{"Signatur": "NW_OG_001", "Spider": "NW_Gerichte", "Datum": "2021-05-28", "PDF": {"Datei": "NW_Gerichte/NW_OG_001_24347_2021-05-28.pdf", "URL": "https://www.nw.ch/_rte/publikation/24347", "Checksum": "f9c8ad4df641a848582c90d721d2281d"}, "Scrapedate": "2026-02-20", "Num": ["24347"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Nidwalden Gerichte 28.05.2021 24347"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Nidwald Gerichte 28.05.2021 24347"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Nidvaldo Gerichte 28.05.2021 24347"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Nidwalden Gerichte "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Nidwald Gerichte "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Nidvaldo Gerichte "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Unfallversicherung (SV 20 16)"}], "ScrapyJob": "446973/58/2373", "Zeit UTC": "20.02.2026 03:04:34", "Checksum": "99f08ed491c7dc83670375a58f3c7da6", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Nidwalden Gerichte 28.05.2021 24347\nRegeste:\nUnfallversicherung (SV 20 16)\n\nPosttraumatische Rotationsinstabilität OSG links\n− St. n. Supinationstrauma OSG links am 31.3.2019\n− St. n. lateraler OSG-Bandplastik 1993\n− St. n. lateraler OSG-Bandplastik 1998\nAsymmetrischer Pes planovalgus links > rechts\nAsymptomatische fibröse Coalitio calcaneonaviculare links\n\nDas konventionelle Röntgen habe keinen Anhalt für ossäre oder eine höhergradige degenerative Veränderungen gezeigt. Das MRI vom 10/2019 zeige eine Läsion des LFTA (Lig. fibuloralare anterius), weiterhin eine Signalerhöhung Ligamentum deltoideum und dünnkalibriges\nTibiospring-Ligament, sowie nebenbefundlich eine calcaneonaviculare Koalition. Man sehe\ninsbesondere klinisch eine Rotationsinstabilität OSG links, welche auf das stattgehabte Distorsionsereignis zurückzuführen sei.\n\n4.10\nAm 5. Mai 2020 erfolgte eine operative Rekonstruktion des Lig. péronéo-calcanéen (Lig. cal-\ncaneo-fibulare). Im französisch abgefassten Operationsbericht vom 7. Mai 2020 hielt der Operateur D.__ u.a. fest (Suva-act. 51):\n\nDer Patient stellt sich mit chronischen Schmerzen im linken Knöchel und subjektiver und objektiver lateraler Instabilität nach einer schweren Verstauchung des linken Knöchels im März\n2019 vor. Trotz adäquater konservativer Behandlung persistieren die Schmerzen und Beschwerden bei wiederholten Verstauchungen seit diesem Ersttrauma auch auf normalen Oberflächen. Trotz adäquater konservativer Behandlung in Form von Physiotherapie Persistenz der\nSymptomatik mit überwiegend objektiver Instabilität (vermehrtes seitliches «bâillement]» bei\nInsuffizienz du ligament péronéo-calcanéen [Lig. calcaneo-fibulare]). Zu beachten ist, dass der\nPatient bereits 1993 und 1998 auf Höhe des Außenbandapparates eine Bandnaht erhalten\nhatte (je nach Ansatz wahrscheinlich Retinaculumnaht). Der Patient war seit diesen Ereignissen bis zu dieser erneuten Knöchelverstauchung im März 2019 völlig asymptomatisch. Es ist\nanzumerken, dass die nach diesem Trauma durchgeführte MRT-Untersuchung eine calcaneonaviculare Coalition zeigte, die jedoch völlig asymptomatisch ist. Aufgrund der posttraumatischen Bandinsuffizienz und der vom Patienten geschilderten Symptomatik entscheiden wir\nuns für eine chirurgische Behandlung durch Rekonstruktion des Lig. péronéo-calcanéen (Lig.\ncalcaneo-fibulare). Der Patient ist mit diesem Vorschlag einverstanden. Die Zustimmung ist\nunterschrieben. […]\n12 │ 17\n\nDarstellung des Lig. péronéo-calcanéen (Lig. calcaneo-fibulare) mit Ablösung am distalen\nEnde der Fibula mit Narbenbildung im Bereich des Sprungbeins in leicht hypertrophem Fasergewebe, wahrscheinlich aufgrund der Eingriffe 1993 und 1998. Fotografische Dokumentation.\nDas Band wird auf dieser Ebene proximal eingesetzt, wobei darauf geachtet wird, dass die\nAnsatzstelle am Fersenbein erhalten bleibt. Die Spitze des Aussenknöchels wird bis zum Anschlag vorgeschoben.\n\n4.11\nIn seiner deutsch verfassten Stellungnahme an die Suva vom 19. Mai 2020 (Suva-act. 57)\nmeinte der Fusschirurg D.__, die Diagnose der posttraumatischen OSG-Bandinstabilität sei\nvor allem eine klinische Diagnose. Hätte der Kreisarzt den Versicherten untersucht, hätte auch\ner festgestellt, dass die zwei Voroperationen am OSG 1993 und 1998 eine typische Naht des\nRetinaculums (Halteband) im Bereich des lateralen Malleolus (Aussenknöchels) waren und\nkeine echten Bandrekonstruktionen. Das sei klar an der Lokalisation der Zugänge zu sehen.\nEs gebe auch keine Bandrekonstruktion im Bereich des unteren Sprunggelenks, wie im Bericht\nvom 15. November 2019 festgehalten. Man wisse, dass dazumal viele OSG-Verstauchungen\noperativ angegangen worden seien. Es seien eher direkte Nähte im Bereich des Retinaculums\nals echte Nähte der Bänder und meist überflüssige Operationen gewesen. In den letzten Jahren würden die meisten OSG-Distorsionen konservativ behandelt. Es gebe aber Fälle wie jene\ndes Versicherten, wo der Bandapparat lateral trotz adäquater konservativer Behandlung nicht\nrichtig heile und der Patient eine typische subjektive und auch objektive Bandinstabilität entwickle. In diesem Fall habe er intraoperativ die Insuffizienz des lateralen Bandapparates feststellen und dokumentieren können. Der proximale Ansatz des Ligamentum talo-fibulare anterius und calcaneo-fibulare seien nicht mehr an der Spitze des lateralen Malleolus fixiert gewesen, aber im Bereich der Gelenkskapsel des unteren Sprunggelenks, wie man es typsicherweise nach solchen Verletzungen sehe. Der proximale Ansatz der lateralen Bänder sei wieder\nanatomisch an der Spitze des lateralen Malleolus mittels zwei Mitek-Ankern refixiert und mit\neinem Periostlappen verstärkt worden.\n\nDer Versicherte habe im März 2019 eine typische OSG-Distorsion links mit forcierter Supination gehabt. Der Unfallmechanismus habe zu einer Verletzung des lateralen Bandapparates\n(eindeutig strukturelle Läsion) geführt. Trotz adäquater Behandlung habe der Patient eine\nchronische subjektive und objektive Bandinstabilität mit Insuffizienz des lateralen Bandapparates entwickelt. Die Operationen von 1993 und 1998 seien keine Bandrekonstruktionen gewesen, sondern wie damals durchgeführt, eine Naht des Retinaculums. Die Verletzung vom\n13 │ 17\n\nMärz 2019 sei ein neues Ereignis, bei dem die Unfallkausalität überwiegend wahrscheinlich\nbewiesen sei. Die beschriebene calcaneo-navikulare Coalitio sei ein Zufallsbefund und nie\nsymptomatisch gewesen. Es sei nicht ersichtlich aufgrund welcher Kriterien eine Abheilung\nder Unfallfolgen nach acht Wochen angenommen werde.\n\n"}