{"Signatur": "SG_DEP_002", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2019-10-23", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_DEP_002_ERB-2019-Nr--166_2019-10-23.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-departemente?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=36&type=1563347022&cHash=d8c3f84f288f47d9104b8b6c2d5d8cf8", "Checksum": "e99fd1e46811823f1144abf38fec3236"}, "Scrapedate": "2026-07-18", "Scrapetime": "21:38:52", "Num": ["ERB 2019 Nr. 166"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsbehörden Bildungsdepartement 23.10.2019 ERB 2019 Nr. 166"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Verwaltungsbehörden Bildungsdepartement"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall  Bildungsdepartement"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo  Bildungsdepartement"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Generalsekretariat Bildungsdepartement"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "B.__, geboren am 2. März 2013, wurde Anfang Schuljahr 2017/18 altersgerecht in den Kindergarten eingeschult. Im Moment der Einschulung fielen beim Knaben sprachliche Schwierigkeiten auf, konkret habe er anfangs Schuljahr praktisch kein Wort Deutsch gesprochen. Im ersten Semester des 1. Kindergartenjahrs ist B.__ mit 3 Lektionen DAZ-Unterricht unterstützt worden, im 2. Semester wurde diese Massnahme intensiviert. Seit August 2018 erhält B.__ Logopädieunterricht. Die Sprache hat sich trotz der intensiven Unterstützung nur langsam entwickelt, was sich auch auf das Verhalten des Jungen ausgewirkt hat (Missverständnisse und dadurch Streit mit anderen Kindern). Im Januar 2019 erfolgte eine Abklärung durch den SPD, was in der mittelbaren Empfehlung mündete, B.__ der Einführungsklasse zuzuweisen. Aufgrund des regen Widerstands der Eltern empfahl der SPD jedoch, die Logopädielektionen weiterzuführen und den Knaben in der 1. Regelklasse zu beschulen. Damit solle das zerrüttete Verhältnis zwischen Schulträger und Eltern aufgefangen werden. Letztere liessen B.__ gemäss eigenen Angaben auch zu Hause durch eine private Lehrperson in Deutsch unterrichten und seien überzeugt, dass ihr Sohn das sprachliche Manko so auffangen könne. Die schulpsychologischen Testergebnisse attestieren B.__ eine gute, insgesamt an der Grenze zum überdurchschnittlichen Bereich liegende nichtsprachliche Fähigkeit sowie ein waches Interesse. Die Expertin der vorberatenden Kommission des Erziehungsrates stellte im Rahmen ihrer Abklärungen zusammenfassend fest, dass die derzeitige Beschulung B.__ in der Regelklasse im Grossen und Ganzen gut verlaufe und es dem Knaben zuzumuten sei, in der Regelstruktur zu verbleiben. Der SPD beantragte die Beibehaltung der Logopadielektionen bei Einschulung in die 1. 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Die Sprache hat sich trotz der intensiven Unterstützung nur langsam entwickelt, was sich auch auf das Verhalten des Jungen ausgewirkt hat (Missverständnisse und dadurch Streit mit anderen Kindern). Im Januar 2019 erfolgte eine Abklärung durch den SPD, was in der mittelbaren Empfehlung mündete, B.__ der Einführungsklasse zuzuweisen. Aufgrund des regen Widerstands der Eltern empfahl der SPD jedoch, die Logopädielektionen weiterzuführen und den Knaben in der 1. Regelklasse zu beschulen. Damit solle das zerrüttete Verhältnis zwischen Schulträger und Eltern aufgefangen werden. Letztere liessen B.__ gemäss eigenen Angaben auch zu Hause durch eine private Lehrperson in Deutsch unterrichten und seien überzeugt, dass ihr Sohn das sprachliche Manko so auffangen könne. Die schulpsychologischen Testergebnisse attestieren B.__ eine gute, insgesamt an der Grenze zum überdurchschnittlichen Bereich liegende nichtsprachliche Fähigkeit sowie ein waches Interesse. Die Expertin der vorberatenden Kommission des Erziehungsrates stellte im Rahmen ihrer Abklärungen zusammenfassend fest, dass die derzeitige Beschulung B.__ in der Regelklasse im Grossen und Ganzen gut verlaufe und es dem Knaben zuzumuten sei, in der Regelstruktur zu verbleiben. Der SPD beantragte die Beibehaltung der Logopadielektionen bei Einschulung in die 1. Regelklasse, was ebenso für die Gutheissung spricht: Zwar weist der Knabe noch immer sprachliche Schwierigkeiten aus, kann diese gemäss Einschätzungen des SPD jedoch durch die attestierten guten Leistungen im nichtsprachlichen Bereich kompensieren.\n\nZum Schulbesuch führte die Expertin aus, es habe eine angenehme Atmosphäre und gute\nStimmung in der 1. Klasse geherrscht. Es sei ein guter Wechsel zwischen Ruhe, Aktivität, Einzelarbeit und Freispiel beobachtbar. B.__ gebe sich grosse Mühe, er sei sehr motiviert und\nwirke aufgestellt. Er verstehe Anweisungen, welche seit Beginn an eingeübt worden seien. So\nsei ihm klar, dass der Triangelton bedeute, dass er zuhören und die Arme verschränken soll. In\nder Gruppe orientiere sich B.__ an den anderen Kindern, wenn er die Anweisung nicht verstehe. Wenn er eigenständig einer Arbeit nachgehen soll bzw. Wortschatz gefragt sei, stehe der\nKnabe schnell an. Er versuche solchen Situationen auszuweichen oder abzulenken, indem er\nKörperhaltungen einnehme oder Körperbewegungen oder Geräusche mache, welche lustig sein\nsollen. In solchen Momenten wirke B.__ verloren, er warte und wandere auch mal herum.\n\nDie Klassenlehrperson äusserte sich gegenüber der Expertin dahingehend, dass der Knabe gut\narbeite, wenn es um Zahlen oder Buchstaben gehe. B.__ wolle es gut machen, sei hilfsbereit,\nfreundlich und grüsse jeweils höflich. Verbale Aufträge seien schwierig für ihn und sein Wortschatz sei auffallend klein. B.__ wolle vorwärtskommen, merke aber selber, dass er an Grenzen\nstosse. Das Semester werde B.__ überstehen, gerade weil mit dem Knaben zu Hause viel geübt werde, hingegen stehe die Befürchtung im Raum, es werde für B.__ schwierig, sobald es\ndarum gehe, Sätze zu lesen und zu schreiben. Betreffend das Sozialverhalten wurde vermerkt,\ndass B.__ seit der dritten und vierten Schulwoche mehr und mehr versucht habe, bei den anderen Kindern Anschluss zu finden.\n\nDie Schulische Heilpädagogin vermeldete, B.__ sei anlässlich der ersten drei Besuche gut gelaunt und fröhlich gewesen, auch im Kontakt mit Klassenkameraden. Es sei offensichtlich, dass\nder Knabe ab und zu die Anforderungen der Lehrperson nicht verstanden habe. B.__ habe\nStrategien entwickelt, wie er für sich schwierige Situationen bewältigen könne. Er frage beispielsweise bei der Lehrperson nach oder schaue bei einem Mitschüler ab. Ein Gespräch zu\nführen oder eine Frage zu beantworten bereite dem Knaben Mühe, da Wortschatz und Sprachverständnis noch nicht genug entwickelt seien. Er wirke unsicher, wolle aber trotz der Frustration kommunizieren und erklären, was genau er meine. Dies bedeute für die Schulische Heilpädagogin, dass B.__ Vertrauen zur Lehrperson habe und seine Motivation zum Lernen hoch sei.\nDer Knabe habe kognitiv eine gute Chance für weitere Fortschritte, obwohl er bis anhin auf Begleitung angewiesen gewesen sei. Er brauche Zeit, Vertrauen und Stabilität.\n\nIm Gespräch der Expertin mit den Rekurrenten seien die grossen Bedenken spürbar geworden,\ndass B.__ in der Einführungklasse unterfordert sein könnte. Dieser Weg erachteten die Rekurrenten eher als Zeitverschwendung. In der Regelklasse werde ihr Sohn mehr gefordert und gefördert. Ebenso kenne B.__ die Mitschülerinnen und Mitschüler bereits, weshalb keine neuen\nBeziehungen aufgebaut werden müssten. Sie seien sich bewusst, dass ihr Sohn in Deutsch\nSchwierigkeiten habe, würden ihn jedoch auch gut kennen und seien sicher, dass er deswegen\ndie Motivation nicht verlieren oder aufgeben werde. Sie (die Rekurrenten) würden ihren Sohn\nauch weiterhin mit einer privaten Deutschlehrerin unterstützen, um die sprachlichen Defizite rascher auszugleichen. Die Rekurrenten hätten sich zudem gewünscht, B.__ hätte mehr Zeit bis\nzum Entscheid erhalten um zu zeigen, was in ihm stecke. Es störe die Rekurrenten zudem,\ndass die dem vorinstanzlichen Entscheid zugrundeliegenden Akten bereits im Januar 2019 erstellt worden seien und B.__s Entwicklung nicht berücksichtigt worden sei. Ihres Erachtens\nseien die Berichte mittlerweile überholt.\n\n"}