{"Signatur": "SG_HG_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2005-02-25", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_HG_001_HG-1999-54--HG-1999-_2005-02-25.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=4422&type=1563347022&cHash=1efc355fd01d5afac3156083f21a90b7", "Checksum": "38028de21ea6e5b238db76d25c1296d0"}, "Scrapedate": "2025-07-19", "Num": ["HG.1999.54, HG.1999.55"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht 25.02.2005 HG.1999.54, HG.1999.55"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht 25.02.2005 HG.1999.54, HG.1999.55"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht 25.02.2005 HG.1999.54, HG.1999.55"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Handelsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Handelsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 41, 754 und 755 OR (SR 220). Aktienrechtliche Verantwortlichkeit, direkter Gläubigerschaden (Handelsgericht, 25. Februar 2005, HG.1999.54 und HG.1999.55)."}], "ScrapyJob": "446973/61/1836", "Zeit UTC": "19.07.2025 15:12:25", "Checksum": "3d6785fce7c58d770b55af1af9f51ea2", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Handelsgericht 25.02.2005 HG.1999.54, HG.1999.55\nRegeste:\nArt. 41, 754 und 755 OR (SR 220). Aktienrechtliche Verantwortlichkeit, direkter Gläubigerschaden (Handelsgericht, 25. Februar 2005, HG.1999.54 und HG.1999.55).\n\nZur Absicherung des Lügengebäudes und zur Aufrechterhaltung der Täuschung der\nKäufer sei von der A. AG ein sog. \"Versicherungsservice\" erfunden worden. In den\nWerbeschreiben, Inseraten, Telefongesprächen und auch in den Verkaufsgesprächen\nsei stets aufs Neue suggeriert worden, die A. AG übernehme die Werbung bei den\nVersicherungen, Feuerwehren und anderen Grossverwendern der Absorptionskissen.\nInsbesondere sei den Interessierten vorgegaukelt worden, die A. AG unterhalte\nintensive Beziehungen zu den Versicherungen und Berufsfeuerwehren (HG.1999.54-\nHGK: Replik, S. 46 f.; HG.1999.55-HGK: Replik, S. 44 f.; BO: kläg. act. 203, S. 2 ff., 6 f.,\n9 f.; kläg. act. 726, 200, 727, 731, S. 3 Ziff. 110; kläg. act. 731.1 - 731.3; Paud. act. 14).\nDie Verkäufer hätten auch Versicherungen wie Colonia, Winterthur, Allianz usw.\ngenannt (BO: kläg. act. 203, S. 9 unten). Es hätten jedoch mit keiner der\nVersicherungen Zusammenarbeitsverträge bestanden, welche die Werbeaussagen\ngerechtfertigt hätten (HG.1999.54-HGK: Replik, S. 98 f.; HG.1999.55-HGK: Replik, S.\n95 f.; BO: kläg. act. 949.29 - 949.36; kläg. act. 958.2; Edition von Berichten der\nHauptsitze der übrigen von der A. AG genannten Versicherungsgesellschaften).\nVielmehr habe dieser Versicherungsservice bei der A. AG im eigentlichen Sinne gar\nnicht existiert. Die Tätigkeit des \"Versicherungsservices\" habe nämlich im Wesentlichen\ndarin bestanden, die Depositäre, nachdem sie die Ware bezahlt und erhalten hätten,\nanzuschreiben, um sie zu bitten, zwei bis fünf Versicherungsadressen zu liefern.\nNachdem die Depositäre die entsprechenden Adressen geliefert hatten, seien lediglich\ndie vom Depositär genannten Versicherungsagenturen im Umkreis des\n\"Vertriebspartners\" mittels Standardbrief und beigelegter Informationscheckhefte über\ndessen \"Versorgungsbereitschaft\" informiert worden (HG.1999.54-HGK: KS, S. 38; HG.\n1999.55-HGK: KS, S. 36; BO: Verweis auf Aktenstücke aus den Strafakten; Schm. act.\n26 - 32, et al.; vgl. auch kläg. act. 303, Ziff. 17 [Aussage von K.]). Darüber hinaus habe\ndie A. AG überhaupt keinen Support geleistet. Über diese \"Nachbehandlung\" sei in\njedem einzelnen Fall auf einem Formular Protokoll geführt worden (HG.1999.54-HGK:\nReplik, S. 103 ff. HG.1999.55-HGK: Replik, S. 100 ff.; BO: kläg. act. 726\n[Zeugenaussagen von H.]; kläg. act. 958.5, 978.3; Wied. act. 21 et al.).\n\nDas Suggerieren des nichtvorhandenen Vertriebssystems werde zudem auch durch ein\nSchreiben eines niederländischen Anwalts belegt. Dieser habe im Auftrag der A. AG\nu.a. einem Gesprächstermin von H. mit Interessenten beigewohnt und sei dabei zum\nSchluss gekommen, dass der Käufer anhand des Gesprächs sehr einfach den Eindruck\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 56/88\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nbekommen könne, dass alle Verkäufe von Kissen über die Versicherungen laufen\nwürden, ohne dass er selbst noch etwas zu tun brauche (HG.1999.54-HGK: KS, S. 55;\nHG.1999.55-HGK: S. 53; BO: kläg. act. 958.0; Edition der Aussagen im Strafverfahren\nH.).\n\nb) Beklagter 4\n\nWenn die Kläger behaupteten, die A. AG-Verkäufer hätten ihre Käufer bewusst mit\nfalschen Informationen beliefert, wonach sie lediglich Depositär für ihre Region seien,\nwerde dies mit Nachdruck bestritten (HG.1999.54-HGK: KA4, S. 18, N 46; HG.1999.55-\nHGK: KA4, S. 17, N 46). Vielmehr sei der Verkauf an die Endabnehmer nicht Sache der\nA. AG, sondern der Wiederverkäufer gewesen (HG.1999.54-HGK: KA4, S. 13 f., N 28;\nHG.1999.55-HGK: KA4, S. 12 f., N 28). Wenn die Kläger das Chancen-Risiko-Verhältnis\nfalsch beurteilt hätten, gehe es nicht an, diese Falschbeurteilung als Basis für\nVerantwortlichkeitsansprüche gegen die Beklagten zu benützen (HG.1999.54-HGK:\nKA4, S. 15, N 32; HG.1999.55-HGK: KA4, S. 14 f., N 32). Es sei des Weiteren\nwahrheitswidrig, wenn die Kläger behaupteten, in ihren Mailings habe die A. AG\nirgendwelche Verpflichtungen abgegeben, für die Sorbarix A20-Kissen Werbung zu\nbetreiben (HG.1999.54-HGK: KA4, S. 22, N 72; HG.1999.55-HGK: KA4, S. 21, N 72).\nDie Kläger monierten unter dem Titel \"Zusammenarbeit mit Versicherungen\" unwahre\nBehauptungen in der Werbung sowie Falschaussagen bezüglich Herstellung von\nKontakten mit den Versicherungen. Ihre Darstellung unterlegten sie mit nicht datierten\nMustergesprächen sowie mit Aussagen, welchen der Bezug zu den von den Klägern\ngeltend gemachten Forderungen gänzlich fehle. Der Beklagte 4 weise diesbezüglich\nauf die umfangreichen Kontakte seitens der A. AG mit den Versicherungen hin. Zur\nKontaktherstellung habe die A. AG Hunderte von Schreiben an Versicherungen oder\nVersicherungsagenturen, Feuerwehren etc. versendet, um den Wiederverkäufern ihre\nArbeit, bzw. den Vertrieb der Produkte zu erleichtern. Insbesondere sei intern ein\nentsprechendes Servicecenter geführt worden (HG.1999.54-HGK: KA4, S. 17, N 38 f.;\nHG.1999.55-HGK: KA4, S. 16, N 38 f.; BO: Zeugenaussagen von E. , und Z.;\nParteiaussage des Beklagten 4). Die Kläger vermöchten denn auch nicht darzulegen,\ninwiefern die Qualität dieser Kontakte ihre Ansprüche aus Verantwortlichkeit gegenüber\nden Mitgliedern des Verwaltungsrates zu begründen vermöchten (HG.1999.54/55-HGK:\nDuplik, S. 21 Ziff. 64 f.). Der Beklagte 4 bestreitet explizit, es sei behauptet worden, die\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 57/88\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\n"}