{"Signatur": "GR_KG_001", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1996-34_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PKG_1996_34_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976d50a3cb4c457f98886cd72fdc76803de2729ae6e06d8a9ca9cce91a7919cf740edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976d50a3cb4c457f98886cd72fdc76803de2729ae6e06d8a9ca9cce91a7919cf740edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PKG_1996_34", "Checksum": "86f7e2ef89d255afc8438215b9821615"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PKG 1996 34"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1996 34"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1996 34"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale 00.00.0000 PKG 1996 34"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:50:18", "Checksum": "13c4cd17a48c0c3c32e3e3bd3f1798c3", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1996 34\nRegeste:\nPraxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\n138\ngegen prozessbeendende Entscheide und Verfügungen nach\nAnklageerhe- bung sowie gegen Urteile die Berufung zuzulassen (vgl.\nzum Ganzen: Pa- drutt, a.a.O., Ziff. 3 ff. zu Art. 142 StPO).\nDem Anklagegrundsatz, auf den sich der Berufungskläger zur\nHauptsache stützt, kommt Verfassungsrang zu, deshalb hat der\nKantonsge- richtsausschuss die aus Art. 4 BV hergeleiteten\nMinimalanforderungen an die Gehörsgewährung auch im Rahmen der\nPrüfung des vorinstanzlichen Urteils zu beachten (vgl. BGE 116 Ia 456).\nDer Anklagegrundsatz bildet heute ein unverzichtbares Element eines\nrechtsstaatlichen Strafprozesses (Schmid N., Strafprozessrecht, Zürich\n1993, Ziff. 141; BGE 120 IV 353; mit weiteren Verweisen). Der in der\nbündnerischen Strafprozessordnung in Art.98 Abs.2 StPO verankerte\nAnklagegrundsatz (PKG 1992 Nr.56; 1992 Nr. 58; vgl. Padrutt, a.a.O.\nN1 zu Art. 98 StPO; Meyer A., Die Bindung des Strafrichters an die\neingeklagte Tat [Tatidentität], Zürich 1972, S. 32) be- stimmt den\nGegenstand des Gerichtsverfahrens und setzt voraus, dass die Anklage\ndie Person des Angeklagten und die ihm zur Last gelegten Delik- te in\nihrem Sachverhalt konkret und präzis umschreiben muss. Das aus dem\nAnklagegrundsatz abgeleitete Immutabilitätsprinzip besagt, dass die\nAnkla- ge das Prozess- und Urteilsthema für alle urteilenden Instanzen\nfixiert. Der Angeklagte soll aus der Anklageschrift ersehen, wessen er\nangeklagt ist und wie sein Verhalten strafrechtlich qualifiziert wird,\ndamit ihm die Vorberei- tung seiner Verteidigung ermöglicht wird und\ner nicht der Gefahr von Überraschungen ausgesetzt ist (vgl. Meyer,\na.a.O., S. 105; Schmid N., a.a.O., N 146ff.). Es käme einer formellen\nRechtsverweigerung gleich, wenn der Kantonsgerichtsausschuss im\nBerufungsverfahren auf den Einwand der un- genügend umschriebenen\nAnklageschrift mit der Begründung, dass ein Mangel mit der\nBeschwerde gemäss Art. 138 StPO angefochten hätte wer- den müssen,\nnicht eintreten würde. Die Anklageschrift muss als fundamen- tale\nGrundlage des Gerichtsverfahrens den in Art. 98 Abs. 2 StPO aufgestellten und den aus Art. 4 BV abgeleiteten Anforderungen genügen,\nansonsten das Gerichtsverfahren nicht durch einen Schuldspruch abgeschlossen werden kann. Kommt die in materieller Hinsicht\nentscheidende Gerichtsinstanz zum Schluss, dass die Anklageschrift den\nAnforderungen nicht entspreche, darf das Gericht mangels genügender\nGrundlage des Ge- richtsverfahrens keinen den Prozess beendenden\nSchuldspruch aussprechen. Somit ist auch im Berufungsverfahren auf die\nRüge der Verletzung des sich aus dem durch Art. 4 BV gewährleisteten\nPrinzip der Gehörsgewährung her- geleiteten Anklagegrundsatzes\neinzutreten, obwohl für das Vorbringen der Rüge einer mangelhaft\nredigierten Anklageschrift grundsätzlich das Rechts- mittel der\n137\nBeschwerde gemäss Art. 138 StPO zu ergreifen ist. Dies zumin- dest\ndann, wenn der Angeklagte die entsprechende Rüge auch vor erster\nInstanz aufgeworfen hat. Wie zu entscheiden ist, wenn erst im\nRechtsmit-\n\n"}