{"Signatur": "GR_KG_002", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "2012-08-06", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_002_ERZ-2011-242_2012-08-06.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/ERZ_2011_242_4d6e0efbfb0c8da1c1cb2b2e23ea35585e4ba0fb6ea75857c35502f7afcfc4c44d3ab4ecf0cd712fd1dd0962e1536998cde0cd9f3ab0010556cc5e49c9782ae61ffd905678327a3ad6a497ca8641d4f8?path=4d6e0efbfb0c8da1c1cb2b2e23ea35585e4ba0fb6ea75857c35502f7afcfc4c44d3ab4ecf0cd712fd1dd0962e1536998cde0cd9f3ab0010556cc5e49c9782ae61ffd905678327a3ad6a497ca8641d4f8&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ERZ_2011_242", "Checksum": "1fc71217ce67d40ac69e77762a872e0c"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ERZ 2011 242"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 06.08.2012 ERZ 2011 242"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Giudice unico 06.08.2012 ERZ 2011 242"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons  Einzelrichter"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Giudice unico"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Erlass vorsorglicher Massnahmen (Gerichts- und Anwaltskostenvorschuss) | Vorsorgliche Massnahmen, Schutzschrift etc. (261 ff. 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ZPO)\n\n Seite 2 — 12\n– dass gemäss Art. 9 Abs. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR\n173.000) in Verbindung mit Art. 11 Abs. 1 und Art. 15 lit. b der Verordnung\nüber die Organisation des Kantonsgerichts (KGV; BR 173.100) die\nZuständigkeit zum Erlass vorsorglicher Massnahmen im Sinne von Art. 276\nZPO während der Dauer eines Berufungsverfahrens vor Kantonsgericht bei\nder Kammervorsitzenden liegt,\n– dass über den Erlass vorsorglicher Massnahmen im summarischen Verfahren\nzu entscheiden ist (Art. 248 lit. d ZPO),\n– dass im Bereiche der eherechtlichen Summarverfahren der Sachverhalt von\nAmtes wegen festzustellen ist (Art. 272 ZPO), was aufgrund des Verweises in\nArt. 276 Abs. 1 ZPO auf die Bestimmungen zum Schutz der ehelichen\nGemeinschaft auch für das Verfahren betreffend Erlass vorsorglicher\nMassnahmen gilt (vgl. Annette Dolge, in: DIKE-Kommentar ZPO, Zürich/St.\nGallen 2011, N. 14 zu Art. 276; Felix Kobel, in: Sutter-\nSomm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen\nZivilprozessordnung, Zürich 2010, N. 41 f. zu Art. 276),\n– dass die Untersuchungsmaxime nach überwiegender Lehre auch dann zur\nAnwendung gelangt, wenn im Massnahmeverfahren keine Kinderbelange,\nsondern ausschliesslich vermögensrechtliche Ansprüche der Ehegatten zur\nDiskussion stehen (vgl. nebst den bereits zitierten Autoren Stefanie Pfänder\nBaumann, in: Brunner/Gasser/Schwander, DIKE-Kommentar ZPO, Zürich/St.\nGallen 2011, N. 2 zu Art. 272; Beatrice de Graaf, in: Oberhammer,\nKurzkommentar ZPO, Basel 2010, N. 1 f. zu Art. 272),\n– dass im letzteren Fall die Untersuchungsmaxime allerdings in abgeschwächter\nForm - im Sinne der beschränkten oder sozialen Untersuchungsmaxime - zum\nTragen kommt und mithin das Gericht den Sachverhalt nicht zu erforschen,\nsondern lediglich festzustellen und gegebenenfalls durch entsprechende\nFragen und Aufforderungen auf die Vervollständigung desselben hinzuwirken\nhat, im Übrigen es aber den Parteien obliegt, das Tatsächliche des Rechtsstreits darzulegen und - soweit erforderlich - zu belegen (vgl. Roland\nFankhauser, Das Scheidungsverfahren nach neuer ZPO, fampra.ch 2010, S.\n257 mit Hinweis; Lazic, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., N.\n14 zu Art. 272; Pfänder Baumann, a.a.O., N. 5 zu Art. 272),\n– dass nach Art. 276 ZPO das Gericht die nötigen vorsorglichen Massnahmen\ntrifft und solche auch anordnen kann, wenn die Ehe aufgelöst ist, das\nVerfahren über die Scheidungsfolgen aber noch andauert,\n\nSeite 3 — 12\n– dass die genannte Bestimmung vom materiellen Gehalt her dem bisherigen\nArt. 137 ZGB entspricht und mithin die dazu entwickelte Lehre und\nRechtsprechung weiterhin massgeblich bleibt,\n– dass als vorsorgliche Massnahme auch die Pflicht zur Leistung eines\nGerichts- und Anwaltskostenvorschuss verfügt werden kann (vgl. Kobel,\na.a.O., N. 21 zu Art. 276; Dolge, a.a.O., N. 12 zu Art. 276; ebenso bereits für\ndas bisherige Recht Urs Gloor, in: Basler Kommentar zum ZGB I, 3. Aufl.,\nBasel 2006, N. 16 zu Art. 137),\n– dass gemäss Lehre und Rechtsprechung die Pflicht zur Leistung eines\nProzesskostenvorschusses als Ausfluss der familienrechtlichen Beistandsund/oder Unterhaltspflicht (Art. 159 bzw. Art. 163 ZGB) gilt,\n– dass trotz dieser eherechtlichen Anspruchsgrundlage der Eintritt der\nRechtskraft des Scheidungspunktes der Vorschusspflicht für ein\nRechtsmittelverfahren über von der Rechtskraft nicht erfasste Folgen der\nScheidung nicht entgegensteht (vgl. Michel Czitron, Die vorsorglichen\nMassnahmen während des Scheidungsprozesses, St. Gallen 1995, S. 28\nsowie bereits Bühler/Spühler, Berner Kommentar zu Art. 137-158 ZGB, 3.\nAufl., Bern 1980, N. 281 zu Art. 145 ZGB; ebenso Urteil des Bundesgerichts\nvom 11. September 2000, 5P.245/2000, E. 2.b und Verfügung der\nVorsitzenden der I. Zivilkammer vom 5. Oktober 2009, ERZ 09 113, E. 1.b),\n– dass die Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses zum einen\nvoraussetzt, dass dem ansprechenden Ehegatten die Mittel fehlen, um selbst\ndie Anwalts- und allenfalls Gerichtskosten vorzuschiessen, und zum andern\nder angesprochene Ehegatte leistungsfähig, das heisst in der Lage sein muss,\nden Vorschuss zu bezahlen, wobei die Beitragsleistung insgesamt als\nzumutbar erscheinen muss (vgl. Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar zu\nArt. 159–180 ZGB, 3. Aufl., Zürich 1998, N. 135 zu Art. 159 ZGB),\n– dass vorliegend die Verpflichtung zur Bezahlung des\nGerichtskostenvorschusses für das Berufungsverfahren, welcher in\nBerücksichtigung des voraussichtlichen Aufwandes und des Streitwertes von\nmindestens Fr. 3‘500‘000.-- vorläufig auf Fr. 20‘000.-- festzulegen sein wird,\nwie auch zur Bezahlung eines Anwaltskostenvorschusses in Höhe von Fr.\n30‘000.-- beantragt wird und somit eine Leistung von insgesamt Fr. 50‘000.--\nzur Diskussion steht,\n– dass die Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners in diesem Umfang ohne\nweiteres als gegeben erachtet werden kann,\n\n"}