/7/23) und im Gewässerschutzbereich Au (vgl. dazu Art. 19 GSchG\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n"}