{"Signatur": "SG_KG_002", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2024-10-31", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_KG_002_BE-2024-31-EZO3_2024-10-31.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=13273&type=1563347022&cHash=bb9bd80ec5230193695ff3ae72ee884d", "Checksum": "0d2fd14526da252fa1f42015addca5a5"}, "Scrapedate": "2026-04-15", "Num": ["BE.2024.31-EZO3"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 31.10.2024 BE.2024.31-EZO3"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall  Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo  Zivilkammern (inkl. 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Einzelrichter) 31.10.2024 BE.2024.31-EZO3\nRegeste:\nArt. 257 ZPO, Art. 257d OR: Mieterausweisung nach Zahlungsverzugskündigung,\r\nNichteintreten; die Behauptungen und Beweismittel der Gesuchstellerin ergaben\r\neine nur unvollständige Sachverhaltsdarstellung, auf welche die Vorinstanz zu\r\nRecht nicht eintrat (E. III/3 ff.). Ferner Erwägungen betreffend Streitwertbemessung\r\n(E. II/2), Fristenlauf nach relativer und absoluter Empfangstheorie (E. III/6) sowie Begründungserfordernissen ausserordentlicher Kündigungen (E.III/7). (Kantonsgericht,\r\nEinzelrichterin im Obligationenrecht, 31. Oktober 2024, BE.2024.31-EZO3).\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: BE.2024.31-EZO3\nStelle: Kantonsgericht\nRubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)\nPublikationsdatum: 24.12.2024\nEntscheiddatum: 31.10.2024\n\nEntscheid Kantonsgericht, 31.10.2024\nArt. 257 ZPO, Art. 257d OR: Mieterausweisung nach\nZahlungsverzugskündigung, Nichteintreten; die Behauptungen und\nBeweismittel der Gesuchstellerin ergaben eine nur unvollständige\nSachverhaltsdarstellung, auf welche die Vorinstanz zu Recht nicht eintrat (E.\nIII/3 ff.). Ferner Erwägungen betreffend Streitwertbemessung (E. II/2),\nFristenlauf nach relativer und absoluter Empfangstheorie (E. III/6) sowie\nBegründungserfordernissen ausserordentlicher Kündigungen (E.III/7).\n(Kantonsgericht, Einzelrichterin im Obligationenrecht, 31. Oktober 2024,\nBE.2024.31-EZO3).\n\nEntscheid siehe PDF\n\n© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/12\nKanton St.Gallen\nGerichte\n\nKantonsgericht St. Gallen\nEinzelrichterin im Obligationenrecht\n\nEntscheid vom 31. Oktober 2024\n\nGeschäfts- BE.2024.31-EZO3 (SZ.2024.170)\nnummer\n\nVerfahrens- A.___,\nbeteiligte\nGesuchstellerin und\nBeschwerdeführerin,\n\nvertreten von Rechtsanwalt B.___\n\ngegen\n\nC.___,\n\nGesuchsgegner und\nBeschwerdegegner\n\nGegenstand Mieterausweisung\nErwägungen\n\nI.\n\n1. Am 2. Februar 1988 schlossen D.___ als Vermieter und C.___ (Gesuchsgegner)\nals Mieter einen Mietvertrag über eine 2-Zimmer-Wohnung im 1. Obergeschoss der Liegenschaft E.___ (ges.act. 1). Als Mietbeginn vereinbarten sie den 1. März 1988 und als\nmonatlicher Mietzins Fr. 685.00 (inkl. Fr. 35.00 für Parkplatz/Garage und Fr. 85.00 Akonto\nfür Nebenkosten). Mit Einschreiben vom 21. Mai 2024 mahnte die F.___ die Mietzinse\nApril und Mai 2024 von je Fr. 1'027.00, total Fr. 2'054.00, und setzte dem Gesuchsgegner\neine Zahlungsfrist von 30 Tagen an, unter Androhung der ausserordentlichen Kündigung\ngemäss Art. 257d OR bei unbenutztem Fristablauf (ges.act. 4). Der Gesuchsgegner holte\ndie Sendung trotz entsprechender Abholungseinladung der Post nicht ab. Am 24. Juni\n2024 kündigte die A.___ (Gesuchstellerin), vertreten durch die F.___, das Mietverhältnis\nunter Verwendung des gesetzlich vorgeschriebenen Formulars per 31. Juli 2024\n(ges.act. 2). Auch dieses Einschreiben holte der Gesuchsgegner nicht ab.\n\n2. Mit Eingabe vom 31. Juli 2024 gelangte die Gesuchstellerin, vertreten durch das\neinzelzeichnungsberechtigte Mitglied des Verwaltungsrates G.___, an das Kreisgericht\nH.___ (Vorinstanz) und ersuchte (ohne vorgängiges Schlichtungsverfahren und damit\nimplizit) im Verfahren um Rechtsschutz in klaren Fällen um die sofortige Ausweisung des\nGesuchsgegners aus der 2-Zimmer-Wohnung im 1. Obergeschoss in der Liegenschaft\nE.___, unter Strafandrohung sowie unter Anordnung der direkten Vollstreckung (vi-act. 2\n[Gesuch]). Die zuständige Einzelrichterin verzichtete gestützt auf Art. 253 ZPO auf das\nEinholen einer Stellungnahme des Gesuchsgegners. Mit Entscheid vom 6. August 2024\ntrat sie auf das Gesuch nicht ein (vi-Entscheid; der Gesuchstellerin zugestellt am 7. August 2024, dem Gesuchsgegner, nachdem er das Einschreiben nicht abgeholt hatte, am\n16. August 2024 per A-Post zugesandt, mit [hier wohl nicht zutreffendem] Hinweis auf die\nZustellfiktion nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO [vgl. vi-act. 6 und 7]).\n\n3. Gegen diesen Entscheid erhob die Gesuchstellerin am 19. August 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht mit dem Antrag, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und das Ausweisungsgesuch gutzuheissen (BE/1). Dem Gesuchsgegner konnte\ndie Beschwerdeschrift schliesslich am 17. Oktober 2024 durch die Polizei zugestellt werden (BE/7 und BE/9). Er liess sich innert angesetzter Frist nicht vernehmen.\n\nBE.2024.31-EZO3 2/11\nII.\n\n1. Die Prozessvoraussetzungen des Beschwerdeverfahrens, deren Vorliegen von\nAmtes wegen zu prüfen ist, sind erfüllt (Art. 59 f., Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 308 Abs. 2,\nArt. 321 Abs. 2 ZPO). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten (zum Streitwert vgl. E. 2\nsogleich). Für die Beurteilung zuständig ist die Einzelrichterin im Obligationenrecht\n(Art. 15 Abs. 1 EG-ZPO und Art. 14 Abs. 2 Ziff. 4 GO).\n\n"}