{"Signatur": "SG_HG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2008-04-09", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_HG_001_HG-2005-123_2008-04-09.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=3868&type=1563347022&cHash=d5bfb739e7b391f5b68a8bc7c63d574d", "Checksum": "7346d13fb135b7790f152285cb4c2fe7"}, "Scrapedate": "2025-07-19", "Num": ["HG.2005.123"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht 09.04.2008 HG.2005.123"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht 09.04.2008 HG.2005.123"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht 09.04.2008 HG.2005.123"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 3 lit. b UWG (SR 241) Art. 292 StGB (SR 311.0). Beurteilung der Lauterkeit von Werbeaussagen zur Saugkraft von Haushaltstaubsaugern zweier Konkurrenz-Produkte; Strafdrohung nach Art. 292 StGB nicht nur im Umfang der Gutheissung der Klage, sondern auch im Umfang der Klageanerkennung (Handelsgericht, 9. April 2008, HG.2005.123)."}], "ScrapyJob": "446973/61/1836", "Zeit UTC": "19.07.2025 13:46:09", "Checksum": "ab68192a3d97fc67a8f8340ca7292f6d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Handelsgericht 09.04.2008 HG.2005.123\nRegeste:\nArt. 3 lit. b UWG (SR 241) Art. 292 StGB (SR 311.0). Beurteilung der Lauterkeit von Werbeaussagen zur Saugkraft von Haushaltstaubsaugern zweier Konkurrenz-Produkte; Strafdrohung nach Art. 292 StGB nicht nur im Umfang der Gutheissung der Klage, sondern auch im Umfang der Klageanerkennung (Handelsgericht, 9. April 2008, HG.2005.123).\n\n3. In den nachfolgenden Erwägungen wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit\nauf die ständige Wiederholung der Typenbezeichnungen FC 9206/01 und FC 9202/01\nverzichtet. Wird in nachfolgenden Erwägungen der Marathon-Staubsauger genannt,\nsind immer die Modelle mit der Typenbezeichnung FC 9206/01 und FC 9202/01\ngemeint.\n\nInsofern aber in Ziff. 2.b) und c) sowie Ziff. 5.b) und c) des den Parteien am 11. April\n2008 zugestellten Urteilsdispositivs die Einschränkung auf die Typenbezeichnung\nFC 9206/01 und FC 9202/01 nicht explizit genannt ist, handelt es sich um ein\noffensichtliches Versehen, welches im Rahmen dieser Begründung des Entscheides\nvom 9. April 2008 ohne weiteres im Sinne von Art. 96 GerG (sGS 941.1) zu berichtigen\nist.\n\n4. Die Beklagte hat in ihrer Replik vom 5. Februar 2007 (act. 58) die\nRechtsbegehren der Klägerin vom 22. Dezember 2005 in dem Umfang prozessual und\nmateriell anerkannt, in welchem der Handelsgerichtspräsident im Massnahmeentscheid\nvom 21. November 2005 bereits ein vorsorgliches Verbot verfügt hatte. Insoweit sind\ndie beanstandeten Werbeaussagen der Klägerin vorliegend nicht mehr materiell zu\nbeurteilen.\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/29\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n5. a) Da nicht von der Beklagten anerkannt, bleiben in vorliegendem Verfahren die\nnachfolgenden, seitens der Klägerin beanstandeten Werbeaussagen der Beklagten\nlauterkeitsrechtlich zu beurteilen (vgl. Ziff. 1 des klägerischen Rechtsbegehrens vom\n22. Dezember 2005):\n\n- \"Diese Methode minimiert den Saugkraftverlust\" [kläg. act. 13: Katalog P.\n…, Domestic Appliances and Personal Care, Frühling 2005, S. 80],\n\n- \"hohe Saugleistung\" [kläg. act. 16: DIN Lang (99 mm x 210 mm) Prospekt\n\"Die neuen, starken Staubsauger von P….\", S. 2],\n\n- \"garantiert hohe Saugleistung, die kaum nachlässt\" [kläg. act. 17:\nLeporello \"Saugt dauerhaft mit voller Kraft\" an den Produkten],\n\n- \"dauerhaft hohe Saugleistung\" [kläg. act. 18: In Printmedien, z.B. Tages-\nAnzeiger Beilage TV täglich, Nr. 15 2005, S. 31],\n\n- \"hohe Saugleistung auf Dauer\" [kläg. act. 16: DIN Lang (99 mm x 210\nmm) Prospekt \"Die neuen, starken Staubsauger von P….\", S. 2],\n\n- \"Une puissance d'aspiration extrême qui dure encore, encore,\nencore\" [kläg. act. 17: Leporello \"Saugt dauerhaft mit voller Kraft\" an den Produkten],\n\n- \"un aspirateur au pouvoir d'aspiration élevé et durable\" [kläg. act. 14:\nKatalog P…., Domestic Appliances and Personal Care, Printemps 2005, S. 79],\n\n- \"Puissance d'aspiration qui dure\" [kläg. act. 14: Katalog P.…, Domestic\nAppliances and Personal Care, Printemps 2005, S. 80],\n\n- \"Cette technologie réduit au minimum la perte de puissance\" [kläg. act.\n14: Katalog P.…, Domestic Appliances and Personal Care, Printemps 2005, S. 80],\n\n- \"garantit une déperdition minimale de la puissance d'aspiration\" [kläg.\nact. 17: Leporello \"Saugt dauerhaft mit voller Kraft\" an den Produkten].\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/29\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nb) Sodann ist über den Antrag der Klägerin zu entscheiden, ob die Beklagte zu\nverpflichten sei, auch den Katalog \"P…., Domestic Appliances and Personal Care,\nPrintemps 2005\" zurückzuziehen (vgl. nachfolgende Erw. II.8.b).\n\nc) Ferner bleibt zu entscheiden, ob die Beklagte zu verpflichten sei, die\nvorstehenden, von der Beklagten nicht als verletzend anerkannten Werbeaussagen\n(vgl. Erw. II.5.a hiervor) - soweit enthalten - von ihrer Webseite www.p....ch zu\nentfernen (vgl. Ziff. 3 des klägerischen Rechtsbegehrens vom 22. Dezember 2005; vgl.\nnachfolgende Erw. II.9).\n\nd) Ebenfalls ist über den in der Replik vom 30. Mai 2007 gestellten Antrag der\nKlägerin zu befinden, den Organen der Beklagten sei nicht nur im Umfang der\nGutheissung dieser Klage, sondern auch im Umfang der Klageanerkennung für den Fall\nder Zuwiderhandlung die Bestrafung mit Busse oder Haft wegen Ungehorsams gegen\neine amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB anzudrohen (vgl. nachfolgende Erw. II.\n10).\n\n6. Zur Beurteilung der Werbeaussagen der Beklagten im Einzelnen:\n\na) Wer u. a. über seine Waren und Werke oder Leistungen unrichtige oder\nirreführende Angaben macht verstösst gegen das Lauterkeitsrecht (Art. 3 lit. b UWG).\nAngaben im Rechtssinne sind Angaben mit objektiv überprüfbarem Sinngehalt; sie sind\nvon \"marktschreierischen\" oder \"reklamehaften\" Äusserungen abzugrenzen (Carl\nBaudenbacher, Lauterkeitsrecht - Kommentar zum Gesetz gegen den unlauteren\nWettbewerb (UWG), Basel/Genf/München 2001, Art. 3 lit. b N 29; Magda Streuli-\nYoussef, Unlautere Wettbewerbs- und Verkaufsmethoden (Art. 3 UWG), SIWR V/1, 2.\nAufl., Basel 1998, S. 83). Unrichtige Angaben sind objektiv unwahre, d.h. mit der\nWirklichkeit nicht übereinstimmende Angaben. Dabei kommt es auf das Verständnis\ndes angesprochenen Publikums an - vorliegend auf die Verkehrsauffassung des breiten\nPublikums der Konsumenten (vgl. auch HG.2005.69-HGP: Massnahmeentscheid vom\n21. November 2005, Erw. II.4.a). Den Ausführungen der Klägerin anlässlich der\nHauptverhandlung vom 9. April 2008 ist insofern beizupflichten, als die der hier\nvorzunehmenden Beurteilung zugrunde zu legende Denkfigur des\n\"Durchschnittsverbrauchers\" als eine Hausfrau bzw. ein Hausmann zu umschreiben ist,\n\n"}