{"Signatur": "LU_KG_002", "Spider": "LU_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2014-06-04", "HTML": {"Datei": "LU_Gerichte/LU_KG_002_3B-14-8_2014-06-04.html", "URL": "https://gerichte.lu.ch/recht_sprechung/lgve/Ajax?EnId=10309", "Checksum": "768728a735796e184db9e23f020a8162"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["3B 14 8", "2014 II Nr. 7"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Luzern Kantonsgericht 2. Abteilung 04.06.2014 3B 14 8 (2014 II Nr. 7)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Luzern Kantonsgericht 2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Lucerne  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Lucerna  2. 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Für den Zeitpunkt der Heirat oder zumindest zeitnähere Daten existieren keine Nachweise betreffend das vom Kläger angesparte Vorsorgekapital. Der Vorinstanz lag zudem ein Schreiben der Stiftung A vom 28. November 2012 vor, worin diese die aktuelle Austrittsleistung per 30. November 2012 mitteilte und ausdrücklich darauf hinwies, dass ihr wegen fehlender Unterlagen des Vorversicherers die Höhe der Austrittsleistung zum Zeitpunkt der Heirat nicht bekannt sei, weswegen sich die zu teilende Austrittsleistung gemäss Art. 22 FZG nicht berechnen lasse. Da es sich nach dem vorstehend Gesagten bei der Streitsache der Parteien um einen nachgerade prototypischen Anwendungsfall von Art. 22a FZG handelt, ist in Übereinstimmung mit den Ausführungen des Klägers in seiner Anschlussberufungsantwort vom 24. April 2014 die Austrittsleistung anhand der Vorgaben dieser Norm zu bestimmen. 4.2. 4.2.1. Per 1. Januar 1986 verfügte der Kläger über ein Vorsorgekapital von Fr. 5'796.85, das bis zum 1. Januar 1992 auf Fr. 23'797.-- anwuchs. Im Verlauf dieses Zeitintervalls von genau 6 Jahren äufnete der Kläger mithin zusätzliches Kapital im Umfang des Differenzbetrags von Fr. 18'000.15, den es in Anwendung der Tabellen des EDI auf die Zeit vor der Ehe (5 Jahre und 1 Monat) und die Zeit während der Ehe (11 Monate) aufzuteilen gilt. Gemäss der einschlägigen Tabelle im Anhang der Verordnung des EDI beträgt der Anteil des vorehelich angesparten Kapitals bei 6 Beitragsjahren zwischen der letzten Mitteilung der Eintrittsleistung vor Eheschliessung und der ersten Mitteilung der Austrittsleistung nach Eheschliessung für den Fall, dass genau ein Ehejahr in diese Beitragsdauer zu liegen kommt, 79 %. Da in casu lediglich 11 anstelle von 12 Ehemonaten in das besagte Beitragsintervall fallen, rechtfertigt es sich, mindestens 80 % des Differenzbetrags als vorehelich einbezahltes Kapital zu betrachten. Diese Quote stimmt im Übrigen sehr gut mit dem Ergebnis einer linearen Interpolation der tabellarischen Werte mit der Methode der kleinsten Quadrate überein. Danach lassen sich die vorgegebenen Daten durch die Gerade y = 95.46 - 16.68 * x approximieren, die für x = 11/12 einen Wert von y = 80.17 (%) liefert. 80 % von Fr. 18'000.15 entsprechen Fr. 14'400.10. Hinzuzuaddieren sind die am 1. Januar 1986 bereits vorhandenen Fr. 5'796.85, woraus ein voreheliches Vorsorgeguthaben von Fr. 20'196.95 oder – gerundet – Fr. 20'200.-- resultiert. 4.2.2. Das vorehelich geäufnete Vorsorgekapital ist ab dem 1. Februar 1991 (Heirat der Parteien) aufzuzinsen. Es gelten die Mindestzinssätze gemäss Art. 12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2; SR 831.441.1): a. für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2002: 4 %; b. für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2003: 3.25 %; c. für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2004: 2.25 %; d. für den Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2007: 2.5 %; e. für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2008: 2.75 %; f. für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2011: 2 %; g. für den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2013: 1.5 %; h. für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2014 1.75 %. Der unangefochten gebliebene Scheidungspunkt (…) erwuchs am 24. März 2014 in Rechtskraft (…). Unter Verwendung der Zinseszinsformel (K = K0 * (1 + z/100)^t; K: Kapital am Ende eines Zeitintervalls; K0: Kapital zu Beginn eines Zeitintervalls; z: Zinssatz; t: Zeitintervall [in Jahren]) ergeben sich für das vorehelich vorhandene Vorsorgekapital des Klägers im Zeitraum zwischen dem 1. Februar 1991 und dem 24. März 2014 folgende (Zwischen-)Ergebnisse: 1. Februar bis 31. Dezember 1991: K0 = Fr. 20'200.00; z = 4; t = 334/365; K = Fr. 20'938.14; Januar 1992 bis Dezember 2002: K0 = Fr. 20'938.14; z= 4; t = 11; K = Fr. 32'233.30; Januar bis Dezember 2003: K0 = Fr. 32'233.30; z = 3.25; t = 1; K = Fr. 33'280.88; Januar bis Dezember 2004: K0 = Fr. 33'280.88; z = 2.25; t = 1; K = Fr. 34'029.70; Januar 2005 bis Dezember 2007: K0 = Fr. 34'029.70; z = 2.5; t = 3; K = Fr. 36'646.27; Januar bis Dezember 2008: K0 = Fr. 36'646.27; z = 2.75; t = 1; K = Fr. 37'654.04; Januar 2009 bis Dezember 2011: K0 = Fr. 37'654.04; z = 2; t = 3; K = Fr. 39'958.77; Januar 2012 bis Dezember 2013: K0 = Fr. 39'958.77; z = 1.5; t = 2; K = Fr. 41'166.52; 1. Januar bis 23. März 2014: K0 = Fr. 41'166.52; z = 1.75; t = 82/365; K = Fr. 41'327.28. Von der gesamten Freizügigkeitsleistung des Klägers (Fr. 262'049.30 per 28.2.2014; voraussichtlich Fr. 262'335.95 per 23.3.2014) sind mithin Fr. 41'327.30 und das Alterskapital der Beklagten (Fr. 7'571.85 per 3.12.2013; mutmasslich Fr. 7'638.45 per 23.3.2014) in Abzug zu bringen, womit die Differenz von circa Fr. 213'370.20 hälftig zu teilen ist. Der Anspruch der Beklagten gegenüber dem Kläger aus beruflicher Vorsorge beläuft sich demgemäss auf rund Fr. 106'685.10. Die Differenz dieses Betrags gegenüber dem vom Kläger in seiner Anschlussberufungsantwort genannten (Fr. 104'367.70) ist weniger der geringfügig divergierenden Berechnungsart (keine Aufzinsung mittels Barwerttafeln, die lediglich Faktoren für konstant bleibende Zinssätze enthalten) als vielmehr einem Tippfehler geschuldet: Der Kläger geht in der Anschlussberufungsantwort irrtümlich davon aus, die (…) mitgeteilte Austrittsleistung per 1. Januar 1992 betrage Fr. 27'797.--; korrekt wären indes Fr. 23'797.--. Diese anfängliche Abweichung um Fr. 4'000.-- bleibt"}