{"Signatur": "LU_KG_004", "Spider": "LU_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2016-12-27", "HTML": {"Datei": "LU_Gerichte/LU_KG_004_7H-15-280_2016-12-27.html", "URL": "https://gerichte.lu.ch/recht_sprechung/lgve/Ajax?EnId=10573", "Checksum": "646579015a0ea043e90ee3956945a58b"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["7H 15 280"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Luzern Kantonsgericht 4. Abteilung 27.12.2016 7H 15 280"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Luzern Kantonsgericht 4. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Lucerne  4. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Lucerna  4. Abteilung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verpflichtung zur Mitbegründung einer Güterstrassengenossenschaft. Güterstrassengenossenschaften sind allgemein öffentlich-rechtlicher Natur. Vorliegend ist ein öffentliches Interesse an der Beitrittsverpflichtung zu bejahen (E. 3). Statutarische Bestimmungen einer Strassengenossenschaft, mit welchen die Rechte eines Mitglieds an seinem Grundeigentum eingeschränkt werden, stellen einen öffentlich-rechtlichen Eingriff in das Eigentum dar. Die zwangsweise Einräumung von Nutzungsrechten muss als formelle Enteignung gegen volle Entschädigung erfolgen (E. 4). | Art. 26 Abs. 2 BV; Art. 16 Abs. 1 RPG; Art. 59 Abs. 3 ZGB, Art. 694 ZGB; § 17 EGZGB, § 23 EGZGB; § 4 Abs. 2 EntG; § 32 Abs. 1 KLwG, § 33 KLwG, § 35 Abs. 1 KLwG, § 38 Abs. 1 KLwG; § 60 Abs. 3 KLwV; § 2 PV, § 3 Abs. 2 PV, § 5 Abs. 2 PV, § 11 PV; § 2 Abs. 1 StrG, § 3 Abs. 3 StrG, § 8 Abs. 1 StrG, § 9 StrG, § 13 StrG, § 14 Abs. 3 StrG, § 54 StrG, § 56 StrG, § 57 StrG, § 58 StrG, § 60 StrG, § 61 StrG, § 80 StrG, § 82 StrG; § 2 StrV, § 9 StrV. | Strassenrecht"}], "ScrapyJob": "446973/63/2423", "Zeit UTC": "21.03.2026 03:02:13", "Checksum": "c866f0266a6a76a1929a0bc7accf5504", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Luzern Kantonsgericht 4. Abteilung 27.12.2016 7H 15 280\nRegeste:\nVerpflichtung zur Mitbegründung einer Güterstrassengenossenschaft. Güterstrassengenossenschaften sind allgemein öffentlich-rechtlicher Natur. Vorliegend ist ein öffentliches Interesse an der Beitrittsverpflichtung zu bejahen (E. 3). Statutarische Bestimmungen einer Strassengenossenschaft, mit welchen die Rechte eines Mitglieds an seinem Grundeigentum eingeschränkt werden, stellen einen öffentlich-rechtlichen Eingriff in das Eigentum dar. Die zwangsweise Einräumung von Nutzungsrechten muss als formelle Enteignung gegen volle Entschädigung erfolgen (E. 4). | Art. 26 Abs. 2 BV; Art. 16 Abs. 1 RPG; Art. 59 Abs. 3 ZGB, Art. 694 ZGB; § 17 EGZGB, § 23 EGZGB; § 4 Abs. 2 EntG; § 32 Abs. 1 KLwG, § 33 KLwG, § 35 Abs. 1 KLwG, § 38 Abs. 1 KLwG; § 60 Abs. 3 KLwV; § 2 PV, § 3 Abs. 2 PV, § 5 Abs. 2 PV, § 11 PV; § 2 Abs. 1 StrG, § 3 Abs. 3 StrG, § 8 Abs. 1 StrG, § 9 StrG, § 13 StrG, § 14 Abs. 3 StrG, § 54 StrG, § 56 StrG, § 57 StrG, § 58 StrG, § 60 StrG, § 61 StrG, § 80 StrG, § 82 StrG; § 2 StrV, § 9 StrV. | Strassenrecht\n\n| Instanz: | Kantonsgericht |\n|---|---|\n| Abteilung: | 4. Abteilung |\n| Rechtsgebiet: | Strassenrecht |\n| Entscheiddatum: | 27.12.2016 |\n| Fallnummer: | 7H 15 280 |\n| LGVE: | |\n| Gesetzesartikel: | Art. 26 Abs. 2 BV; Art. 16 Abs. 1 RPG; Art. 59 Abs. 3 ZGB, Art. 694 ZGB; § 17 EGZGB, § 23 EGZGB; § 4 Abs. 2 EntG; § 32 Abs. 1 KLwG, § 33 KLwG, § 35 Abs. 1 KLwG, § 38 Abs. 1 KLwG; § 60 Abs. 3 KLwV; § 2 PV, § 3 Abs. 2 PV, § 5 Abs. 2 PV, § 11 PV; § 2 Abs. 1 StrG, § 3 Abs. 3 StrG, § 8 Abs. 1 StrG, § 9 StrG, § 13 StrG, § 14 Abs. 3 StrG, § 54 StrG, § 56 StrG, § 57 StrG, § 58 StrG, § 60 StrG, § 61 StrG, § 80 StrG, § 82 StrG; § 2 StrV, § 9 StrV. |\n| Leitsatz: | Verpflichtung zur Mitbegründung einer Güterstrassengenossenschaft. Güterstrassengenossenschaften sind allgemein öffentlich-rechtlicher Natur. Vorliegend ist ein öffentliches Interesse an der Beitrittsverpflichtung zu bejahen (E. 3). Statutarische Bestimmungen einer Strassengenossenschaft, mit welchen die Rechte eines Mitglieds an seinem Grundeigentum eingeschränkt werden, stellen einen öffentlich-rechtlichen Eingriff in das Eigentum dar. Die zwangsweise Einräumung von Nutzungsrechten muss als formelle Enteignung gegen volle Entschädigung erfolgen (E. 4). |\n| Rechtskraft: | Dieser Entscheid ist rechtskräftig. |\n| Entscheid: | Aus den Erwägungen:\n3. 3.1. Die Verpflichtung von Grundeigentümern zur (Mit-)Gründung einer Strassengenossenschaft setzt zunächst voraus, dass es sich bei den betroffenen Strassen um Güterstrassen (vgl. § 56 des Strassengesetzes [StrG; SRL Nr. 755]) bzw. um Privatstrassen (vgl. § 60 StrG) handelt.\nNach gesetzlicher Definition sind Güterstrassen Strassen und Bewirtschaftungswege, die landwirtschaftliche Liegenschaften, Wälder und Alpen erschliessen und die vorwiegend der Land- und Waldwirtschaft dienen (§ 8 Abs. 1 StrG). Privatstrassen hingegen dienen der Erschliessung des Baugebiets (§ 9 Satz 1 StrG).\nBei der A-strasse und der B-strasse handelt es sich, soweit sie auf dem Grundstück des Beschwerdeführers verlaufen, um eine Güterstrasse im Wald 2. Klasse bzw. um eine Güterstrasse 3. Klasse. Eine Öffentlicherklärung erfolgte offenbar bis anhin nicht, womit diese Strassen private Güterstrassen darstellen (§ 3 Abs. 3 Satz 2 am Ende sowie § 13 StrG), was zumindest für die A-strasse auch durch die Vorinstanz bestätigt wird.\n3.2. Zweck der Unterhaltsgenossenschaft Z (UHG Z) soll gemäss Ziff. 1 des Sachverhalts des angefochtenen Entscheids der Betrieb und der Unterhalt der Güterstrassen in der Gemeinde Z werden. Demgegenüber spricht § 2 der provisorischen Statuten (Entwurf) vom 25. September 2015 vom \"Bau und Erhalt, umfassend den betrieblichen und baulichen Unterhalt sowie Erneuerung\" der Strassen. Bereits die Bezeichnung \"Unterhaltsgenossenschaft\" weist allerdings darauf hin, dass die UHG Z offenbar vorwiegend den Unterhalt bestehender Güterstrassen bezweckt, kaum aber den Bau neuer Güterstrassen.\nBetroffen sind die Eigentümer jener Grundstücke, die im Parzellenverzeichnis und im zugehörigen \"Beizugsplan/Werkplan Güterstrassen\" aufgeführt werden. Aus diesem Plan ergibt sich, dass darauf – soweit ersichtlich – sämtliche Güterstrassen bzw. Güterstrassen im Wald auf dem Gebiet der Gemeinde Z verzeichnet sind, mit Ausnahme jener in den Gebieten Y und X im Südwesten bzw. Südosten, welche gemäss Plan ausserhalb des Perimeters des Beizugsgebiets liegen und für deren Unterhalt offenbar zwei andere Genossenschaften zuständig sind.\nDie UHG Z, deren Gründung im angefochtenen Entscheid angeordnet wurde, stellt demnach eine künftige Strassengenossenschaft im Sinn des StrG dar. Dadurch besteht im konkreten Fall mit § 56 Abs. 1 StrG an sich eine gesetzliche Grundlage für eine Verpflichtung zum Beitritt zur UHG Z.\n3.3. 3.3.1. Die gesetzliche Befugnis der Gemeinde, betroffene Grundeigentümer zur Gründung einer Strassengenossenschaft oder zum Beitritt zu einer solchen zu verpflichten, verlangt sodann, dass diese einzig der Wahrung öffentlicher Interessen dient. Allein öffentliche Interessen können im Einzelfall die Anordnung einer derartigen Verpflichtung rechtfertigen. Mit anderen Worten stellt das Strassengesetz Zwangsgründung und Zwangsbeitritt der Gemeinde als hoheitliche Befugnisse nur dann zur Verfügung, wenn und insoweit öffentliche Interessen gewahrt werden müssen. Die Wahrung allein privater Interessen sind hoheitlichem Zwang nicht zugänglich (vgl. LGVE 1991 III Nr. 15; Urteil des Kantonsgerichts Luzern 7H 14 29 vom 16.4.2015 E. 2.3)."}