{"Signatur": "GR_VG_006", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2002-4_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PVG_2002_4_4d6e0efbfb0c8da1c1cb2b2e23ea3558729f991237f5059c5fad3b88c62befcf2941c2e8803b9e954979d2238e98e4146900cf7ff326ecb2bd438bd29ff43ddb1ffd905678327a3ad6a497ca8641d4f8?path=4d6e0efbfb0c8da1c1cb2b2e23ea3558729f991237f5059c5fad3b88c62befcf2941c2e8803b9e954979d2238e98e4146900cf7ff326ecb2bd438bd29ff43ddb1ffd905678327a3ad6a497ca8641d4f8&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PVG_2002_4", "Checksum": "7fc4e8d96ee32524031f2ef4024c520a"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PVG 2002 4"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2002 4"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA) 00.00.0000 PVG 2002 4"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA)"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1459", "Zeit UTC": "12.05.2024 05:39:23", "Checksum": "016b7f8dbef65c8f1c048f1bb420f43f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2002 4\nRegeste:\nPraxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\n Konzessionen und Bewilligungen 4\nConcessioni e autorizzazioni\n\n4 Zollfreistatut. Zigarettenkontingentierung. Kontingentsordnung.\n— Zeitlich mässige, zulässige Rückwirkung (E.2).\n— Definition der Kontingentierung und allgemeine Grundsätze der Verteilung (E.3a, b).\n— Die Gewährung des Zollfreistatutes ist rechtlich fragwürdig (E.3c).\n— Eine Kontingentsordnung, welche den Kontingentshan- del\nin einem wesentlichen Umfang zulässt, ist rechts- widrig\n(E.4a–c).\n\nStatuto di zona esente da dazio. Contingentamento delle\nsigarette. Regolamentazione sui contingenti.\n— Retroattività limitata nel tempo ammissibile (cons. 2).\n— Definizione del contingentamento e principi generali per\nla distribuzione (cons. 3a, b).\n— La concessione di una zona esente da dazio è giuridicamente discutibile (cons. 3c).\n— Una regolamentazione sui contingenti che lascia in gran\nparte spazio al commercio dei contingenti è illegale\n(cons. 4a–c).\n\nErwägungen:\n2. a) Das kommunale Gesetz über die Besteuerung des\nHandels mit zollfreien Tabakwaren (SGSG Tabak) wurde vom Gemeindevorstand im März 2001 rückwirkend auf den 1. Januar 2001\nin Kraft gesetzt. Desgleichen wurden die Ausführungsbestimmungen vom 1. März 2001 zum SGSG Tabak gemäss Art. 10 rückwirkend auf den 1. Januar 2001 in Kraft gesetzt.\nDie Rekurrenten bringen vor, im Zeitpunkt des Erlasses der\nangefochtenen Verfügungen am 26. Januar 2001 seien somit weder das neue SGSG Tabak noch die Ausführungsbestimmungen in\nKraft gewesen. Dennoch habe sich die Rekursgegnerin in ihrem\nEntscheid auf das noch nicht in Kraft gesetzte SGSG Tabak abgestützt und dieses vorab angewendet. Dies sei jedoch nicht zulässig.\n\n27\n4/4 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2002\n\nb) Zunächst ist es mehr als fraglich, ob die Rekurrenten an\nder Beurteilung dieser Rüge auch nur ein virtuelles Rechtsschutzinteresse haben. Die Kontingentsperiode 2001 ist längst abgelaufen\nund für die folgenden Kontingentsverteilungen stellt sich die Frage\nnicht mehr. Letztlich kann jedoch offen gelassen werden, ob darauf\neingetreten werden kann, da der Einwand ohnehin unbegründet ist.\nc) Geht es – wie vorliegend – um eine positive Vorwirkung,\nkommt die vorzeitige Anwendung der Bestimmungen im Rückblick einer Rückwirkung gleich (vgl. Pra 63 584 = BGE 104 Ia 149).\nDarauf sind daher die Grundsätze über die Zulässigkeit der Rückwirkung anzuwenden. Rechtsnormen wirken grundsätzlich nur für\ndie zur Zeit ihrer Geltung sich ereignenden Sachverhalte. Wird bei\nder Anwendung des neuen Rechts an ein Ereignis angeknüpft, das\nin der Vergangenheit liegt und vor Erlass des Gesetzes abgeschlossen wurde, liegt echte Rückwirkung vor (BGE 113 Ia 425; 107\nIb 196 (mit Hinweisen); AGVE 1992, S. 163; René A. Rhinow/Beat\nKrähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Nr. 16 B III). Diese ist nach der bundesgerichtlichen\nRechtsprechung zu Art. 4 aBV grundsätzlich verboten bzw. nur\ndann zulässig, wenn sie im Erlass selbst ausdrücklich angeordnet\noder nach dessen Sinn zumindest klar gewollt, in zeitlicher Beziehung mässig sowie durch triftige Gründe gerechtfertigt ist und weder stossende Rechtsungleichheiten bewirkt noch in wohlerworbene Rechte eingreift (BGE 113 Ia 425 [mit Hinweisen]; vgl. auch\nAGVE 1992, S. 164; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 2. Auflage, N 268 ff.). Eine bloss unechte – mithin keine Rückwirkung – wird dagegen angenommen,\nwenn das neue Recht nur für die Zeit nach seinem Inkrafttreten «ex\nnunc et pro futuro» zur Anwendung gelangt, dabei aber auf Verhältnisse abstellt, die noch unter der Herrschaft des alten Rechts\nentstanden sind und beim Inkrafttreten des neuen Rechts noch andauern (BGE 118 la 255; AGVE 1992, S.163 f.; Verwaltungsgericht\ndes Kantons Zürich, in: ZBI 82/1981, S. 313; Häfelin/Müller, a.a.O.,\nN 267; Rhinow/Krähenmann, a.a.O., Nr. 16 B III). Eine unechte\nRückwirkung bezieht sich auf zeitlich offene Dauersachverhalte sowie auf zeitlich begrenzte mehrgliedrige Sachverhalte und unterstellt diese mit Wirkung für die Zukunft dem neuen Recht. Sieht\ndieses Recht aber Rechtsfolgen für den vergangenenTeil eines solchen Dauersachverhaltes oder mehrgliedrigen Sachverhaltes vor,\nso liegt nicht unechte, sondern echte Rückwirkung vor. (Echte)\nRückwirkung ist demnach die Festsetzung von Rechtsfolgen aufgrund von neuem Recht für einen bei dessen Inkrafttreten abge-\n\n28\n4/4 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2002\n\n"}