{"Signatur": "GR_KG_004", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2003-04-30", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-13_2003-04-30.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/SB_2003_13_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976103927911e36db555cc52f727bc69feff5834065581eb883c53c172bc60659f9edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976103927911e36db555cc52f727bc69feff5834065581eb883c53c172bc60659f9edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=SB_2003_13", "Checksum": "34fbf04a8a5120a63b2e8f7bf0974ca3"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["SB 2003 13"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 30.04.2003 SB 2003 13"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Camera penale I 30.04.2003 SB 2003 13"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht I. 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April 2003 Schriftlich mitgeteilt am:\nSB 03 13 (nicht mündlich eröffnet)\n\nUrteil\nKantonsgerichtsausschuss\n\nVizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Vital, Aktuarin ad hoc Thöny.\n\n——————\n\nIn der strafrechtlichen Berufung\n\nder S t a a t s a n w a l t s c h a f t G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur,\nBerufungsklägerin,\n\ngegen\n\ndas Strafmandat des Kreispräsidenten Fünf Dörfer vom 21. März 2003 in Sachen\ngegen A., Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Jürg Tarnutzer, Hartbertstrasse 1, 7002 Chur,\n\nbetreffend Verletzung von Verkehrsregeln (Kosten),\n\nhat sich ergeben:\n2\n\nA. Am 19. April 2002 um ca. 11.00 Uhr fuhr A. als Lenker eines Sattelschleppers mit dem Kontrollschild Kennzeichen X. auf der Autobahn A13 von B. in\nRichtung C.. Vor ihm fuhren zwei mit Personenwagen beladene Anhängerzüge. Auf\nder Höhe des Rastplatzes D. überholte A. den ersten Anhängerzug, bog wieder auf\ndie rechte Fahrbahnhälfte ein und fuhr unmittelbar hinter dem zweiten Anhängerzug\nweiter. Gemäss Beobachtungen der Kantonspolizei Graubünden hielt er zu diesem\nvorausfahrenden Fahrzeug einen ungenügenden Abstand ein. Die anschliessende\npolizeiliche Kontrolle der Tachoscheibe ergab zudem, dass A. die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für Sattelmotorfahrzeuge von 80 km/h an diesem Tag mehrfach\nüberschritten hatte und das Entnahmedatum auf der Tachoscheibe vor Arbeitsende\neingetragen wurde.\n\nB. Mit Verfügung vom 30. April 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft\nGraubünden gegen A. eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln etc. Nach Abschluss der Untersuchung erliess die Staatsanwaltschaft\nGraubünden am 10. Mai 2002 aufgrund von Art. 49 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung\nmit Art. 172 StPO einen Mandantsantrag an das Kreisamt Fünf Dörfer und beantragte darin, A. sei der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs.\n4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG, der Verletzung\nvon Verkehrsregeln gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90\nZiff. 1 SVG und der Widerhandlung gegen Art. 14 Abs. 4 lit. c ARV 1 in Verbindung\nmit Art. 21 Abs. 2 lit. c ARV 1 schuldig zu sprechen.\n\nC. Mit Strafmandat vom 4. Juni 2002 erkannte der Kreispräsident Fünf\nDörfer:\n„1. A. ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss\nArt. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art.\n90 Ziff. 2 SVG, der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 5\nAbs. 1 lit. a Ziff. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG und\nder Widerhandlung gegen Art. 14 Abs. 4 lit. c ARV 1 in Verbindung\nmit Art. 21 Abs. 2 lit. c ARV 1.\n2. Dafür wird er bestraft mit einer Busse von Fr. 700.00.\n3. Vorzeitige Löschung der Busse nach einer Probezeit von 2 Jahren.\n\nDer Verurteilte bezahlt die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:\n- Barauslagen der Staatsanwaltschaft Fr. 0.00\n- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Fr. 245.00\n- Barauslagen und Gebühr des Kreisamtes Fr. 220.00\n- Busse Fr. 700.00\n- abzüglich geleistetes Depositum ./. Fr. 0.00\n3\n\nTotal Fr. 1'165.00\n\nInnert 30 Tagen an das unterzeichnete Kreisamt.\n(Rechtsmittelbelehrung und Mitteilung)“.\n\nD. Mit Eingabe vom 18. Juni 2002 liess A. fristgerecht Einsprache erheben, woraufhin das Kreisamt Fünf Dörfer die Akten gestützt auf Art. 175 Abs. 2 StPO\nder Staatsanwaltschaft Graubünden überwies. Diese ergänzte die Untersuchung\ndahingehend, als eine weitere Einvernahme von A. sowie ein Konfront mit den Polizeibeamten durchgeführt wurde. Aufgrund seiner präzisierten Aussage gelangte\ndie Staatsanwaltschaft zum Schluss, der Nachweis, dass A. auf dem fraglichen\nStreckenabschnitt den Abstand zum vorausfahrenden Autoporter über längere Zeit\nunter den Richtwert für die Grenze zu einer objektiv groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG fallen gelassen habe, könne nicht\nrechtsgenüglich erbracht werden. In der Folge erliess der Untersuchungsrichter am\n25. November 2002, folgende, die Einstellungs- und Abtretungsverfügung vom 18.\nNovember 2002 ersetzende, Einstellungs- und Abtretungsverfügung:\n„1. Die Strafuntersuchung gegen A. wegen grober Verletzung von\nVerkehrsregeln etc. wird hieramts eingestellt. Bezüglich einer einfachen Verletzung von Verkehrsregeln etc. wird sie hingegen dem\nKreispräsident Fünf Dörfer zur weiteren Verfolgung und Beurteilung abgetreten.\n2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gebühr von\nFr. 245.-- bleiben bei der Prozedur; über deren Tragung befindet\nder Kreispräsident.\n3. (Rechtsmittelbelehrung).\n4. (Mitteilung).“\n\n"}