{"Signatur": "GR_KG_001", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1995-47_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PKG_1995_47_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd609760227d5285958b6a1eca0be048c70a5f47994cee1bf8be422eaf603353d4a7bb6edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd609760227d5285958b6a1eca0be048c70a5f47994cee1bf8be422eaf603353d4a7bb6edc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PKG_1995_47", "Checksum": "fd9af7f763ec098bba041cafadc751ec"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PKG 1995 47"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 47"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 47"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale 00.00.0000 PKG 1995 47"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:52:17", "Checksum": "85a5d2b8cbb55e3a5152c6fb56567f84", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 47\nRegeste:\nPraxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\n 163\nvon ihrem Inhalte Kenntnis zu nehmen. Gegenstand des vorliegenden\nVer- fahrens bildet demnach ausschliesslich die Frage, ob die\nEinleitung einer Strafuntersuchung wegen Verstosses gegen Art. 179\nStGB gestützt auf Art. 81 StPO mit sachlichen Gründen abgelehnt\nwurde.\n5. Im übrigen ist auch darauf hinzuweisen, dass in der Schweiz keine\nVorschrift besteht, die dem Gefängnisinsassen den völlig\nunkontrollierten Briefverkehr mit seinem Verteidiger gewährleisten\nwürde. Art. 46 Ziff. 3 StGB gibt dem Rechtsbeistand zwar Anspruch\nauf freien Verkehr mit An- staltsinsassen, macht aber ausdrücklich\neinen Vorbehalt zugunsten der An- staltsordnung sowie eidgenössischer\nund kantonaler Verfahrensgesetze. Art. 5 Abs. 3 der Verordnung zum\nSchweizerischen Strafgesetzbuch (VStGB 1) bestimmt, dass Besuche\nund Briefverkehr im Straf- und Massnahmevollzug nur unter Kontrolle\ngestattet sind. Gemäss Art. 66 VSM gilt im Kanton Graubünden\nhinsichtlich des Empfangs von Besuchern und für den Brief- verkehr\ngrundsätzlich die erwähnte VStGB 1. Darüber hinaus hält Art. 67 VSM\nfest, dass ein- und ausgehende Post der Kontrolle der Anstaltsleitung\nunterliegt. Im Rahmen des Strafvollzugs ist die Direktion der\nStrafanstalt demnach grundsätzlich berechtigt, den Briefverkehr der\nInsassen generell zu kontrollieren, und insofern gehört das Öffnen von\nBriefen zu den Amts- pflichten, welche das Gesetz von der Strafbarkeit\nausnimmt (Art. 32 StGB). Der Beschwerdeführer macht zwar\ndiesbezüglich geltend, Art. 4 BV und Art. 8 EMRK garantiere über Art.\n67 VSM hinaus den freien, uneingeschränkten Briefverkehr mit seinem\nVerteidiger. Wie es sich damit im einzelnen verhält, kann jedoch\ndahingestellt bleiben, da der Beamte und damit auch der Direk- tor der\nStrafanstalt in Ausübung einer Amtspflicht nicht verpflichtet ist, eine\nderart umfassende Ermächtigungsvorschrift, wie sie Art. 67 VSM\ndarstellt, auf ihre Verfassungs- oder Gesetzesmässigkeit zu überprüfen\n(BGE 100 Ib 17; Rehberg, Grundriss Strafrecht I, Zürich 1993, S. 146).\n6. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen durfte die Staatsanwaltschaft mit sachlichen Gründen davon ausgehen, dass der\nAnstaltsdirek- tor sich im Zusammenhang mit der Kontrolle der\nKorrespondenz des Be- schwerdeführers korrekt verhalten und der zu\nbeurteilende Sachverhalt für eine Anklage nicht ausreichen werde. Der\nVerzicht auf die Durchführung ei- ner Strafuntersuchung gestützt auf Art.\n81 StPO ist weder rechtswidrig noch unangemessen, weshalb die\nBeschwerde abzuweisen ist.\nBK 37/95 Entscheid vom 2. Oktober 1995\n164\n"}