{"Signatur": "SG_ABSK_001", "Spider": "SG_Gerichte", "Datum": "2012-08-28", "PDF": {"Datei": "SG_Gerichte/SG_ABSK_001_AB-2012-12_2012-08-28.pdf", "URL": "https://publikationen.sg.ch/rechtsprechung-gerichte?tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bcontroller%5D=DownloadPdf&tx_diamjudicalsg_judicalpublicationpdf%5Bpublication%5D=1846&type=1563347022&cHash=109ae8c7c7b3da595cc818d065aaff0a", "Checksum": "713ac63ae9944be3926bffa8ff0a1b40"}, "Scrapedate": "2025-07-19", "Num": ["AB.2012.12"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs 28.08.2012 AB.2012.12"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs 28.08.2012 AB.2012.12"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs 28.08.2012 AB.2012.12"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "St.Gallen Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Saint-Gall Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "San Gallo Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kantonsgericht Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs und"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 30a SchKG (SR 281.1). Gültigkeit und Anwendbarkeit der Übereinkunft zwischen den schweizerischen Kantonen Zürich, Bern, Luzern, St. Gallen sowie weiteren und dem Königreich Bayern über die gleichmässige Behandlung der gegenseitigen Staatsangehörigen in Konkursfällen vom 11. Mai/27. Juni 1834.  Die Übereinkunft mit Bayern kann gegenüber den schweizerischen Kantonen nur dann Anwendung finden, wenn im Bundesland und ehemaligen Königreich Bayern der Konkurs zufolge Wohnsitzes oder (statutarischen) Sitzes des Schuldners eröffnet worden ist und daneben Vermögenswerte des Schuldners in der Schweiz liegen. Befindet sich der Wohnsitz oder (statutarische) Sitz des Schuldners hingegen in einem Schweizer Kanton, so liegt das über den Schuldner bzw. die \"schweizerische Gesellschaft\" eröffnete deutsche Hauptinsolvenzverfahren ausserhalb des Geltungsbereichs der Übereinkunft mit Bayern. Zudem ist aufgrund des in der Schweiz eröffneten und wieder eingestellten Konkurses zufolge der Priorität und Einheit des Konkurses ein weiteres (sowohl in- als ausländisches) Insolvenzverfahren ausgeschlossen (Kantonsgericht, Obere kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs, 28. August 2012, AB.2012.12)."}], "ScrapyJob": "446973/61/1836", "Zeit UTC": "19.07.2025 09:24:07", "Checksum": "4ca6f1cbb24fbd94241674167c23f766", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid St.Gallen Kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs 28.08.2012 AB.2012.12\nRegeste:\nArt. 30a SchKG (SR 281.1). Gültigkeit und Anwendbarkeit der Übereinkunft zwischen den schweizerischen Kantonen Zürich, Bern, Luzern, St. Gallen sowie weiteren und dem Königreich Bayern über die gleichmässige Behandlung der gegenseitigen Staatsangehörigen in Konkursfällen vom 11. Mai/27. Juni 1834.  Die Übereinkunft mit Bayern kann gegenüber den schweizerischen Kantonen nur dann Anwendung finden, wenn im Bundesland und ehemaligen Königreich Bayern der Konkurs zufolge Wohnsitzes oder (statutarischen) Sitzes des Schuldners eröffnet worden ist und daneben Vermögenswerte des Schuldners in der Schweiz liegen. Befindet sich der Wohnsitz oder (statutarische) Sitz des Schuldners hingegen in einem Schweizer Kanton, so liegt das über den Schuldner bzw. die \"schweizerische Gesellschaft\" eröffnete deutsche Hauptinsolvenzverfahren ausserhalb des Geltungsbereichs der Übereinkunft mit Bayern. Zudem ist aufgrund des in der Schweiz eröffneten und wieder eingestellten Konkurses zufolge der Priorität und Einheit des Konkurses ein weiteres (sowohl in- als ausländisches) Insolvenzverfahren ausgeschlossen (Kantonsgericht, Obere kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs, 28. August 2012, AB.2012.12).\n\nAmtsgericht Nürnberg, welches das Insolvenzverfahren über die Z.__ AG eröffnet hat,\nliegt ebenfalls im Bundesland und ehemaligen Königreich Bayern (www.uniregensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/w98vsmm42.html; http://\nde.wikipedia.org/w/index.php?\ntitle=Datei:Deutscher_Bund.png&filetimestamp=20120620122450). Damit stellt sich\nvorerst die Frage, ob der Übereinkunft mit Bayern noch Gültigkeit zukommt.\n\nDie Übereinkunft mit Bayern (publiziert z.B. in Walder, SchKG-Kommentar, 17. A.,\nZürich 2007, S. 1108 f.) ist gemäss Lehre und Rechtsprechung noch in Kraft (vgl.\neinlässlich dazu Entscheid der AB Schaffhausen vom 16.7.1982, in: Rechtsprechung\nzum Insolvenz- und Sanierungsrecht, ZIP 2/83 S. 200 und Entscheid des\nKonkursrichteramts Zürich vom 4.3.1997, in: BlSchK 63 [1999] Nr. 7 S. 27 und ZR 96\n[1997] Nr. 104 S. 220, je mit diversen weiteren Hinweisen; Entscheid des Obergerichts\nZürich vom 22. November 2011 E. III.4. [Geschäfts Nr. LN100041-O/U, publiziert unter\nwww.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LN100041-O5.pdf];\nZiltener/Späth, Die Anerkennung ausländischer Konkurse in der Praxis des\nBezirksgerichts Zürich, in: Schweizerische Zeitschrift für Zivilprozess- und\nZwangsvollstreckungsrecht (ZZZ) 2005 S. 51; Buchner, Zur internationalen\nZuständigkeit des Konkursverwalters, speziell im deutsch-schweizerischen Verhältnis,\nin: BlSchK 50 [1986] S. 83 f.; Meier, Internationales Zivilprozessrecht und\nZwangsvollstreckungsrecht mit Gerichtsstandsgesetz, 2. A., Zürich 2005, S. 193;\nStaehelin Daniel, Die Anerkennung ausländischer Konkurse und Nachlassverträge in\nder Schweiz (Art. 166 ff. IPRG), Basel 1989, S. 80; BSK SchKG I - Staehelin Matthias,\nArt. 30a N 76; Bürgi, Konkursrechtliche Staatsverträge der Schweiz mit den ehemaligen\nKönigreichen Württemberg und Bayern sowie mit Frankreich, in: Festschrift 100 Jahre\nSchKG, Zürich 1989, S. 178; David, In Vergessenheit geratene Staatsverträge, in: SJZ\n69 [1973] S. 84 ff.; Nussbaum, a.a.O., S. 50; entsprechende Hinweise finden sich auch\nin BGE 109 III 83; ausführlich zum Bestand der Übereinkunft mit dem Königreich\nWürttemberg: Bürgi, Die \"Übereinkunft zwischen der Schweizerischen\nEidgenossenschaft und der Krone Württemberg, betreffend die Konkursverhältnisse\nund gleiche Behandlung der beiderseitigen Staatsangehörigen in\nKonkursfällen\" (Konkursvertrag) vom 12. Dezember 1825 / 13. Mai 1826, in: BlSchK\n1974 S. 1 ff. inkl. der Wiedergabe der Meinungsäusserung des Eidg. Justiz- und\nPolizeidepartements zur Frage der Rechtsbeständigkeit des Staatsvertrages. Diese\n\n© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12\nPublikationsplattform\nSt.Galler Gerichte\n\nErwägungen dürften auch für die Übereinkunft mit Bayern zutreffen). Der Umstand,\ndass die Übereinkunft mit Bayern in der st. gallischen Rechtssammlung\n(www.gallex.ch) nicht aufgenommen worden ist, steht der Anwendbarkeit nicht\nentgegen (vgl. David, a.a.O., S. 86).\n\nDa Art. 1 Abs. 2 IPRG ausdrücklich einen Vorbehalt zugunsten völkerrechtlicher\nVerträge enthält, ist die Übereinkunft mit Bayern auch nach Inkrafttreten des IPRG\nnoch gültig (vgl. Entscheid des Konkursrichteramts Zürich vom 4.3.1997, in: BlSchK 63\n[1999] Nr. 7 S. 28 und ZR 96 [1997] Nr. 104 S. 220 je mit diversen weiteren Hinweisen;\nEntscheid des Obergerichts Zürich vom 22. November 2011 E. III.4.c [Geschäfts Nr.\nLN100041-O/U]; Staehelin Daniel, a.a.O., S. 80; Bürgi, Festschrift, a.a.O., S. 197).\n\n"}