{"Signatur": "GR_VG_006", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2003-12-31", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2003-11_2003-12-31.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PVG_2003_11_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976c64eeeddc68c56b9dc1f076aa2fa051939e3a8cb793367b843516d62daa942eaedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976c64eeeddc68c56b9dc1f076aa2fa051939e3a8cb793367b843516d62daa942eaedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PVG_2003_11", "Checksum": "f96a010a27e9b8264dec69e4cf81e34c"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PVG 2003 11"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2003 PVG 2003 11"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA) 31.12.2003 PVG 2003 11"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA)"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:40:29", "Checksum": "a45ede0e39143c150fc4d903c0f97f32", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2003 PVG 2003 11\nRegeste:\nPraxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E\n\n7/11 Steuern PVG 2003\n\n11 Kantonssteuern. Anfechtbarkeit von Ermessensveranlagungen (Praxisänderung).\n– Als Folge des StHG können Ermessensveranlagungen für\ndie Kantonssteuern in gleichem Umfang angefoch- ten\nund überprüft werden wie solche für die direkte\nBundessteuer; d.h. es können versäumte Verfahrenspflichten nachgeholt und neue Beweismittel eingereicht\nwerden (E.1, 2).\n– Das gilt nicht nur im Einsprache-, sondern auch im Rekursverfahren; Art. 139 Abs. 4 StG, welches dem Gericht die\nEntgegennahme vorenthaltener Beweismittel ver- sagt,\nist daher nicht mehr anwendbar (E. 3).\n\nImposte cantonali. Impugnabilità di tassazioni secondo\napprezzamento (cambiamento della prassi).\n– Come conseguenza della LAID, le tassazioni secondo\napprezzamento per l’imposta cantonale possono essere\nimpugnate e giudicate nella stessa misura come per\nl’imposta federale diretta; questo significa che è dato\nriparare a degli obblighi procedurali tralasciati e introdurre nuovi mezzi di prova (cons. 1, 2).\n– Questo principio non vale solo nell’ambito dell’opposizione, ma anche nella procedura di ricorso; l’art. 139\ncpv. 4 LIG, che non permetteva al Tribunale di prendere in\nconsiderazione prove celate all’autorità, non è per- tanto\npiù applicabile (cons. 3).\n\nErwägungen:\n1. a) Die Veranlagung wird gemäss Art. 131 StG nach\npflichtgemässem Ermessen vorgenommen, wenn der Steuerpflichtige trotz Mahnung und Androhung einer Ermessenseinschätzung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat (lit. a), die\nSteuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können (lit. b) oder die ausgewiesenen Ergebnisse von den Erfahrungszahlen erheblich abweichen und der\nSteuerpflichtige hiefür keine hinlänglichen Gründe anzugeben\nvermag (lit. c). Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen\ngemäss Art. 131 Abs. 1 lit. a und b kann der Steuerpflichtige laut\nArt. 137 Abs. 4 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen. Genügt die Einsprache diesen Erfordernissen\nnicht, wird auf sie nicht eingetreten. Diese Fassung der Bestim-\n\n60\n7/11 Steuern PVG 2003\n\nmungen über die Ermessenstaxation gilt gemäss Volksbeschluss\nvom 13. Juni 1999 seit dem 1. Januar 2001.\nb) Mit dieser Revision hat der Gesetzgeber das kantonale\nRecht umfassend an die Erfordernisse des Bundesgesetzes über\ndie Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) angepasst. Nach bisherigem Recht konnte eine\nErmessensveranlagung gemäss Art. 131 Abs. 3 aStG nur mit dem\n«Vorwurf der Willkür» angefochten werden. Art. 48 Abs. 2 StHG\nund Art. 132 Abs. 3 DBG sprechen diesbezüglich dagegen von «offensichtlicher Unrichtigkeit». Die Regierung hat in ihrer Botschaft\nzur Revision die Auffassung vertreten, der Begriff der «offensichtlichen Unrichtigkeit» decke sich mit dem Begriff des «Vorwurfs der\nWillkür» (Botschaften der Regierung an den Grossen Rat, Heft\nNr. 7, 1998 –99, S. 280). Das Verwaltungsgericht hatte sich bisher\nerst einmal mit einer Ermessenstaxation zu befassen, welche unter die Herrschaft des neuen Rechtes fiel (VGU A 02 42). Dabei\nging es um die ermessensweise Veranlagung einer Nachlasssteuer. Da dieser Bereich durch den Bundesgesetzgeber vom Regelungsbereich des StHG ausgeklammert wurde (Reich in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, Vorbemerkungen zu\nArt. 1/2 StHG N 32), hatte das Gericht keinen Anlass, die neue Regelung der Ermessenstaxation bzw. deren Auslegung durch die\nRegierung und die Steuerverwaltung auf ihre Übereinstimmung\nmit dem StHG zu überprüfen. Diese Überprüfung zeigt nun, dass\ndie aus der Gleichsetzung von offensichtlicher Unrichtigkeit mit\ndem Vorwurf der Willkür gezogenen Schlussfolgerungen zu einem\nErgebnis führen, das gegen das StHG verstösst (vgl. Parallelfall A\n03 85, PVG 2003 Nr. 12).\n2. a) Zunächst ist zu betonen, dass Art. 137 Abs. 4 StG\nwörtlich mit Art. 48 Abs. 2 StHG wie im Übrigen auch mit Art. 132\nAbs. 3 DBG übereinstimmt. Diese Anpassung des Wortlautes erfolgte offensichtlich im Bestreben, dem Harmonisierungsauftrag\ndes StHG nachzukommen. Es gibt daher keinen Grund, Art. 137\nAbs. 4 StG anders anzuwenden und auszulegen als die beiden\nbundesrechtlichen Bestimmungen. Das Harmonisierungsziel erfordert im Gegenteil eine einheitliche Auslegung und Rechtsanwendung. Nach Lehre und Rechtsprechung ist nun eine Ermessenstaxation dann offensichtlich unrichtig, wenn sie sachlich nicht\nbegründbar ist, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden\noder -hilfsmittel stützt oder sonst mit den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung vernünfti-\n\n61\n7/11 Steuern PVG 2003\n\n"}