{"Signatur": "GR_KG_001", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1995-50_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PKG_1995_50_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd609764c70e7ab4e9714c54d6a110bf716c1714b1d9d6e30376f9b28c836bb169f1443edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd609764c70e7ab4e9714c54d6a110bf716c1714b1d9d6e30376f9b28c836bb169f1443edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PKG_1995_50", "Checksum": "c30a71d6d3b2cc39f6edbcfd41012156"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PKG 1995 50"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 50"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 50"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale 00.00.0000 PKG 1995 50"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:52:13", "Checksum": "b57b76256bc8dd396c254b7299db0878", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 50\nRegeste:\nPraxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\nIII. Entscheide des Kantonsgerichts-\nPräsidiums\n\n50 - Ehescheidung; vorsorgliche Massnahmen betreffend Unterhaltsbeiträge nach Eintritt der Rechtskraft im Scheidungspunkt (Art. 145 ZGB).\n- Zuständigkeit des Kantonsgerichtspräsidiums zum Erlass vorsorglicher Massnahmen im Berufungsverfahren\n(Art. 223 in Verbindung mit Art. 52 Abs. 2 ZPO) (Erw. 1).\n- Die vom erstinstanzlichen Richter erlassenen vorsorglichen Massnahmen gelten grundsätzlich - unter dem\nVorbehalt eines Abänderungsgesuchs - im Rechtsmittelverfahren fort (Erw. 2).\n- Nach Eintritt der Rechtskraft der Scheidung stützen\nsich vorsorgliche Unterhaltsbeiträge materiell auf Art.\n151/152 ZGB und sind nur zuzusprechen, wenn Ansprüche nach Art. 151/152 ZGB als sehr wahrscheinlich\nbegründet erscheinen (Erw. 2, 3).\n\nErwägungen:\n1. Der Gesuchsteller und die Gesuchsgegnerin haben das im\nEhe- scheidungsverfahren der Parteien ergangene Urteil des\nBezirksgerichtes Un- terlandquart vom 16. August, 3. Oktober und 22.\nNovember 1995 mit Beru- fung angefochten. Im Berufungsverfahren vor\nKantonsgericht sowie in der Zeit, während der die bundesrechtliche\nBerufungsfrist und ein allfälliges bundesgerichtliches\nBerufungsverfahren laufen, ist das Kantonsgerichtsprä- sidium zum\nErlass vorsorglicher Massnahmen nach Art. 145 ZGB zuständig ( Art. 223\nZPO i. V m. Art. 52 Abs. 2 ZPO; Walter Bühler / Karl Spühler, Ber- ner\nKommentar, 3. Aufl., Bern 1980, N. 399 ff. zu Art. 145 ZGB; Karl\nSpühler/Sylvia Frei-Maurer, Berner Kommentar, Ergänzungsband,\nBern 1991, N. 404 zu Art. 145 ZGB). Auf das Gesuch kann somit\neingetreten werden.\n2. Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichtes von Graubünden,\ndie letztmals in PKG 1959 Nr. 32 S. 106 ff. publiziert wurde, entfalten\nvorsorgli- che Massnahmen nach Art. 145 ZGB ihre Wirkung während der\nganzen Dauer des Verfahrens; sie bleiben also auch dann bestehen, wenn\nder Schei- dungspunkt in Rechtskraft erwachsen ist und im\n\n167\nWeiterzugsverfahren ledig- lich noch über die Nebenfolgen der Scheidung\nbefunden werden muss, es sei\n\n168\ndenn, die Massnahmen wären von allem Anfang an befristet worden oder\nwürden im Laufe des Prozesses veränderten Verhältnissen angepasst. Eine\nNeubeurteilung wird allerdings regelmässig nur vorgenommen, wenn sich\ndie Entscheidungsgrundlagen (bei den Unterhaltsrenten an den anderen\nGatten vor allem die Höhe der Einkommen) erheblich und dauernd\nverändert ha- ben, ebenso, wenn sich herausstellt, dass die Verhältnisse in\nWirklichkeit an- ders sind, als im Zeitpunkt der früheren Verfügung auf\nGrund der damaligen Aktenlage angenommen werden musste, oder wenn\nder Richter zum Schluss kommt, die massgeblichen Verhältnisse seien\ndamals in klarer Weise unzu- treffend gewürdigt worden. Der Umstand\nallein, dass die Ehe vielfach bereits rechtskräftig geschieden ist, wenn im\nBerufungsverfahren über strittige Ne- benfolgen (insbesondere den\nnachehelichen Unterhalt) entschieden werden muss, war hingegen bislang\nnie Anlass, die entsprechenden, im erstinstanzli- chen Verfahren\nerlassenen, vorsorglichen Massnahmen abzuändern oder sie gar als\ndahingefallen anzusehen.\nIn Zusammenhang mit den Beiträgen an den Unterhalt des geschiedenen Gatten gilt es freilich zu berücksichtigen, und dies wird gerade in\njün- gerer Zeit in Lehre und Rechtsprechung immer wieder besonders\nhervor- gehoben, dass mit der rechtskräftigen Scheidung der Ehe die\neheliche Un- terhaltspflicht erlischt, mit der Folge, dass die durch den\nRichter gestützt auf Art. 145 ZGB in Verbindung mit Art. 163 ZGB\ngetroffenen Anordnungen grundsätzlich dahinfallen. Gleichzeitig wird\naber auch betont, von Bundes- rechts wegen müsse in jenen Bereichen, die\nnoch Gegenstand eines Weiter- zugsverfahrens seien, gewährleistet sein,\ndass zu allen strittigen Punkten vorsorgliche Massnahmen verlangt und\nangeordnet werden könnten. Art. 145 ZGB bilde in solchen Fällen\nweiterhin die Grundlage, um den einen Gatten vorsorglich zu\nRentenzahlungen an den anderen zu verhalten; aller- dings nicht mehr in\nErfüllung der ehelichen Unterhaltspflicht nach Art. 163 ZGB, sondern in\nVerwirklichung des in den Art. 151 und 152 ZGB kon- kretisierten\nGedankens der nachehelichen Solidarität (vgl. zum Ganzen BGE 120 II\n2f., 111 II 308 ff.; Bernhard Schnyder, Die privatrechtliche\nRechtsprechung des Bger 1985, ZBJV 123 [1987] S. 93 ff.; Oscar Vogel,\nDie Rechtsprechung des Bger zum Zivilprozessrecht 1985, ZBJV 123\n[1987] S. 267 ff.; Spühler/Frei-Maurer, a. a. O., N. 53 ff. zu Art. 145 ZGB;\nCyril Heg- nauer / Peter Breitschmid, Grundriss des Eherechts, 3. Aufl.,\nBern 1993, Rz. 12.52; Hans Hinderling / Daniel Steck, Das schweizerische\nEhescheidungs- recht, 4. Aufl., Zürich 1995, S. 545 Anm. 79; ZR 89\n[1990], Nr. 63 S. 129f.;\nAGVE 1994 Nr. 2 S. 20f., 1988 Nr.2 S. 17f.; GVP 1991 Nr. 30 S. 58f.;\nThurgau RO 1989 Nr. 1 S. 59 ff.). Hat der Massnahmerichter aber zu\n169\nprü- fen, ob unter diesem Titel (Art. 151/152 ZGB) Leistungen zu\nerbringen sind, läuft dies auf eine Prognose über den Ausgang des\nHauptverfahrens hinaus.\n\n"}