{"Signatur": "GR_KG_010", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2010-02-15", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_010_JAK-2010-5_2010-02-15.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/JAK_2010_5_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976f50879fa55912cf2c42a1e2f1e59ceb895a56770142959e9b05c7cea77c728f1edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976f50879fa55912cf2c42a1e2f1e59ceb895a56770142959e9b05c7cea77c728f1edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=JAK_2010_5", "Checksum": "1c658200faa9dc4d89d880df2cde152f"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["JAK 2010 5"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Justizaufsichtskammer 15.02.2010 JAK 2010 5"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Camera di vigilanza sulla giustizia 15.02.2010 JAK 2010 5"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Justizaufsichtskammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Justizaufsichtskammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Camera di vigilanza sulla giustizia"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ernennung eines unabhängigen Richters | Bezeichnung ausserordentliche Stellvertretung (33 Abs. 2, 40 Abs. 2, 60 GOG)"}], "ScrapyJob": "446973/49/2004", "Zeit UTC": "12.10.2025 03:53:36", "Checksum": "48d77b7965d8e9c85ee2456d5a43f877", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Justizaufsichtskammer 15.02.2010 JAK 2010 5\nRegeste:\nErnennung eines unabhängigen Richters | Bezeichnung ausserordentliche Stellvertretung (33 Abs. 2, 40 Abs. 2, 60 GOG)\n\n Kantonsgericht von Graubünden\nDretgira chantunala dal Grischun\nTribunale cantonale dei Grigioni\n___________________________________________________________________________________________________\n\nRef.: Chur, 15. Februar 2010 Schriftlich mitgeteilt am:\nJAK 10 5\n\nBeschluss\nJustizaufsichtskammer\n\nVorsitz Präsident Brunner\nRichterInnen Vizepräsident Schlenker und Kantonsrichter Bochsler\nRedaktion Aktuar Engler\n\nIn der Justizaufsichtssache\n\ndes B e z i r k s g e r i c h t s Z . , Gesuchsteller,\ngegen\n\nY., Gesuchsgegner I, sowie\ndie V o r m u n d s c h a f t s b e h ö r d e X . , Gesuchsgegnerin II,\n\nbetreffend Ernennung eines unabhängigen Richters\n(Abberufung eines Beirats)\n\nhat sich ergeben:\nI. Sachverhalt\n\nA. Vor Bezirksgerichtsausschuss Z. ist eine Beschwerde anhängig, mit\nwelcher sich Y. dagegen wehrt, dass ihn die Vormundschaftsbehörde X. mit\nBeschluss vom 12. Januar 2010, mitgeteilt am 15. Januar 2010, mit sofortiger\nWirkung seines Amtes als Beirat der Eheleute W. enthob.\nBei Y. handelt es sich um ein ehemaliges Mitglied des Bezirksgerichts Z..\n\nB. Mit Eingabe vom 25. Januar 2010 wandte sich das Bezirksgericht Z. durch\ndessen Präsidenten an die Justizaufsichtskammer des Kantonsgerichts und\nbeantragte unter Hinweis auf die frühere Stellung von Y., es sei für die\nBehandlung der genannten Beschwerde ein unabhängiges Gericht einzusetzen.\n\nC. Mit Verfügung vom 26. Januar 2010 wurde den Betroffenen Gelegenheit\ngegeben, sich zum Gesuch des Bezirksgerichts Z. zu äussern.\nAm 29. Januar 2010 teilte die Vormundschaftsbehörde X. der\nJustizaufsichtskammer mit, dass sie gegen die Ernennung eines Ersatzgerichts\nnichts einzuwenden habe.\nY. stellte demgegenüber in seiner Eingabe vom 08. Februar 2010 sinngemäss den\nAntrag, es sei das Gesuch abzuweisen.\n\nII. Erwägungen\n\n1. Nach der materiell unverändert von Art. 58 aBV in Art. 30 Abs. 1 BV\nüberführten, ebenfalls in Art. 6 Ziff. 1 EMRK enthaltenen Garantie des\nverfassungsmässigen Richters hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine\nSache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen\nRichter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei\nobjektiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der\nBefangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen,\nist die Garantie verletzt (BGE 131 I 113 E. 3.4 S. 116, 127 I 196 E. 2b S. 198).\n\nUmgesetzt werden diese Grundsätze im kantonalen Recht durch Art. 42 GOG, der\nunter lit. a-f einzelne Umstände anführt, welche von vornherein den Verdacht zu\nerwecken vermögen, dass die betreffende Person nicht mehr unparteiisch sein\nkönnte. Ergänzt wird diese auf konkrete Lebenssachverhalte zugeschnittene\nRegelung durch die Generalklausel von Art. 42 lit. g GOG, welche den Ausstand\n\nSeite 2 — 5\nvon Gerichtspersonen verlangt, die aus andern, im Gesetz nicht besonders\nhervorgehobenen Gründen als befangen erscheinen.\n\n"}