{"Signatur": "SG_VGN_001", "Spider": "SG_Publikationen", "Datum": "2019-10-24", "PDF": {"Datei": "SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2018-46_2019-10-24.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte-detail?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=5840&type=1563347022&cHash=d7e6b32f28c17920852e667f3c01d8e1", "Checksum": "be42fa090cdeede0e5def2ff0b12b3e4"}, "Scrapedate": "2024-05-27", "Num": ["B 2018/46"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht 24.10.2019 B 2018/46"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht 24.10.2019 B 2018/46"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht 24.10.2019 B 2018/46"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Verwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Verwaltungsgericht "}], "ScrapyJob": "446973/74/22", "Zeit UTC": "27.05.2024 04:42:07", "Checksum": "e2c6acb7bdfc00a183203935954a2465", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Verwaltungsgericht 24.10.2019 B 2018/46\n\n2.2. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung setzt (vom Sonderfall der Bewirtschaftung\nnaturnaher Flächen abgesehen) die Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus\nPflanzenbau und Nutztierhaltung voraus (Art. 34 Abs. 1 lit. a RPV und Art. 3 Abs. 1 lit. a\ndes Bundesgesetzes über die Landwirtschaft (LwG, SR 910.1); gleichgestellt wird in\nArt. 3 Abs. 1 lit. b LwG die Aufbereitung, die Lagerung und der Verkauf der\nentsprechenden Erzeugnisse auf den Produktionsbetrieben). Als bodenabhängig gilt\ndie Bewirtschaftung, wenn ein enger Bezug zum natürlichen Boden besteht; dies ist bei\nder Tierhaltung der Fall, wenn die Tiere im Wesentlichen auf der Grundlage der auf dem\nBetrieb produzierten Futtermittel ernährt werden (BGE 133 II 370 E. 4.2; BGer\n1C_71/2015 vom 23. Juni 2015 E. 4). Als bodenunabhängig gilt die Bewirtschaftung,\nwenn kein hinreichend enger Bezug zum natürlichen Boden besteht. Tierhaltung ist\nbodenunabhängig, wenn sie ohne hinreichende eigene Futterbasis erfolgt (Waldmann/\nHänni, Kommentar RPG, Bern 2006, N 17 zu Art. 16a RPG). Bauten und Anlagen für die\nbodenunabhängige Tierhaltung sind im Rahmen einer inneren Aufstockung\nzonenkonform (Art. 16a Abs. 2 RPG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 RPV).\n\n2.3. Als zulässige innere Aufstockung im Bereich der Tierhaltung gilt nach Art. 36 Abs.\n1 RPV die Errichtung von Bauten und Anlagen, wenn der Deckungsbeitrag der\nbodenunabhängigen Produktion kleiner ist als jener der bodenabhängigen Produktion\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n(lit. a) oder wenn das Trockensubstanzpotenzial des Pflanzenbaus einem Anteil von\nmindestens 70 Prozent des Trockensubstanzbedarfs des Tierbestandes entspricht (lit.\nb). Deckungsbeitrags- und Trockensubstanzvergleich sind anhand von Standardwerten\nvorzunehmen. Sofern Standardwerte fehlen, ist auf vergleichbare Kalkulationsdaten\nabzustellen (Abs. 2). Führt das Deckungsbeitragskriterium zu einem höheren\nAufstockungspotenzial als das Trockensubstanzkriterium, so müssen in jedem Fall 50\nProzent des Trockensubstanzbedarfs des Tierbestandes gedeckt sein (Abs. 3).\n\n2.4. Der Beschwerdeführer beabsichtigt, den Ertrag von mehr als der Hälfte der\nvorhandenen Hauptfutterflächen (8.18 von 15.78 ha) zu verkaufen. Der Rest soll der\nFütterung von 16 Ausmastkühen dienen. Die Geflügelmast des Beschwerdeführers soll\ndagegen mit zugekauftem Kraftfutter betrieben werden; diese ist unbestrittenermassen\nbodenunabhängig.\n\n2.4.1. Das für die geplante Tierhaltung erforderliche Aufstockungspotenzial ergibt sich\nnach Auffassung des Beschwerdeführers aus dem Deckungsbeitragskriterium. Die\nKalkulation nahm er mittels der Standardtabelle der Konferenz der\nLandwirtschaftsämter der Schweiz (KOLAS; Version 2015) vor. Die\nBerechnungsgrundlagen werden nachfolgend wiedergegeben:\n\nKulturen Fläche DB pro Einheit DB gesamt TS-Potenzial TS-\nPotenzial pro\nEinheit gesamt\n\nha CHF/ha CHF dt TS dt TS\n\nHauptfutter- Natur- 15.78 9468 104 1647\n\nfläche wiese etc.\n\nGF Verkauf 8.18 2595 21233 0 854\n\nDauerkul- Hochstamm- 65 50 3250 0.4 26\n\nturen (Stk) obstbäume\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nTotal 15.78 33951 1673\n\nTierhaltung Stück CHF/Stück CHF TS-Bedarf TS-Bedarf\ngesamt\n\na. Raufutter\n\nKühe < 7000 kg Milch 16 3700 59200 62.1 993.6\n\nb. Kraftfutter\n\nPouletmast (15 Stk/m2) 9000 8.7 78300 0.24 2160\n\nErgebnis\n\nDeckungsbeitrag bodenabhängig bodenunabhängig Differenz\n\nCHF 93151 CHF 78300 CHF 14851\n\nTrockensubstanz Bedarf (inkl. Aufstockung) Potenzial\nDeckungsgrad\n\n3154 dt TS 1673 dt TS 53.1\nProzent\n\nNach der Berechnung des Beschwerdeführers ist der Deckungsbeitrag aus der\nbodenabhängigen Produktion grösser als derjenige aus der bodenunabhängigen. Der\nnotwendige Trockensubstanz-Deckungsgrad (vgl. Art. 36 Abs. 3 RPV) ist mit 53.1\nProzent relativ knapp eingehalten.\n\n2.4.2. Der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts hat in seinem Schreiben an die\nParteien vom 14. Februar 2019 Zweifel geäussert, ob es sachlich richtig sei, bei der\nbodenabhängigen Tierhaltung (Ausmastkühe) vom Deckungsbeitrag von Milchkühen\n(mit einer jährlichen Milchleistung von < 7'000 kg Milch) auszugehen (vgl. act. 25). Das\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/18\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n"}