{"Signatur": "SG_KG_002", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2015-05-07", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_KG_002_BE-2015-13_2015-05-07.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=2018&type=1563347022&cHash=52abdc8f8d20ffac151d0137e4d24668", "Checksum": "a893690091a95778c47c1b29a40237bc"}, "Scrapedate": "2025-07-19", "Num": ["BE.2015.13"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 07.05.2015 BE.2015.13"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall  Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo  Zivilkammern (inkl. 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Anforderungen an die Geltendmachung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils im Sinn von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO (Kantonsgericht, Einzelrichterin im Personen-, Erb- und Sachenrecht, 7. Mai 2015; BE.2015.13)."}], "ScrapyJob": "446973/61/1836", "Zeit UTC": "19.07.2025 07:04:59", "Checksum": "6afe63950e99a65b24e223b35019e081", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 07.05.2015 BE.2015.13\nRegeste:\nArt. 15 Abs. 2, Art. 22 EG-ZPO (sGS 961.2); Art. 12 EG-ZGB (sGS 911.1); Art. 238 lit. f, Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO (SR 272). Über Beschwerden gegen Verfügungen und Entscheide des Amtsnotariats entscheidet – soweit das EG-ZGB nichts anderes vorsieht – das zuständige Departement. Dessen Entscheide wiederum sind beim Einzelrichter/der Einzelrichterin des Kantonsgerichts mit Beschwerde anfechtbar, was auch für prozessleitende Verfügungen, wie etwa solche betreffend die aufschiebende Wirkung, gilt. Auf die Beschwerde ist die Zivilprozessordnung – die insofern kantonales Recht darstellt – anwendbar, womit sich die Beschwerdefrist nach Art. 321 ZPO richtet. Folgen einer unrichtigen Rechtsmittelbelehrung (falsche Rechtsmittelinstanz- und frist; im zu beurteilenden Fall offen gelassen). Anforderungen an die Geltendmachung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils im Sinn von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO (Kantonsgericht, Einzelrichterin im Personen-, Erb- und Sachenrecht, 7. Mai 2015; BE.2015.13).\n\n2.a) Prozessleitende Verfügungen können – abgesehen von im Gesetz ausdrücklich\nvorgesehenen Fällen (s. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO) – nur dann mit Beschwerde\nangefochten werden, wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil\ndroht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Diese – das Anfechtungsobjekt einschränkende –\nBestimmung wäre hier auch dann anwendbar, wenn den Rekurrenten/\nBeschwerdeführern zugestanden würde, sie hätten davon ausgehen dürfen, auf das\nBeschwerdeverfahren sei das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege anwendbar;\ndenn eine falsche Rechtsmittelbelehrung vermag nie ein für den betreffenden Fall nicht\ngegebenes Rechtsmittel zu schaffen (s. anstelle Vieler: Staehelin, ZPO Komm., N 27 zu\nArt. 238 ZPO).\n\nDer drohende, nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil im Sinn von Art. 319 lit. b\nZiff. 2 ZPO ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, den das Gericht unter Berücksichtigung\nder konkreten Umstände des zu beurteilenden Falls in pflichtgemässer\nErmessensausübung zu konkretisieren hat (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/\nHasenböhler/ Leuenberger, ZPO Komm., N 13 zu Art. 319 ZPO; ZPO-Rechtsmittel-\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/6\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nHoffmann-Nowotny, N 23 zu Art. 319 ZPO). Ob Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO – anders als\nArt. 93 Abs. 1 lit a BGG (der sich im Übrigen von der Regelung der ZPO dahin\nunterscheidet, als er bloss von einem \"nicht wiedergutzumachenden Nachteil\" spricht)\n– nicht nur rechtliche, sondern auch tatsächliche Nachteile erfasst, wurde vom\nBundesgericht soweit ersichtlich bislang offen gelassen (s. insbes. BGE 137 III 380 E.\n2) und ist in der Lehre umstritten (verneinend: Sterchi, Berner Kommentar, N 12 zu Art.\n319 ZPO, sowie BSK ZPO-Spühler, N 7 zu Art. 319 ZPO; indifferent: ZPO-Rechtsmittel-\nHoffmann-Nowotny, N 25 ff. zu Art. 319 ZPO; bejahend: Freiburghaus/Afheldt, ZPO\nKomm., N 15 zu Art. 319 ZPO). Nicht leicht wiedergutzumachen ist ein Nachteil\nregelmässig dann, wenn er sich auch bei einem späteren günstigen Entscheid in der\nHauptsache nicht oder nicht mehr vollständig beheben lässt. Die Voraussetzung von\nArt. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO kann aber auch dann erfüllt sein, wenn sich die Lage der\nbetroffenen Partei durch den angefochtenen Entscheid (bloss) erheblich erschwert\n(Freiburghaus/\n\nAfheldt, ZPO Komm., N 14 zu Art. 319 ZPO; vgl. auch ZPO-Rechtsmittel-Hoffmann-\nNowotny, N 25 ff. zu Art. 319 ZPO). Es obliegt dem Beschwerdeführer, in der\nBeschwerdeschrift substantiiert darzulegen und nachzuweisen, dass die\nVoraussetzungen für eine Anfechtung nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO erfüllt sind (Art.\n321 Abs. 1 ZPO; vgl. BK-Sterchi, N 15 zu Art. 319 ZPO; vgl. auch ZR 111 (2012) Nr.\n51). Er hat daher aufzuzeigen, inwiefern ihm ein nicht leicht wiedergutzumachender\nNachteil droht, was die konkrete Umschreibung des mit der Verfügung verbundenen,\nerheblichen Nachteils wie auch Ausführungen zur Frage bedingt, inwiefern und warum\nsich dieser Nachteil später nicht mehr leicht wiedergutmachen lassen soll.\n\nb) (Im zu beurteilenden Fall war ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil nicht\nhinreichend dargetan, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten war)\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/6\n"}