{"Signatur": "GR_VG_006", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2002-45_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PVG_2002_45_4d6e0efbfb0c8da1c1cb2b2e23ea3558729f991237f5059c5fad3b88c62befcfce9f9b7ede19c0d06d99f4671b1105b75bb7de211c90a33e7454d6ff013482221ffd905678327a3ad6a497ca8641d4f8?path=4d6e0efbfb0c8da1c1cb2b2e23ea3558729f991237f5059c5fad3b88c62befcfce9f9b7ede19c0d06d99f4671b1105b75bb7de211c90a33e7454d6ff013482221ffd905678327a3ad6a497ca8641d4f8&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PVG_2002_45", "Checksum": "f2caa4c4c13c6da6624f4967148452d3"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PVG 2002 45"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2002 45"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA) 00.00.0000 PVG 2002 45"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA)"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1459", "Zeit UTC": "12.05.2024 05:39:44", "Checksum": "bb57c9d8d8aa2125268ec9e75d35268e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2002 45\nRegeste:\nPraxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\n Verfahren 14\nProcedura\n\n45 Zum Ausstandsgrund der Befangenheit bei Regierungsrä- ten.\n— Die strengen Ausstandsregeln für Gerichtspersonen sind\nnicht unbesehen auf Regierungs- und Verwaltungsbehörden übertragbar; letztere fallen nicht in den\nSchutzbereich von Art. 30 BV und 6 EMRK; für sie gelten die Art. 8 und 29 BV; Behördenmitglieder haben so- mit\nnur dann in den Ausstand wegen Befangenheit oder\ndergleichen zu treten, wenn sie an der zu behan- delnden\nSache und deren Verfahrensausgang ein per- sönliches\nund aktuelles Interesse haben.\n\nSul motivo di ricusa per parzialità dei Consiglieri di Stato.\n— Le restrittive disposizioni sulla ricusa di autorità giudiziarie non si applicano senz’altro ai membri del Governo e all’autorità amministrativa; questi ultimi non\nsono posti sotto la protezione di cui agli art. 30 CF e 6\nCEDU; per loro valgono gli art. 8 e 29 CF; per questo i\nmembri di un’autorità amministrativa devono ricusarsi per\nlegittima suspicione o per motivi analoghi soltanto quando\nhanno un interesse personale e attuale all’esito della\ncontroversia che trattano.\n\nErwägungen:\n2. a) Nach der materiell unverändert von Art. 58 aBV in Art.\n30 Abs. 1 BV überführten, ebenfalls in Art. 6 Ziff. 1 EMRK enthaltenen Garantie des verfassungsmässigen Richters hat der Einzelne\nAnspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirkung\nsachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei objektiver\nBetrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu belegen\nvermögen, so ist die Garantie verletzt (BGE 126 I 68 E. 3a S. 73, 125\nI 119 E. 3a, 120 Ia 184 E. 2b; PVG 1995 Nr. 98 E. 4, m.w.H.).\nb) Die Bündner Regierung als Gesamtbehörde, der WEF-Aus-\nschuss (aus drei amtierenden Regierungsräten) als Informations-,\n\n167\n14/45 Verfahren PVG 2002\n\nLenkungs- und Überwachungsinstanz wie auch der im Grundsatz für\ndas JPSD zuständige Amtsleiter sind unbestrittenermassen keine\nrichterlichen Behörden, sondern Organe der Verwaltung. Die für\nGerichtspersonen geltenden Ausstandsregeln finden daher keine Anwendung. Wann Mitglieder einer Administrativbehörde in den Ausstand zu treten haben, bestimmt sich ausschliesslich nach dem kantonalen Verfahrensrecht und nach den aus Art. 4 aBV bzw. Art. 8 Abs.\n1 und Art. 29 Abs. 1 BV herzuleitenden Grundsätzen (BGE 125 I 119 E.\n2b; Urteil des Bundesgerichts vom 19.05.1998 [2P.231/1997] in ZBl\n100/1999 E. 2b S. 76 f.; sowie BGU vom 14.02.1997 [2A.364/1995] in\nZBl 99/1998 E. 3a S. 291).\nc) Die vom Rekurrenten angerufene, in einigen Bundesgerichtsurteilen zu findende Aussage, aus Art. 4 aBV ergebe sich ein\ngleichartiger bzw. gleicher Anspruch wie aus Art. 58 aBV, bedeutet\nnicht, dass die für Gerichte geltenden Ausstandsregeln unbesehen\nauf Regierungs- und Verwaltungsbehörden übertragen werden\nkönnen. Stellung und Aufgaben dieser Behörden können eine differenzierte Regelung nahelegen. Dabei ist in jedem Einzelfall eine\nspezifische Beurteilung erforderlich, bei der insbesondere den der\nBehörde gesetzlich zugewiesenen Funktionen und der behördlichen Organisation Rechnung getragen werden muss (BGE 125 I 119\nE. 3b–f, 209 E. 8a). Den Mindestanforderungen an die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit von Gerichten angenäherte Kriterien\ngelten zwar für Organe der verwaltungsinternen Rechtspflege. Zu\ndiesen gehören aber weder die Gesamtregierung als rein politisch\nzusammengesetzte und periodisch (wieder-)gewählte Kollegialbehörde noch grundsätzlich deren einzelne Mitglieder. Im Gegensatz zu Richtern und Gerichten sind die politischen Behörden (wie\nim Besonderen Kantonsregierungen, Gemeindeexekutiven usw.)\naufgrund ihres Amtes nicht allein zur neutralen Rechtsanwendung\noder Streitentscheidung berufen, sondern haben kumulativ verschiedene Funktionen zu erfüllen. Sie tragen zugleich eine besondere Verantwortung für die Erfüllung bestimmter öffentlicher Aufgaben. Die der Behörde gesetzlich zugeteilten Funktionen müssen\ninsbesondere bei der Beurteilung der Tragweite von früher gemachten Äusserungen oder Stellungnahmen zur Sache berücksichtigt werden. Würden Meinungsäusserungen durch Mitglieder\nvon Exekutiv- oder Verwaltungsbehörden zu einer in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden Angelegenheit losgelöst bzw. unabhängig von ihren (Amtsleiter-)Funktionen nach den strengen Regeln\nüber die Ausstandspflicht für Mitglieder richterlicher Behörden beurteilt, würde die Rechtsanwendung durch solche Behörden in vie-\n\n168\n14/45 Verfahren PVG 2002\n\n"}