{"Signatur": "SG_VGN_001", "Spider": "SG_Publikationen", "Datum": "2020-05-18", "PDF": {"Datei": "SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2019-112_2020-05-18.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte-detail?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=8234&type=1563347022&cHash=e82cdf3eea4d87b0086a36cd67fafb24", "Checksum": "57dd0614f46d518bc5478574b354809e"}, "Scrapedate": "2024-05-27", "Num": ["B 2019/112"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht 18.05.2020 B 2019/112"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht 18.05.2020 B 2019/112"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht 18.05.2020 B 2019/112"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht "}], "ScrapyJob": "446973/74/22", "Zeit UTC": "27.05.2024 03:57:22", "Checksum": "7379fb354e22a231b1bd177778d7247e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Verwaltungsgericht 18.05.2020 B 2019/112\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: B 2019/112\nStelle: Verwaltungsgericht\nRubrik: Verwaltungsgericht\nPublikationsdatum: 04.06.2020\nEntscheiddatum: 18.05.2020\n\nEntscheid Verwaltungsgericht, 18.05.2020\nVerbandsklage nach Gleichstellungsgesetz; Art. 8 Abs. 3 BV; Art. 3, Art. 6,\nArt. 7 Abs. 1 GlG. Passivlegitimation des Kantons und Zulässigkeit einer\nFeststellungsklage im vorinstanzlichen Klageverfahren. Die kantonale\nRegelung über den Berufsauftrag für Lehrpersonen diskriminiert die\nKindergartenlehrpersonen, weil sie keine differenzierte Regelung bzw.\nEntlöhnung der Pausenaufsicht vorsieht und der Beklagte den Beweis, dass\ndie Regelung diskriminierungsfrei umgesetzt werden kann, nicht erbracht\nhat (Verwaltungsgericht, B 2019/112).\n\nEntscheid vom 18. Mai 2020\n\nBesetzung\n\nPräsident Zürn; Vizepräsident Eugster, Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter\nZogg und Engeler; Gerichtsschreiberin Blanc Gähwiler\n\nVerfahrensbeteiligte\n\nBildungsdepartement des Kantons St. Gallen, Davidstrasse 31, 9001 St. Gallen,\n\nBeschwerdeführer,\n\ngegen\n\nVerwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28,\n9001 St. Gallen,\n\nVorinstanz,\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/13\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nund\n\nKantonaler Lehrerinnen- und Lehrerverband St. Gallen, Zürcherstrasse 204c,\n9014 St. Gallen,\n\nBeschwerdegegner,\n\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Severin Bischof, Degginger Bischof Zlabinger,\nSt. Leonhard-Strasse 20, Postfach 123, 9001 St. Gallen,\n\nGegenstand\n\nVerbandsklage nach Gleichstellungsgesetz\n\nDas Verwaltungsgericht stellt fest:\n\nA.\nDer Kantonsrat beauftragte in der Novembersession 2012 die Regierung, eine\nGesetzesvorlage für einen grundlegend erneuerten Berufsauftrag für die Lehrpersonen\nder Volksschule vorzubereiten. Masseinheit des Berufsauftrags sollte nicht mehr das\nwöchentliche Unterrichtspensum in Lektionen, sondern die Jahresarbeitszeit sein.\nEntsprechend sollte der Beschäftigungsgrad in Prozenten bemessen und mit dem\nneuen Berufsauftrag eine schlüssige Lohnordnung verbunden werden. Die Regierung\nerfüllte den parlamentarischen Auftrag mit dem XVI. Nachtrag zum Volksschulgesetz,\nder Verordnung zum Personalrecht der Volksschul-Lehrpersonen und dem Gesetz über\nden Lohn der Volksschul-Lehrpersonen (Vollzugsbeginn jeweils 1. August 2015). Die\nBerufstätigkeit der Lehrpersonen gliedert sich seither in vier Arbeitsfelder: das\nArbeitsfeld Unterricht (Kernauftrag) und die drei Arbeitsfelder Schülerinnen und\nSchüler, Schule sowie Lehrperson (erweiterter Auftrag). Die vier Arbeitsfelder werden\ndabei jeweils in Prozenten der Jahresarbeitszeit gewichtet (vgl. zum Ganzen Botschaft\nzum XVI. Nachtrag zum Volksschulgesetz, in: ABl 2014 127 ff., S. 128 f.). Am\n12. November 2014 erliess der Erziehungsrat das Reglement über den Berufsauftrag\nder Volksschul-Lehrpersonen (abrufbar unter: www.sg.ch/bildung-sport/volksschule/\nrahmenbedingungen/rechtliche-grundlagen/weisungen-und-reglemente; nachfolgend:\nReglement).\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/13\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nB.\nAm 8. Juli 2017 gelangte der Kantonale Lehrerinnen- und Lehrerverband St. Gallen\n(KLV) mit einem Schlichtungsbegehren betreffend Verbandsklage nach dem\nGleichstellungsgesetz gegen den Kanton St. Gallen, Bildungsdepartement, an die\nSchlichtungsstelle in Personalsachen. Er beantragte, es sei festzustellen, dass die\nkantonalen Arbeitszeitregelungen für Lehrpersonen – indem sie keine differenzierte\nEntlöhnung der Pausenaufsicht vorsehen – die Kindergartenlehrpersonen\ndiskriminieren im Sinn von Art. 3 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau\nund Mann (SR 151.1, Gleichstellungsgesetz, GlG) sowie Art. 8 Abs. 3 der\nBundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV). Nachdem\nam 30. August 2017 eine Schlichtungsverhandlung durchgeführt worden war, stellte\ndie Schlichtungsstelle am 25. September 2017 die Nichteinigung fest (act. 9/2/4). Mit\nEingabe vom 4. Dezember 2017 reichte der KLV Klage bei der\nVerwaltungsrekurskommission ein (act. 9/1). Mit Entscheid vom 9. Mai 2019 hiess die\nVerwaltungsrekurskommission die Klage gut und stellte fest, dass die kantonale\nRegelung über den Berufsauftrag für Lehrpersonen die Kindergartenlehrpersonen im\nSinn von Art. 3 GlG sowie Art. 8 Abs. 3 BV diskriminiere, indem sie keine differenzierte\nRegelung bzw. Entlöhnung der Pausenaufsicht vorsehe (act. 2).\n\nC.\nDas Bildungsdepartement (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid der\nVerwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 23. Mai 2019 (act. 1) und\nErgänzung vom 26. Juni 2019 (act. 5) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem\nAntrag, der angefochtene Entscheid vom 9. Mai 2019 betreffend Verbandsklage nach\nGleichstellungsgesetz sei aufzuheben. Am 5. August 2019 verzichtete die Vorinstanz\nauf einen Antrag und eine Vernehmlassung verbunden mit dem Hinweis auf die\nspezielle Konstellation im Klageverfahren, in welchem sich Kläger und Beklagter wie im\nZivilprozess auf Augenhöhe gegenüberstehen (act. 8). Der KLV (Beschwerdegegner)\nliess sich am 8. Oktober 2019 durch seinen Rechtsvertreter vernehmen und beantragte\ndie Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 13). Mit\nEingabe vom 28. November 2019 hielt der Beschwerdeführer an dem in der\nBeschwerde gestellten Antrag fest (act. 18). Weitere Eingaben datieren vom\n2. Dezember 2019 (Vorinstanz, act. 21), vom 6. Januar 2020 (Beschwerdegegner,\nact. 24), vom 13. Januar 2020 (Vorinstanz, act. 26) und vom 20. Januar 2020\n(Beschwerdeführer, act. 27).\n\nAuf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit\nwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.\n\n"}