{"Signatur": "GR_KG_003", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2010-05-12", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_003_KSK-2010-28_2010-05-12.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/KSK_2010_28_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976439d167398933eb76a6f987f805decb865a0cfcbe9c885048efb4a803dfe09b4edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976439d167398933eb76a6f987f805decb865a0cfcbe9c885048efb4a803dfe09b4edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=KSK_2010_28", "Checksum": "970eae462e0faa140778fdf40012a773"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["KSK 2010 28"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 12.05.2010 KSK 2010 28"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Camera delle esecuzioni e dei fallimenti 12.05.2010 KSK 2010 28"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Schuldbetreibungs- und Konkurskammer"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Camera delle esecuzioni e dei fallimenti"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zivilprozessordnung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufnahme eines Güterverzeichnisses | Übrige Fälle und Geschäfte"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 03:32:09", "Checksum": "9d8c4ee845b18489ce5ce711a8b1812e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 12.05.2010 KSK 2010 28\nRegeste:\nAufnahme eines Güterverzeichnisses | Übrige Fälle und Geschäfte\n\n– dass diese Rechtsgebietszuordnung insbesondere nicht dazu führt, dass für\ndie (funktionelle) Zuständigkeitsfrage die Rechtsmittelordnung der kantonalen\nZPO anwendbar wird, da eine besondere Zuständigkeitsregelung in der\nGVVSchKG der Zivilprozessordnung vorgeht (Art. 1 Abs. 1 ZPO), die\nGVVSchKG die Zuständigkeitsfrage regelt und dabei kein Zweifel daran\n\nSeite 3 — 8\nbesteht, dass Art. 17 Abs. 1 GVVSchKG abschliessend ist (Ingress) und nach\nseinem Wortlaut (Ziffer 1, Umkehrschluss) und seiner Systematik (Ziffern 1-4)\ndie Beschwerde gegen Entscheide betreffend Anordnung des\nGüterverzeichnisses an das Kantonsgericht im Sinne eines qualifizierten\nSchweigens ausschliessen will;\n\n– dass sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers mit Einführung\ndes Bundesgerichtsgesetzes (BGG) auf den 1. Januar 2007 die\nRechtsmittelordnung in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen in dem hier\ninteressierenden Punkt nicht \"grundlegend geändert\" hat;\n\n– dass an der derzeitigen Rechtsbeständigkeit von Art. 17 Abs. 1 GVVSchKG im\nBesonderen auch Art. 75 Abs. 2 (Ingress) BGG, wonach die Kantone als letzte\nkantonale Instanzen obere, als Rechtsmittelinstanzen entscheidende Gerichte\neinzusetzen haben, nichts ändert, da die Übergangsbestimmung von Art. 130\nAbs. 2 BGG vorsieht: Die Kantone erlassen auf den Zeitpunkt des\nInkrafttretens einer schweizerischen Zivilprozessordnung\nAusführungsbestimmungen über die Zuständigkeit, die Organisation und das\nVerfahren der Vorinstanzen in Zivilsachen im Sinne der Artikel 75 Absatz 2\nund 111 Absatz 3, einschliesslich der Bestimmungen, die zur Gewährleistung\nder Rechtsweggarantie nach Artikel 29a der Bundesverfassung erforderlich\nsind. Ist sechs Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes noch keine\nschweizerische Zivilprozessordnung in Kraft, so legt der Bundesrat die Frist\nzum Erlass der Ausführungsbestimmungen nach Anhörung der Kantone fest;\n\n– dass den Kantonen zur notwendigen Anpassung somit eine Übergangsfrist\nzusteht (BGE 134 III 141 E. 2), bis zu deren Ablauf sie an ihren bisherigen\nRegelungen festhalten können, selbst wenn mit diesen dem Erfordernis der\n\"double instance\" nach Art. 75 Abs. 1 i.V.m. Art. 111 Abs. 3 BGG nicht\nGenüge getan wird;\n\n– dass Art. 130 Abs. 2 BGG nicht nur für Kantone gilt, welche über gar kein\nzweistufiges Gerichtsverfahren verfügen, sondern auch für solche, welche das\nPrinzip der \"double instance\" auf bestimmte Verfahren ausweiten müssen\n(Urteile Bundesgericht 5A_604/2008, 5A_681/2008 vom 15. Juli 2009, E. 4.3,\nmit Hinweis auf die vergleichbare Konstellation in BGE 134 III 141, E. 2);\n\n– dass die Rüge einer Verletzung des Grundsatzes des Vorrangs des\nBundesrechts somit unbegründet ist, da der Bundesgesetzgeber mit Art. 130\n\nSeite 4 — 8\nBGG in Kauf nimmt, dass die Vorgaben des BGG nicht voll verwirklicht sind\n(Urteile Bundesgericht 5A_604/2008, 5A_681/2008 vom 15. Juli 2009, E. 4.3);\n\n– dass die Schonfristen von Art. 130 Abs. 2 BGG nicht abgelaufen sind und bis\ndahin die aktuellen kantonalen Verfahrensordnungen grundsätzlich ihre\nGültigkeit behalten (Christoph Auer, Die Reorganisation der\nBundesrechtspflege – Neuerungen und Auswirkungen in der Praxis, Der\nRechtsweg in Zivilsachen, Schriftenreihe des Instituts für Rechtswissenschaft\nund Rechtspraxis der Universität St. Gallen, Bd. 40, St. Gallen 2006, S. 69 f.;\nderselbe in ZBl 107 (2006), S. 132 ff.);\n\n– dass, wenn untere kantonale Gerichte bis zum Ablauf der Schonfristen von\nArt. 130 Abs. 2 BGG letztinstanzlich als Aufsichtsbehörden in\nSchuldbetreibungs- und Konkurssachen entscheiden dürfen (so Denise Brühl-\nMoser, Bundesgerichtsgesetz, Basler Kommentar 2008, N 14 zu Art. 130, mit\nHinweis auf Seiler/von Werdt/Güngerich, Bundesgerichtsgesetz,\nHandkommentar, Bern 2007, N 13 zu Art. 130), Entsprechendes auch für die\ngerichtlichen Summarsachen des SchKG gelten muss;\n\n– dass sich die vom Beschwerdeführer vertretene Auffassung, die im Licht von\nArt. 72 Abs. 2 lit. a BGG und Art. 75 Abs. 2 BGG bundesrechtskonforme\nAuslegung von Art. 17 Abs. 1 GVVSchKG schreibe den Kantonen bereits\nheute einen obligatorischen innerkantonalen Weiterzug vor, sich auch nicht\nauf die von ihm zitierten Kommentare Spühler/Dolge/Vogt (Kurzkommentar\nzum Bundesgerichtsgesetz, Zürich/St. Gallen 2006, N 3 zu Art. 72) und\nKlett/Escher, Bundesgerichtsgesetz, Basler Kommentar 2008, N 5 ff. zu Art.\n72) stützen lässt;\n\n– dass aus den genannten Kommentarstellen bloss zu folgern ist, dass sie in\nAuslegung von Art. 72 BGG die Frage bejahen, dass gegen Entscheidungen\nbetreffend die Anordnung des Güterverzeichnisses die Beschwerde in\nZivilsachen ans Bundesgericht gegeben sei;\n\n– dass Letzteres – sei es streitwertabhängig nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG, sei\nes streitwertunabhängig nach Art. 74 Abs. 2 lit. d BGG (da Art. 162 SchKG\ninsofern eine sachliche Zuständigkeit festlegt, als es den Entscheid\nausdrücklich dem \"für die Eröffnung des Konkurses zuständigen Gericht\n(Konkursgericht)\" zuweist) – nicht in Abrede zu stellen ist (den Fall der\nAnordnung des Güterverzeichnisses ausdrücklich erwähnend: Hans Peter\nWalter, Neue Zivilrechtspflege, in Neue Bundesrechtpflege, Auswirkungen der\n\n"}