{"Signatur": "SG_HG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2007-01-22", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_HG_001_HG-2007-1_2007-01-22.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=4037&type=1563347022&cHash=5991fea6879fbcd79efeab7197e59b26", "Checksum": "079ba57d75b6eb761d738a2ae28c573a"}, "Scrapedate": "2025-07-19", "Num": ["HG.2007.1"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht 22.01.2007 HG.2007.1"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht 22.01.2007 HG.2007.1"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht 22.01.2007 HG.2007.1"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 14 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 3 ZPO (sGS 961.2). Das Handelsgericht ist nicht zuständig für eine Kollokationsklage gegen die Konkursmasse einer Bank (Handelsgerichtspräsident, 22. Januar 2007, HG.2007.1)."}], "ScrapyJob": "446973/61/1836", "Zeit UTC": "19.07.2025 14:44:36", "Checksum": "3746572e5bb2e56c5324b27c90d2d136", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Handelsgericht 22.01.2007 HG.2007.1\nRegeste:\nArt. 14 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 3 ZPO (sGS 961.2). Das Handelsgericht ist nicht zuständig für eine Kollokationsklage gegen die Konkursmasse einer Bank (Handelsgerichtspräsident, 22. Januar 2007, HG.2007.1).\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: HG.2007.1\nStelle: Handelsgericht\nRubrik: Handelsgericht\nPublikationsdatum: 22.01.2007\nEntscheiddatum: 22.01.2007\n\nEntscheid Handelsgericht, 22.01.2007\nArt. 14 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 3 ZPO (sGS 961.2). Das Handelsgericht ist\nnicht zuständig für eine Kollokationsklage gegen die Konkursmasse einer\nBank (Handelsgerichtspräsident, 22. Januar 2007, HG.2007.1).\n\nErwägungen:\n\n1. Am 29. Dezember 2006 reichte der Kläger die vorliegende Klage beim\nHandelsgericht ein mit dem Rechtsbegehren, es sei der Kläger mit seiner Forderung\nvon Fr. 33'238.65 in den Kollokationsplan des Konkursverfahrens über die C. AG\naufzunehmen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.\nDabei wies er darauf hin, dass er, um die Klagefrist zu wahren, eine identische Klage\nauch beim Kreisgericht X. eingereicht habe, nachdem die Zuständigkeit des\nHandelsgerichts nicht zweifelsfrei feststehe.\n\n2. Mit Schreiben vom 9. Januar 2007 wies der Handelsgerichtspräsident die Parteien\ndarauf hin, dass erhebliche Gründe zur Annahme bestünden, dass nicht das\nHandelsgericht sondern das Kreisgericht X. zur Beurteilung der vorliegenden\nKollokationsklage zuständig sei. Dabei wies er auf folgendes hin:\n\nGemäss Art. 15 Abs. 3 ZPO ist das Handelsgericht Stundungs- und Konkursgericht\nsowie Nachlassbehörde für Banken und Sparkassen. In einer Anmerkung des\nGesetzestextes wird auf Art. 29 ff. und Art. 36 ff. des Bundesgesetzes über Banken und\nSparkassen (SR 952.0) verwiesen (vgl. Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur\nZivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Bern 1999, N 9 zu Art. 15 ZPO). Die\nHinweise auf die Gesetzesbestimmungen des BankG sind nicht mehr zutreffend,\nnachdem insbesondere der zwölfte Abschnitt über die Liquidation insolventer Banken\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/3\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n(Bankenkonkurs) revidiert und am 1. Juli 2004 in Kraft gesetzt worden war. Nachdem\ngemäss Art. 33 Abs. 1 i.V.m. Art. 34 Abs. 1 BankG die Bankenkommission (EBK) einer\nBank die Bewilligung entzieht und die Liquidation anordnet, welche die Wirkung einer\nKonkurseröffnung nach Art. 197-220 SchKG hat, ist die erwähnte Zuständigkeitsnorm\nder ZPO obsolet. Unter dem alten Recht (Art. 36 f. aBankG) gab es zwei Möglichkeiten\nder Zwangsliquidation: Entweder wurde ein Konkursverfahren nach den Regeln des\nSchKG oder ein Nachlassverfahren nach den Regeln des SchKG und der Verordnung\ndes Bundesgerichts vom 11. April 1935 betreffend das Nachlassverfahren von Banken\nund Sparkassen durchgeführt. Dabei ernannte im Konkursverfahren das zuständige\nkantonale Konkursgericht (d.h. im Kanton St. Gallen das Handelsgericht) die\nKonkursverwaltung (vgl. R. Schwob, in: Bodmer/Kleiner/Lutz, Kommentar zum\nBundesgesetz über die Banken und Sparkassen, 17. Nachlieferung 2006, N 2 Vorbem.\nvor Art. 33 BankG). Mit der Revision von Art. 33 ff. BankG wurden alle behördlichen\nKompetenzen im Zusammenhang mit Bankeninsolvenzen der EBK übertragen\n(Schwob, N 3 Vorbem. vor Art. 33 BankG). Die Kollokation der Forderungen ist in Art.\n36 BankG und Art. 24 ff. der Verordnung der Eidgenössischen Bankenkommission zum\nKonkurs von Banken und Effektenhändlern vom 30. Juni 2005\n(Bankenkonkursverordnung, BKV; SR 952.812.32) geregelt (vgl. Schwob, N 3 ff. zu Art.\n36 BankG). Die Gläubiger können entsprechend Art. 250 SchKG während mindestens\n20 Tagen den Kollokationsplan einsehen (Art. 36 Abs. 2 BankG, Art. 27 BKV; Schwob,\nN 9 ff. zu Art. 36 BankG). Die Kollokationsklage richtet sich nach Art. 250 SchKG (Art.\n28 Abs. 1 BKV). Die Klagefrist beginnt in dem Zeitpunkt zu laufen, ab welchem die\nMöglichkeit besteht, in den Kolloktionsplan Einsicht zu nehmen (Art. 28 Abs. 2 BKV).\nNachdem eine Zuständigkeit des Handelsgerichts gemäss Art. 15 Abs. 3 ZPO obsolet\nist, kann dessen Zuständigkeit ausschliesslich aufgrund von Art. 14 ZPO in Frage\nkommen. Dabei ist eine Zuständigkeit des Handelsgerichts nur gegeben, sofern die\nStreitigkeit mit der gegenseitigen geschäftlichen Tätigkeit zusammenhängt. Dies ist\njedoch meistens bei den betreibungs- und konkursrechtlichen Klagen wie\ninsbesondere Kollokations- und Anfechtungsklagen nicht der Fall (Leuenberger/Uffer-\nTobler, N 2 und 4d zu Art. 14 ZPO). Vorliegend führt der Kläger zudem selber aus, dass\nder Streitwert höchstens Fr. 15'000.-- beträgt und damit die Grenze von Fr. 30'000.--\ngemäss Art. 14 Abs. 1 ZPO nicht erreicht.\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/3\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nMit Schreiben vom 10. und 19. Januar 2007 teilten die Parteien mit, sie seien damit\neinverstanden, dass die eingereichte Kollokationsklage vom Kreisgericht X. beurteilt\nwerde. Das vorliegende Verfahren ist damit als erledigt abzuschreiben. Eine\nÜberweisung des Verfahrens gestützt auf Art. 77 Abs. 1 ZPO entfällt, nachdem der\nKläger die identische Klage bereits beim Kreisgericht X. eingereicht hat.\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/3\n"}