{"Signatur": "GR_KG_001", "Spider": "GR_Gerichte", "Datum": "0000-00-00", "PDF": {"Datei": "GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1994-23_0000-00-00.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.gr.ch/tribunavtplus/ServletDownload/PKG_1994_23_ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976c1f217571d6eb3b8aea81c241526b061f9c4e9f500904b1fdcaca0102b657c0cedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de?path=ea3b182beef59b8c349185d9526f43b08ca2264ab0e2c0acca19b59adcd60976c1f217571d6eb3b8aea81c241526b061f9c4e9f500904b1fdcaca0102b657c0cedc1bc0425c099a9488a18062b80f8de&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=PKG_1994_23", "Checksum": "72d9db436c281b15b7e869975d431a35"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["PKG 1994 23"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1994 23"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1994 23"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale 00.00.0000 PKG 1994 23"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Grisons Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Grigioni Tribunale cantonale Prassi del Tribunale cantonale"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Praxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028"}], "ScrapyJob": "446973/49/1971", "Zeit UTC": "12.09.2025 05:54:16", "Checksum": "3788c8bca0255d5ecf0d70a8f7585c46", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1994 23\nRegeste:\nPraxis Kantonsgericht | Regeste: siehe PKG-Dokument\\x3Cbr\\x3E | java.util.HashMap/1797211028\n\n 75\nb) Die X Versicherungs-Gesellschaft behauptet, die Bestimmungen\nvon Art. 41 ff. UVG schliessen die Anwendung von Art. 167 OR aus. Damit\nmacht sie sinngemäss geltend, dass der Gesetzgeber in Art. 41 ff. UVG eine\nAbweichung im vorerwähnten Sinne angeordnet hat. Im folgenden gilt es\ndiesen Einwand zu prüfen:\naa) Nach Art. 167 OR wird der Schuldner, welcher gutgläubig an\nden früheren Gläubiger Zahlung leistet bevor ihm die Abtretung angezeigt\nwird, gültig von seiner Leistungspflicht befreit. Die erwähnte Norm stellt\nmithin eine Ausnahme vom Grundsatz dar, dass der Schuldner nur durch\nLeistung an den aus der Forderung Berechtigten befreit wird (Spirig, a.a.O.,\nArt. 167 N 3). Diese Bestimmung - wie auch Art. 168 OR (Hinterlegung)\nund Art. 169 OR (Einreden des Schuldners) - schützen die Interessen des\nSchuldners. Der Leitgedanke besteht darin, dass sich die Lage des Schuldners durch den Gläubigerwechsel nicht verschlechtern soll (Spirig, a.a.O.,\nVorbemerkungen zu Art. 167-169 N 1 mit Hinweisen).\nbb) Der Wortlaut von Art. 41 ff. UVG liefert für die von der X\nVersicherungs-Gesellschaft vertretene Nichtanwendbarkeit von Art. 167\nOR keine Anhaltspunkte. Die Art. 41 ff. UVG regeln einzig Zeitpunkt und\nUmfang des Forderungsübergangs; es wird indessen nirgends angeordnet,\ndass sich der Schuldner nicht durch Zahlung an den ursprünglichen Gläubiger befreien könnte.\nSystematische Überlegungen führen zu keinem anderen Resultat,\ndenn andere vergleichbare sozialversicherungsrechtliche Subrogationsnormen (Art. 49 MVG; Art. 48ter ff. AHVG; Art. 52 IVG) schliessen die Anwendbarkeit von Art. 167 OR ebenfalls nicht aus. Auch in den Materialien\n(vgl. BB1 1976 III 199f.) findet sich kein Hinweis dafür, dass Art. 167 OR\nim Rahmen von Art. 41 ff. UVG nicht anwendbar sein sollte.\nArt. 41 UVG bestimmt, dass die Forderung bereits im Zeitpunkt\ndes schädigenden Ereignisses auf den Unfallversicherer übergeht. Damit\nsoll verhindert werden, dass sich der Geschädigte direkt an die Haftpflichtversicherung des Schädigers wendet und so die Rechte des Versicherers\nschmälert (BB1 1976 III 199f.). Sinn und Zweck dieses frühen Forderungsübergangs ist folglich der Schutz des Versicherers. Daraus lässt sich jedoch\nnicht ableiten, dass das Gesetz die schutzwürdigen Interessen des Versicherers höher bewertet als diejenigen des gutgläubigen Haftpflichtigen.\nDenn der frühzeitige Forderungsübergang ist - anders als die Nichtanwendung von Art. 167 OR - für den Haftpflichtigen mit keinerlei Nachteilen\nverbunden.\nDas Resultat dieser Auslegung erscheint auch bei einer Abwägung\nder sich widersprechenden Interessen von Unfallversicherer und Haftpflichtigem richtig und billig: Von einem Laien kann nicht ohne weiteres erwartet\nwerden, dass er die Möglichkeit des Forderungsübergangs nach Art. 41\n\n"}