{"Signatur": "SG_KG_002", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2025-07-02", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_KG_002_BES-2025-34-EZS1_2025-07-02.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=14014&type=1563347022&cHash=39556debdae46ade07cc5bbe1efd58b4", "Checksum": "430a91429070f7b5688c2e752be176a3"}, "Scrapedate": "2026-04-15", "Num": ["BES.2025.34-EZS1"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 02.07.2025 BES.2025.34-EZS1"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall  Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo  Zivilkammern (inkl. 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Juli 2025, BES.2025.34-EZS1).\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: BES.2025.34-EZS1\nStelle: Kantonsgericht\nRubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)\nPublikationsdatum: 18.09.2025\nEntscheiddatum: 02.07.2025\n\nEntscheid Kantonsgericht, 02.07.2025\nArt. 68 Abs. 1 SchKG und Art. 111 Abs. 1 ZPO: Die Verrechenbarkeit von\nKostenvorschüssen bei Obsiegen des Gläubigers im\nRechtsöffnungsverfahren richtet sich nach Art. 68 Abs. 1 SchKG, da diese\nBestimmung als lex spezialis Art. 111 Abs. 1 ZPO vorgeht (Kantonsgericht,\nEinzelrichterin für Beschwerden SchKG, 2. Juli 2025, BES.2025.34-EZS1).\n\nEntscheid siehe PDF\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/9\nKanton St.Gallen\nGerichte\n\nKantonsgericht St. Gallen\nEinzelrichterin für Beschwerden SchKG\n\nEntscheid vom 2. Juli 2025\n\nGeschäfts- BES.2025.34-EZS1\nnummer\n\nVerfahrens- A.__,\nbeteiligte\nGläubigerin und\nBeschwerdeführerin,\n\nvertreten von C. __, Zentrale\nInkassostelle,\n\ngegen\n\nB.__,\n\nSchuldner und\nBeschwerdegegner\n\nGegenstand definitive Rechtsöffnung\n\nZahlungsbefehl Nr. XY des Betreibungsamtes […] vom 8. April 2024\nErwägungen\n\n1.a) In der Betreibung Nr. XY des Betreibungsamtes […] vom 8. April 2024 stellte die\nA.__ (Gläubigerin) gegen B.__ (Schuldner) mit Eingabe vom 3. März 2025 ein Gesuch um\nErteilung der definitiven Rechtsöffnung für einen Betrag von Fr. 600.00 zuzüglich 5% Zins\nseit 8. Juni 2023 (vi-act. 1). Mit Entscheid vom 2. April 2025 (vi-act. 10) erteilte die Einzelrichterin des Kreisgerichts […] (Vorinstanz) definitive Rechtsöffnung für den verlangten\nBetrag samt Zins (Dispositiv-Ziff. 1). Die Gerichtskosten von Fr. 120.00 auferlegte sie der\nGläubigerin, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 120.00 und mit\nRückgriffsrecht auf den Schuldner (Dispositiv-Ziff. 2.). Nachdem die Gläubigerin eine Begründung des Entscheids verlangt hatte (vi-act. 11), liess die Einzelrichterin den Parteien\nden begründeten Entscheid mit Versand vom 11. April 2025 zukommen (vi-act.13 [vi-Ent-\nscheid]).\n\nb) Gegen diesen Entscheid erhob die Gläubigerin am 16. April 2025 Beschwerde bei\nder Einzelrichterin für Beschwerden SchKG des Kantonsgerichts (BE/1 [Beschwerde]).\nSie beantragt, Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben, die Gerichtskosten\ndem Schuldner aufzuerlegen und ihr, der Gläubigerin, den geleisteten Kostenvorschuss\nvon Fr. 120.00 zurückzuzahlen; eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Kostenliquidation zurückzuweisen. Zudem verlangt sie, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung\nzu erteilten (Beschwerde, S. 2 lit. A). Es wurden die erstinstanzlichen Akten beigezogen\n(BE/4 und 6), ein Kostenvorschuss bei der Gläubigerin eingeholt (BE/5) und dem Schuldner Gelegenheit gegeben, eine Beschwerdeantwort einzureichen (BE/9). Der Schuldner\nliess sich nicht vernehmen.\n\n2. Die Prozessvoraussetzungen des Beschwerdeverfahrens, deren Vorliegen von\nAmtes wegen zu prüfen ist, sind erfüllt (Art. 59 f., Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3\nund Art. 321 Abs. 2 ZPO). Auf die Beschwerde ist einzutreten. Zuständig für Beschwerden\ngegen Entscheide im summarischen Verfahren in Rechtsöffnungs-, Konkurs-, Arrest- und\nNachlasssachen (Art. 251 lit. a ZPO) ist die Einzelrichterin Schuldbetreibung und Konkurs\nam Kantonsgericht (Art. 14 Abs. 2 Ziff. 3 GO [sGS 941.21]).\n\n3. Mit der Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO können die unrichtige Rechtsanwendung (Art. 320 lit. a ZPO) und/oder die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 320 lit. b ZPO) geltend gemacht werden.\n\nBES.2025.34-EZS1 2/8\n4. Die Gläubigerin macht geltend, dass die Vorinstanz aufgrund der Änderung der\nZivilprozessordnung (ZPO) per 1. Januar 2025, insbesondere Art. 111 Abs. 1 ZPO, den\nvon ihr geleisteten Kostenvorschuss hätte zurückerstatten und die angefallenen Gerichtskosten direkt beim Schuldner einfordern müssen. Die Vorinstanz stütze sich einzig auf die\nLehrmeinung von HOFMANN/BAECKERT (BSK ZPO-HOFMANN/BAECKERT, 4. Aufl., Art. 111\nN 3), welche die Regelung von Art. 111 Abs. 1 ZPO als nicht anwendbar erachteten, sondern Art. 68 Abs. 1 SchKG für einschlägig hielten (Beschwerde, S. 2 lit. C). Es gebe aber\nauch andere Lehrmeinungen hierzu, so etwa HONEGGER-MÜNTENER/RUFIBACH/SCHUMANN\n(in: AJP 10/2023, Die Revision der ZPO, S. 1157 ff., 1177).\n\n"}