{"Signatur": "SG_KGN_001", "Spider": "SG_Publikationen", "Datum": "2021-02-10", "PDF": {"Datei": "SG_Publikationen/SG_KGN_001_BO-2019-36_2021-02-10.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte-detail?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=10528&type=1563347022&cHash=e67bedfc4822d84ed2cd59613cfaa915", "Checksum": "fe9a4974e3515a1f22a48c8c45911b23"}, "Scrapedate": "2024-05-27", "Num": ["BO.2019.36"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}], "ScrapyJob": "446973/74/22", "Zeit UTC": "27.05.2024 03:02:46", "Checksum": "d4e63b0d2709d21b3957e96c15e747df", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Kantonsgericht 10.02.2021 BO.2019.36\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: BO.2019.36\nStelle: Kantonsgericht\nRubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)\nPublikationsdatum: 26.11.2021\nEntscheiddatum: 10.02.2021\n\nEntscheid Kantonsgericht, 10.02.2021\nArt. 317 Abs. 1 ZPO (SR 272): Will der Kläger im Berufungsverfahren Noven\nvorbringen, hat er bereits bei erster Gelegenheit substantiiert darzulegen\nund zu beweisen, dass die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO erfüllt\nsind (E. II.3.b). Art. 18 Abs. 1 OR (SR 220): Die Auslegung nach dem\nVertrauensprinzip setzt voraus, dass sich der tatsächliche Wille der Parteien\nentweder nicht mehr feststellen lässt oder dass eine Partei den von der\nanderen Partei erklärten Willen nicht richtig verstanden hat, wobei beides\naus der Beweiswürdigung folgen muss und sich nicht schon aus der blossen\nTatsache ergibt, dass die Parteien im Prozess Unterschiedliches\nbehaupteten (E. III.2.b). Vertragsauslegung. In casu übereinstimmender\nwirklicher Wille (E. III.5). Art. 322 und Art. 322d OR: Qualifikation einer\nVertragsbestimmung. Abgrenzung zwischen festem variablem\nLohnbestandteil und Gratifikation (E. III.2.a). In casu unechte Gratifikation (E.\nIII.5.c.dd). Berechnung (E. III.6-7). Verzugszins (E. III.8; Kantonsgericht, III.\nZivilkammer, 10. Februar 2021, BO.2019.36).\n\nDieser Entscheid wurde beim Bundesgericht angefochten; das Verfahren ist noch\nhängig.\n\nEntscheid vom 10. Februar 2021\n\nBesetzung\n\nPräsidentin Dr. Beatrice Uffer-Tobler, Kantonsrichter Dr. Christian Schöbi,\nKantonsrichterin Claudia Wetter, Gerichtsschreiber Simon Widmer\n\nVerfahrensbeteiligte\n\nA,\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nKläger und Berufungsbeklagter,\n\nvertreten von Rechtsanwalt X,\n\ngegen\n\nB GmbH,\n\nBeklagte und Berufungsklägerin,\n\nvertreten von Rechtsanwalt Y u/o Z,\n\nGegenstand\n\nForderung aus Arbeitsvertrag\n\nAnträge vor Kreisgericht\n\na) des Klägers\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger mindestens CHF 26'400.45 brutto,\nzuzüglich Zins zu 5% seit 1. Februar 2018, zu bezahlen (variabler Lohn 2017);\n\n2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger mindestens CHF 2'200.05 brutto,\nzuzüglich Zins zu 5% seit 1. Februar 2018, zu bezahlen (pro rata variabler Lohn 2018);\n\n3. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger (oder einem vom Richter\nbezeichneten Sachverständigen) die nötige Einsicht in ihre Geschäftsbücher ab\n1. Januar 2017 gemäss Art. 322a Abs. 2 OR zu gewähren;\n\n4. unter dem Vorbehalt des Nachklagerechtes;\n\n5. sowie unter Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7% zulasten\nder Beklagten.\n\nb) der Beklagten\n\n1. Es sei die (Forderungs-)Klage vom 19. Oktober 2018 vollumfänglich abzuweisen.\n\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.\n\nEntscheid des Kreisgerichts K, Einzelrichter der 1. Abteilung, vom\n19. August 2019\n\n1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 26'400.45 brutto, zuzüglich 5.0%\nZins seit 1. Februar 2018, zu bezahlen.\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n2. Ziffer 2 des klägerischen Rechtsbegehrens wird zufolge Gegenstandslosigkeit als\nerledigt abgeschrieben.\n\n3. Ziffer 3 des klägerischen Rechtsbegehrens (Einsicht in die Geschäftsbücher) wird\nabgewiesen.\n\n4. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.\n\n5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von\nCHF 6'700.00 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.\n\nAnträge vor Kantonsgericht\n\na) der Beklagten\n\n1. Es sei der Entscheid des Einzelrichters der 1. Abteilung des Kreisgerichts K vom\n19. August 2019 aufzuheben und die Klage vom 19. Oktober 2018 vollumfänglich\nabzuweisen.\n\n2. Eventualiter sei der Entscheid des Einzelrichters der 1. Abteilung des Kreisgerichts\nK vom 19. August 2019 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die\nVorinstanz zurückzuweisen.\n\n3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das vorinstanzliche und das\nvorliegende\n(Berufungs-)Verfahren zulasten des Klägers und Berufungsbeklagten.\n\nb) des Klägers\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n1. Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen und der Entscheid des\nEinzelrichters der 1. Abteilung des Kreisgerichts K vom 19. August 2019 zu bestätigen,\nsoweit überhaupt auf die Berufungsanträge einzutreten ist.\n\n2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7% MwSt. zulasten der\nBeklagten und Berufungsklägerin.\n\nErwägungen\n\nI.\n\n1.a) Die B GmbH (Beklagte, Arbeitgeberin) mit Sitz in C bezweckt gemäss\nHandelsregisterauszug die Entwicklung und Produktion von sowie den Handel mit\npharmazeutischen und chemischen Produkten und Substanzen (Dossier 2/3\nkläg.act. 1). Sie gehört der weltweit tätigen Firmengruppe D an.\n\nb) Mit Arbeitsvertrag vom 5./20. Oktober 2016 (Dossier 1/3 kläg.act. 3 [nachfolgend:\nArbeitsvertrag]) stellte die Beklagte A (Kläger), der bis dahin für ein anderes\nUnternehmen der D Gruppe tätig gewesen war, per 1. November 2016 zu einem\nJahresgehalt von Fr. 130'000.00 brutto (12 x Fr. 10'833.00) als Senior Manager\n\n© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/33\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nMarketing an. Daneben findet sich im schriftlichen Arbeitsvertrag betreffend die\nVergütung des Klägers folgende Klausel:\n\n"}