{"Signatur": "SG_HG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2004-11-12", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_HG_001_HG-2002-40_2004-11-12.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=4400&type=1563347022&cHash=f5cda9bc2c9f8231c95d8395c44d959c", "Checksum": "243a3d02b7e183a8e325f4c342bda50b"}, "Scrapedate": "2025-07-19", "Num": ["HG.2002.40"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht 12.11.2004 HG.2002.40"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht 12.11.2004 HG.2002.40"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht 12.11.2004 HG.2002.40"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 21 LugÜ (SR 0.275.11) / Art. 27 EuGVO; Art. 17 f. LugÜ; Art. 1 Abs. 2, 3 und 16 Abs. 1 IPRG (SR 291); Art. 78 ZPO (sGS 961.2); Art. 1 Abs. 2 ZGB (SR 210). Verpflichtung der Schweiz einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur Verfügung zu stellen, wenn die Parteien nach Art. 17 LugÜ zulässigerweise nur den internationalen Gerichtsstand (Schweizer Gerichte) vereinbart haben (Handelsgericht, 12. November 2004, HG.2002.40)."}], "ScrapyJob": "446973/61/1836", "Zeit UTC": "19.07.2025 15:15:09", "Checksum": "7c65b59b0dd7d07eda9fbdd1373b1597", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Handelsgericht 12.11.2004 HG.2002.40\nRegeste:\nArt. 21 LugÜ (SR 0.275.11) / Art. 27 EuGVO; Art. 17 f. LugÜ; Art. 1 Abs. 2, 3 und 16 Abs. 1 IPRG (SR 291); Art. 78 ZPO (sGS 961.2); Art. 1 Abs. 2 ZGB (SR 210). Verpflichtung der Schweiz einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur Verfügung zu stellen, wenn die Parteien nach Art. 17 LugÜ zulässigerweise nur den internationalen Gerichtsstand (Schweizer Gerichte) vereinbart haben (Handelsgericht, 12. November 2004, HG.2002.40).\n\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nFall-Nr.: HG.2002.40\nStelle: Handelsgericht\nRubrik: Handelsgericht\nPublikationsdatum: 12.11.2004\nEntscheiddatum: 12.11.2004\n\nEntscheid Handelsgericht, 12.11.2004\nArt. 21 LugÜ (SR 0.275.11) / Art. 27 EuGVO; Art. 17 f. LugÜ; Art. 1 Abs. 2, 3\nund 16 Abs. 1 IPRG (SR 291); Art. 78 ZPO (sGS 961.2); Art. 1 Abs. 2 ZGB (SR\n210). Verpflichtung der Schweiz einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur\nVerfügung zu stellen, wenn die Parteien nach Art. 17 LugÜ zulässigerweise\nnur den internationalen Gerichtsstand (Schweizer Gerichte) vereinbart haben\n(Handelsgericht, 12. November 2004, HG.2002.40).\n\nAus den Erwägungen\n\nDie im Kanton St. Gallen ansässige Klägerin begehrte, es sei festzustellen, dass ihre in\nFrankreich ansässige ehemalige Agentin (Beklagte) keine Ansprüche aus Auflösung des\nAgenturvertrages habe. Die Beklagte bestritt u.a. die Zuständigkeit des\nHandelsgerichts.\n\nII. 6. c) (...) In Bezug auf die innerstaatliche örtliche Zuständigkeit gilt es zu\nberücksichtigen, dass die Parteien in Übereinstimmung mit den Möglichkeiten nach\nLugÜ vereinbart haben, einen Streit den schweizerischen Gerichten zur Entscheidung\nvorzulegen. Dieser Parteiwille ist zu respektieren. Durch Ratifizierung des LugÜ wurde\ndiese Form der Gerichtsstandsklausel auch von der Schweiz als im internationalen\nVerhältnis zulässig anerkannt. Damit hat die Schweiz aber auch die Verpflichtung, für\nsolche Fälle einen innerstaatlichen Gerichtsstand zur Verfügung zu stellen, zumal nach\nArt. 1 Abs. 2 IPRG die völkerrechtlichen Verträge explizit vorbehalten bleiben. Damit\nbesteht eine echte Lücke im Gesetz, welche in Anlehnung an Art. 3 IPRG vom Richter\nzu füllen ist (Art. 1 Abs. 2 ZGB [Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember\n1907; SR 210]). Als Anknüpfungs- und Zuordnungskriterium ist für die Lückenfüllung\neinerseits der Parteiwille (vorliegend örtliche Zuständigkeit der Schweizer Gerichte) und\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nandererseits - in Anlehnung an Art. 3 IPRG - das Kriterium des Sachzusammenhangs\nheranzuziehen, dahingegen spielt das Kriterium der Zumutbarkeit oder Möglichkeit, in\neinem anderen Staat den Prozess zu führen, für diese Fallkonstellationen keine Rolle,\nda dieses Kriterium aufgrund des Vorrangs des Völkerrechts und der im Privatrecht zu\nrespektierenden Privatautonomie dem überreinstimmenden Parteiwillen unterliegen\nmuss.\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/2\n"}