{"Signatur": "GR_VG_006", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2003-12-31", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2003-31_2003-12-31.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PVG_2003_31_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976aed36ef14733a1043e0ded05fefbfc6f7208ce172777d4a0e8fa6f06b8850efeedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976aed36ef14733a1043e0ded05fefbfc6f7208ce172777d4a0e8fa6f06b8850efeedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PVG_2003_31", "Checksum": "b92da32586fb7f8c103f9661974894fc"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PVG 2003 31"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2003 PVG 2003 31"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA) 31.12.2003 PVG 2003 31"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA)"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:40:14", "Checksum": "4d4685d39f65cbbb50112099a4e1c555", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2003 PVG 2003 31\nRegeste:\nPraxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E\n\nchés publics: Effectivité et protection juridique, Diss. Freiburg\n1997, S. 497 ff.; von einer «obligation [de conclure un contrat]»\nspricht auch Jean-Baptiste Zufferey, in: Jean-Baptiste Zufferey/Corinne Maillard/Nicolas Michel, Droit des marchés publics, Freiburg\n2002, S. 124). Eine solche weitgehende Rechtsfolge müsste sich\neindeutig aus dem Gesetz ergeben, was zumindest für das bündnerische Vergaberecht nicht zutrifft, wobei sich bei einer gegenteiligen Betrachtungsweise zusätzlich die Frage stellen würde, ob\nund wieweit das kantonale Recht überhaupt die bundesrechtliche\nVertragsfreiheit einschränken dürfte.\nEs kann hier auch offen bleiben, ob nach rechtskräftigem\nZuschlag ein Abbruch des Submissionsverfahrens noch möglich\nist. Gegebenenfalls lässt sich im entsprechenden Verfahren prüfen, ob für ein solches Vorgehen ein wichtiger Grund bestand (vgl.\ndazu Galli/Moser/Lang, a.a.O., S. 182 f., Rz. 391 f.). So oder so kann\nder Verzicht auf einen Vertrag nach abgeschlossenem Vergabeverfahren allenfalls, sofern die entsprechenden Voraussetzungen\nerfüllt sind, Schadenersatzfolgen auslösen (vgl. die spezielle Haftungsregelung in Art. 25 SubG). Darüber ist aber nicht bei der Vollstreckung des Zuschlags- oder allenfalls Abbruchsentscheides,\nsondern in einem separaten Haftungsverfahren zu befinden (vgl.\nHubert Stöckli, Anmerkung zu einem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. Januar 2002, in: Baurecht\n2/2003, S. 67). Die Rechtslage gleicht insofern derjenigen, die gilt,\nwenn der Vertrag aufgrund eines noch nicht rechtskräftigen Zuschlagsentscheides bereits abgeschlossen und die Vergabe im\nRechtsmittelverfahren noch geändert wird oder wenn in einem\nFeststellungsverfahren die Rechtmässigkeit eines Abbruchsentscheides zu prüfen ist (vgl. Art. 17 Abs. 4 und Art. 18 Abs. 2 IVöB;\nGauch, Der verfrüht abgeschlossene Beschaffungsvertrag, a.a.O.,\nS. 5; Jean-Baptiste Zufferey, Le «Combat» entre l’effet suspensif et\nle contrat en droit des marchés publics, in: Mensch und Staat,\nFestschrift für Thomas Fleiner zum 65. Geburtstag, hrsg. von Peter\nHänni, Freiburg 2003, S. 689 ff.). Im Unterschied dazu kann aber im\nVerfahren zur Vollstreckung eines Zuschlagsentscheides nicht einmal über entsprechende Vorfragen entschieden werden. Diesfalls\nsteht rechtskräftig fest, wer den Zuschlag erhalten hat; ob der\nnachfolgende Verzicht auf Vertragsschluss rechtswidrig war, ist\ngegebenenfalls Gegenstand eines separaten Haftungsverfahrens.\n3.5 Dem Verwaltungsgericht stand es demnach sachlich\nnicht zu, die beschwerdeführende Gemeinde im Rahmen einer\nsubmissionsrechtlichen Vollstreckungsverfügung zum Abschluss\n\n145\n11/ 31 Submission PVG 2003\n\neines privatrechtlichen Kaufvertrages zu zwingen. Es hat sowohl\nseine Kompetenz und damit seine Prüfungsbefugnis überschritten\nals auch das kantonale Submissionsrecht willkürlich angewendet.\nDamit hat das Verwaltungsgericht die Autonomie der beschwerdeführenden Gemeinde verletzt.\n\nIn der Folge wies das Verwaltungsgericht das Vollstreckungsgesuch aufgrund der verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichtes mit Urteil vom 15. Dezember 2003 ab und führte dazu\nunter anderem Folgendes aus:\nObwohl namhafte Autoren die gegenteilige Auffassung\ndes Verwaltungsgerichtes teilen, hat sich das Bundesgericht damit nicht näher auseinandergesetzt, sondern einfach auf in der\nPrivatrechtsliteratur vertretene Meinungen abgestellt. Das Verwaltungsgericht hat wegen der Verbindlichkeit des bundesgerichtlichen Urteiles zur Kenntnis zu nehmen, dass ihm im Bereiche des\nöffentlichen Beschaffungsrechtes die Kompetenz fehlt, vollstreckbare Urteile zu fällen, was ja letztlich deren Sinn wäre. Es fragt\nsich, ob so künftig im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens noch ein wirksamer Rechtsschutz im Sinne von Art. 30 BV\noder von Art. 13 EMRK gewährleistet ist. Aufgrund des bundesgerichtlichen Urteils bleibt jedenfalls nichts anders übrig, als das\nGesuch um Urteilsvollstreckung abzuweisen (U 02 124B).\n\n146\n"}