{"Signatur": "GR_KG_001", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1995-35_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PKG_1995_35_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd6097654407d1163f49f4176dab615ddc6da093bcf6daf85cf7cc68e39c82d5f29478bedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd6097654407d1163f49f4176dab615ddc6da093bcf6daf85cf7cc68e39c82d5f29478bedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PKG_1995_35", "Checksum": "da7a26e96b7dce8c2a950a665deacd06"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PKG 1995 35"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 35"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 35"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale 00.00.0000 PKG 1995 35"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:52:52", "Checksum": "6e1d6e460d5990ecf2f7b57baea4d695", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1995 35\nRegeste:\nPraxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\nrelato giudizio, ma unicamente nella misura in cui esso ha per oggetto il\npro- scioglimento dell'accusato dall'accusa di perturbamento intenzionale\ndella circolazione pubblica. Ne viene che quanto all'assoluzione\nl'impugnata sen- tenza non è quindi passatain giudicato. La Commissione\ndel Tribunale can- tonale deve perciò vagliare se l'accusato a ragione è\nstato prosciolto dall'ac- cusa di perturbamento intenzionale della\ncircolazione pubblica.\nSB 22/95 Sentenza del 15 maggio\n1995\n\n35 - kunden\nI nternationale Rechtshilfe; Zustellung von Verfahrensurnach Deutschland (Art. 7, Art. 15 Europäisches\nÜbereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen; Art.\nVIII Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des Europäischen Übereinkommens über die\nRechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 und die Er-\nl eichterung seiner Anwendung). Die direkte Zustellung einer Gerichtsurkunde ohne Einschaltung der zuständigen\ndeutschen Justizbehörde entfaltet in der Regel keine\nRechtswirkungen (in casu kein Dahinfallen der Einsprache\ngegen ein Strafmandat gemäss Art. 175 Abs. 3 Satz 2\nStPO bei Ausbleiben des nicht vertragskonform vorgeladenen Einsprechers).\n\nErwägungen:\nWie die Vorinstanz zu Recht anführt, sieht Art. 175 Abs. 3 Satz\n2 StPO in der Tat vor, dass eine Einsprache gegen ein Strafmandat\ndahinfällt, wenn der Einsprecher im anschliessenden\nUntersuchungsverfahren eine Vorladung ohne entschuldbare Gründe\nmissachtet. Fest steht weiter, dass der Berufungskläger zu dem auf den\n15. März 1995 angesetzten Augenschein nicht erschienen ist.\nUmstritten ist hingegen, ob hierzu überhaupt eine gül- tige Vorladung\nergangen ist; zudem macht der Berufungskläger geltend, dass er von ihr\njedenfalls keine Kenntnis erhalten habe.\nDa der Berufungskläger seinen Wohnsitz in Deutschland hat,\nsind ihm Verfahrensurkunden (Vorladungen etwa) und\nGerichtsentscheide auf dem Rechtshilfeweg zuzustellen, nach den\nVorschriften des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in\nStrafsachen (SR 0.351.1) sowie des Vertrages zwischen der\nSchweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundes- republik\nDeutschland über die Ergänzung des Europäischen Übereinkom- mens\nüber die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 und die Erleichterung seiner Anwendung (SR 0.351.913.61), wobei im eben\ngenannten Bereich die entsprechenden Gesuche nicht über das Bundesamt\nfür Polizei-\n\n127\nwesen und die Justizministerien der Bundesländer laufen müssen;\nvielmehr erfolgt der Verkehr unmittelbar zwischen den beteiligten\nJustizbehörden (Art. VIII des Vertrages in Verbindung mit dem\nbeigelegten Behördenver- zeichnis; vgl. auch die Wegleitung des\nBundesamtes für Polizeiwesen sowie Niklaus Oberholzer, Grundzüge\ndes Strafprozessrechts, Bern 1994, S. 114).\nIn Umgehung des Rechtshilfeweges unterliess es der\nKreispräsident im vorliegenden Fall, für die Zustellung der Vorladung\nzum Augenschein die zuständige deutsche Justizbehörde einzuschalten -\nhier wohl das Amtsge- richt Offenbach am Main -; statt dessen übergab er\nsie mit eingeschriebenem Brief der Post zur direkten Zustellung an den\nBetroffenen selbst. Damit verstiess er nicht einfach gegen blosse Ordnungsvorschriften, sondern gegen\nwe- sentliche Bestimmungen internationaler Rechtshilfeabkommen, die\nunter anderem auch gewährleisten wollen, dass die Adressaten\ngerichtlicher Sen- dungen ihre Verteidigungsrechte wahrnehmen können.\nEine Vorladung, die dem nicht entspricht, vermag in aller Regel keine\nRechtswirkungen zu ent- falten (vgl. hierzu Gerard Piquerez, Precis de\nprocedure penale suisse, Lau- sanne 1987, Rz. 570 und 611 ff.; derselbe,\nCommentaire du code de procedure penale jurassien, Band I, S. 199 und\n204). Dies bedeutet, dass die an das Fern- bleiben vom Augenschein\ngeknüpfte Folge (Dahinfallen der Einsprache ge- gen das Strafmandat)\nnicht eintreten konnte. Dies führt zur Aufhebung der angefochtenen\nAbschreibungsverfügung und zur Verpflichtung des Kreis- präsidenten,\ndie Untersuchung wieder an die Hand zu nehmen.\nFragen liesse sich, ob anders zu entscheiden gewesen wäre, wenn\nder Berufungskläger trotz der gesetzwidrigen Übermittlungsweise der\nVorla- dung vom Zeitpunkt des Augenscheins erfahren hätte, wobei dies\nfreilich so rechtzeitig hätte geschehen müssen, dass er dem Aufgebot\nauch tatsächlich hätte folgen können (vgl. Peter Staub, .Kommentar zum\nStrafverfahren des Kantons Bern, Bern/Stuttgart/Wien 1992, S. 145;\nPiquerez, Pr&is ..., Rz. 616f.). Dies kann indessen offenbleiben, steht\ndoch fest, dass ihn die Sendung mit der Vorladung nie erreicht hat.\nSB 33/95 Urteil vom 29. Mai 1995\n128\n"}