{"Signatur": "GR_VG_006", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2002-12-31", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2002-1_2002-12-31.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PVG_2002_1_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd609765a367e68fc32d1182e2eee405898a8fe42c0047fb18390f962d2405f93d367e0edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd609765a367e68fc32d1182e2eee405898a8fe42c0047fb18390f962d2405f93d367e0edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PVG_2002_1", "Checksum": "1aae740ff359d6653c91cd3951d76dcd"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PVG 2002 1"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2002 PVG 2002 1"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA) 31.12.2002 PVG 2002 1"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale amministrativo Prassi del Tribunale amministrativo (PTA)"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:42:32", "Checksum": "a3d8edd8955e3cb9a58871660f10f26e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2002 PVG 2002 1\nRegeste:\nPraxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\\x3Cbr\\x3E\n\n Freiheits- und Grundrechte 1\nLibertà e diritti fondamentali\n\n1 Unentgeltlichkeit des Grundschulunterrichts. Schülertransport. Zuständigkeiten.\n— Der Grundsatz der Unentgeltlichkeit des obligatorischen\nGrundschulbesuchs gilt gesamtschweizerisch auch als\nKorrelat zum Schulobligatorium als Grundrecht (E.1).\n— Die Transportkosten für die Schule sind darin miteingeschlossen, falls die Umstände es verlangen; für die Zumutbarkeitsbeurteilung des Schulweges sind beson- ders\ndie Streckenlänge, die Höhendifferenz sowie die\nGefährlichkeit des Schulweges von Belang (E.2a, b).\n— Raumplanerische Aspekte können demgegenüber keine\nRolle spielen (E.2c).\n— Für die konkrete Organisation der Schul- und Transportverbindung ist die öffentliche Hand zuständig und verantwortlich (E.2d).\n\nGratuità dell’istruzione scolastica di base.Trasporto scolari.\nCompetenze.\n— Il principio della gratuità dell’istruzione scolastica di\nbase, anche come correlato dell’obbligatorietà della\nscuola in tutta la Svizzera, è un diritto fondamentale\n(cons. 1).\n— I costi di trasporto per recarsi a scuola sono inclusi in\nquesto concetto, qualora le circostanze lo richiedano; per\ndecidere dell’esigibilità di un tragitto scolastico so- no\nparticolarmente rilevanti le distanze, il dislivello co- me\npure la pericolosità del percorso (cons. 2a, b).\n— Aspetti pianificatori non dovrebbero per contro giocare\nalcun ruolo (cons. 2c).\n— Per la concreta organizzazione del collegamento scolastico e per il trasporto è competente l’ente pubblico\n(cons. 2d).\n\nErwägungen:\n1. In Art. 19 BV (vorher Art. 27 Abs. 2 aBV) ist der Grundsatz\nder Unentgeltlichkeit eines ausreichenden Grundschulunterrichtes\n\n15\n1/1 Freiheits- und Grundrechte PVG 2002\n\nverankert. Mit der Statuierung der Kostenfreiheit wollte der Gesetzgeber gewährleisten, dass vom Benützer der Errichtung keine Gegenleistung, d.h. insbesondere kein Schulgeld, verlangt werden\ndarf. Die Unentgeltlichkeit erscheint zunächst als Korrelat zum Obligatorium des Schulunterrichtes; die Erfüllung dieser Pflicht lässt sich\nleichter durchsetzen, wenn sie für die betroffenen Kinder bzw. deren\nEltern mit keinen Kosten verbunden ist. Zugleich liegt dieser Regelung aber der weitergehende Gedanke zugrunde, dass der Zugang\nzur Schule allen Teilen der Bevölkerung unter denselben Bedingungen möglich sein sollte (PVG 1998 Nr. 4). Dass die obligatorische\nSchulzeit unentgeltlich erfolgen sollte, wurde bereits in der Bundesverfassung von 1874 festgelegt und ist heute unbestritten. Zu rechtlichen Auseinandersetzungen gab in der Vergangenheit aber immer\nwieder die Frage Anlass, ob und wie weit die öffentliche Hand auch\nnoch für die Transportkosten der Schüler aufzukommen habe. Der\nBundesrat entwickelte in diesem Zusammenhang die Praxis, dass\nbei einem Schulweg von übermässiger Länge oder grosser Gefährlichkeit die Anforderungen eines genügenden Grundschulunterrichts\nauf Dauer nur durch einen vom Staat zu bezahlenden, für die Eltern\nkostenfreien Schultransport sichergestellt werden können (Häfelin/Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. Aufl., Zürich 2001,\n§ 7 S. 79–80; § 31 S. 259–261; VPB 64/III [2000] Nr. 56, S. 677–682, 64/I\n[2000] Nr. 1, S. 18 sowie 63/III [1999] Nr. 59, S. 573–575 betreffend Organisation «Mittagstisch» für schulpflichtige Kinder mit zeitraubendem Schul- und Heimweg).\n2. a) Gemäss Art. 48 SchG hat die Wohngemeinde jedem\nKind den Besuch der Volksschule (unentgeltlich) zu ermöglichen\n(Abs. 1). Sofern die Verhältnisse es erfordern, sind die Gemeinden\n(überdies) verpflichtet, den Transport der Schülerinnen und\nSchüler auf ihre Kosten zu organisieren (Abs. 2). Im konkreten Fall\nbestreitet die Gemeinde jene Leistungspflicht vor allem mit den\nHinweisen, dass der zu bewältigende Schulweg einer Erstklässerin zumutbar sei und die Eltern aufgrund der freien Wahl ihrer\nWohnsitznahme ausserhalb des üblichen Siedlungsgebietes der\nGemeinde eben selber dafür verantwortlich seien, wie ihr ältestes\nMädchen (7-jährig) – gleich wie später auch die zwei nachfolgenden Kinder (derzeit 5- und 2-jährig) – zur Schule kämen. Dieser Argumentationsweise kann sich das Gericht nicht anschliessen.\nb) Wie sich im Zuge der Begehung vom 11. November 2002\ntrotz guter Witterungs- und Strassenverhältnisse rasch zeigte, kann\nweder objektiv noch subjektiv ernsthaft die Rede davon sein, dass\nder 5-mal pro Woche zu bewältigende Fussweg von W. Station bis\n\n16\n1/1 Freiheits- und Grundrechte PVG 2002\n\n"}