Die verheirateten Eltern bleiben somit grundsätzlich bis zur rechtskräftigen Scheidung gemeinsame Inhaber der elterlichen Sorge (Urteil des Bundesgerichts 6P.21/2007 vom 20.4.2007 E. 6.2.1). Nach der Scheidung kommt die alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge als Täterin nicht mehr in Betracht (so explizit Eckert, a.a.O., N 15 zu Art. 220 StGB; BGE 125 IV 14; BGE 104 IV 90). Den Schutz von Art. 220 StGB geniesst nur, wer die elterliche Sorge ausübt. Der Inhaber der (alleinigen) elterlichen Sorge kann sich somit nicht des Entziehens von Unmündigen schuldig machen (BGE 125 IV 14; BGE 104 IV 90; BGE 98 IV 35 E. 2).