{"Signatur": "SG_KGN_001", "Spider": "SG_Publikationen", "Datum": "2021-02-10", "PDF": {"Datei": "SG_Publikationen/SG_KGN_001_BO-2019-36_2021-02-10.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte-detail?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=10528&type=1563347022&cHash=e67bedfc4822d84ed2cd59613cfaa915", "Checksum": "fe9a4974e3515a1f22a48c8c45911b23"}, "Scrapedate": "2024-05-27", "Num": ["BO.2019.36"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}], "ScrapyJob": "446973/74/22", "Zeit UTC": "27.05.2024 03:02:46", "Checksum": "d4e63b0d2709d21b3957e96c15e747df", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36\n\nVariable Pay: 20% of annual base salary, pro rata temporis\n(Payment in March of the following year, based on\nachievement of the agreed business and individual objectives)\n\nc) Mit \"Pay Letter / Performance year January 1 to December 31, 2016\" (Dossier 1/3\nkläg.act. 4 [nachfolgend: Pay Letter 2016]) wurde als Resultat aus der Kombination von\nD's Gesamtergebnissen (\"D's overall achievements\"), den Leistungen der\nGeschäftseinheit des Klägers (\"your business unit's achievements\") und der\nindividuellen Leistung des Klägers über das Jahr (\"your individual performance\nthroughout the year\"), wiederspiegelnd in der Leistungsbewertung als erfolgreiche\nLeistung (\"Successful Performance\"), das Jahresgehalt des Klägers um 1.54% auf\nFr. 132'002.16 erhöht und dem Kläger ein Bonus (\"bonus\") von Fr. 15'222.47 gewährt.\nDen Bonus-Auszahlungsbetrag (\"bonus payout amount\") berechnete die Beklagte\ndabei wie folgt:\n\nEligible Bonus Business Business Individual Bonus\nAnnual Base Target Performeance Performance Performance Amou\nSalary Pool Factor (BPF) Factor (IPF)\n% %\nCHF 71,778.33 20.00% GSM Europe 100.51% 105.50% CHF\n15,222.47\nHQ\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nd) Das Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien endete am 31. Januar 2018 (vi-act. 1\n[Klage], S. 3; vi-act. 8 [Klageantwort], S. 3), wobei die Beklagte behauptet, dass es\ninfolge Betriebsübergangs auf die E GmbH übergegangen sei, was der Kläger jedoch\nbestreitet (Klageantwort, S. 3; vi-act. 12 [Replik], S. 4 f. und 14 f.; vi-act. 17 [Duplik],\nS. 6 f.).\n\ne) In der Mitarbeiterbeurteilung vom 6. April 2018 (Dossier 1/3 kläg.act. 5\n[nachfolgend: Performance Review 2017]) wurde dem Kläger für das Jahr 2017\nwiederum eine erfolgreiche Leistung (\"Successful Performance\") bescheinigt. In der\nFolge forderte die Rechtsschutzversicherung des Klägers die Beklagte auf, die\nBerechnungsfaktoren für den Bonus des Klägers für das Jahr 2017 bekannt zu geben.\nDie Beklagte lehnte dies ab mit der Begründung, dass sie infolge des unerwartet\nschlechten Finanzergebnisses der D-Gruppe habe davon absehen müssen,\nBonuszahlungen für das Jahr 2017 auszurichten. Dazu sei sie berechtigt, da im\nRahmen des Arbeitsvertrags – mit der vorerwähnten Vertragsklausel – eine echte\nGratifikation i.S.v. Art. 322d OR vereinbart worden sei, auf deren Ausrichtung weder\nder Höhe noch dem Grundsatz nach ein Rechtsanspruch bestehe (Klage, S. 5; Dossier\n1/3 kläg.act. 6).\n\n2.a) Nach erfolglosem Schlichtungsversuch (vi-act. 3) erhob der Kläger am 19. Okto­\nber 2018 beim Kreisgericht K Klage gegen die Beklagte mit den eingangs\nwiedergegebenen Rechtsbegehren (Klage). Dabei verlangte er gestützt auf die hiervor\nzitierte Vertragsklausel, deren Bedeutung seiner Ansicht nach in der Vereinbarung\neines festen variablen Lohnbestandteils besteht (Klage, S. 3-7), im Wesentlichen eine\nZahlung von mindestens Fr. 26'400.45 brutto für das Kalenderjahr 2017 und eine\nZahlung von mindestens Fr. 2'200.05 brutto pro rata temporis für den Januar des\nJahres 2018, beides zuzüglich 5% Zins seit 1. Februar 2018, also seit Beendigung des\nArbeitsverhältnisses. Mit Stellungnahme vom 15. Januar 2019 (Klageantwort)\nbeantragte die Beklagte die kostenfällige Abweisung der Klage. Sie stellte sich dabei\nwiederum auf den Standpunkt, dass mit der fraglichen Vertragsklausel eine echte\nGratifikation i.S.v. Art. 322d OR vereinbart worden sei, auf die schon dem Grundsatz\nnach, aufgrund des unerwartet schlechten Finanzergebnisses der D Gruppe aber auch\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nin Anwendung der massgeblichen Berechnungsformel kein Anspruch bestehe\n(Klageantwort, S. 4-12).\n\nb) Im Rahmen des angeordneten zweiten Schriftenwechsels (Replik des Klägers vom\n19. März 2019; Duplik der Beklagten vom 3. Juni 2019) hielten die Parteien an ihren\nRechtsbegehren fest und wurde bekannt, dass die Beklagte dem Kläger\nzwischenzeitlich für den Januar 2018 einen anteilsmässigen Bonus von Fr. 3'685.62\ngewährt hatte (Replik, S. 14 f.; Duplik, S. 5 ff., 15, 20, 24 f. und 28; Dossier 2/3\nkläg.act. 3 f.). Nachdem die Parteien gemeinsam auf die Durchführung einer\nmündlichen Hauptverhandlung verzichtet hatten (vi-act. 19 ff.), fällte der Einzelrichter\ndes Kreisgerichts K am 19. August 2019 den eingangs wiedergegebenen Entscheid (viact. 22; vi-Entscheid); darin verpflichtete er die Beklagte, dem Kläger für das\nKalenderjahr 2017 Fr. 26'400.45 brutto zuzüglich 5% Zins seit 1. Februar 2018 zu\nbezahlen (Dispo-Ziff. 1), schrieb das Begehren betreffend Zahlung für den Januar 2018\nzufolge Gegenstandslosigkeit ab (Dispo-Ziff. 2), wies das klägerische\nEinsichtsbegehren ab (Dispo-Ziff. 3) und auferlegte der Beklagten, die er als\nvollumfänglich unterliegend betrachtete, eine Parteientschädigung von Fr. 6'700.00\n(Dispo-Ziff. 5). Er qualifizierte die strittige Vertragsklausel als sog. unechte Gratifikation,\ndie dem Kläger einen Gratifikationsanspruch von mindestens 20% seines\nBruttojahreslohns verschaffe und bloss für einen allfällig darüberhinausgehenden Teil\nfreiwilligen Charakter aufweise (vi-Entscheid, S. 9).\n\n"}