{"Signatur": "GL_KG_002", "Spider": "GL_Omni", "Sprache": "de", "Datum": "2015-03-19", "HTML": {"Datei": "GL_Omni/GL_KG_002_ZG-2010-00646_2015-03-19.html", "URL": "/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&WebServerUrl=&WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&OmnisLibrary=JURISWEB&OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&OmnisServer=JURISWEB,7000&Parametername=WEB&Schema=GLWEB&Source=&Aufruf=getMarkupDocument&cSprache=DE&nF30_KEY=480&W10_KEY=266135&nTrefferzeile=7&Template=simple/search_result_document.html", "Checksum": "6eeb03ec5f26f15cb1234046a1558c01"}, "Scrapedate": "2026-04-11", "Num": ["ZG.2010.00646", "ZG.2015.13"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Glarus Kantonsgericht Zivilkammern 19.03.2015 ZG.2010.00646 (ZG.2015.13)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Glarus Kantonsgericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Glaris  Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Glarona  Zivilkammern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Forderung"}], "ScrapyJob": "446973/48/2475", "Zeit UTC": "11.04.2026 04:55:09", "Checksum": "485713f0e5d63239595f56d66f79fcd9", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Glarus Kantonsgericht Zivilkammern 19.03.2015 ZG.2010.00646 (ZG.2015.13)\nRegeste:\nForderung\n\nDie\nErgebnisse dieser Prüfung wurden an der Sitzung des Bankrates vom\n13. März 2007 besprochen. Von den vorliegend Beklagten Bankräten\nanwesend waren A.______, B.______, C.______, E.______ und D.______. Gemäss\nden Aussagen der Beklagten 3 – 5 habe generell ein genügendes Reporting\nvorgelegen und seien im Bankrat jeweils sämtliche Monats- und\nQuartalsabschlüsse traktandiert und behandelt worden.\nIn den quartalsweise\nerarbeiteten Risikoberichten, wurde ab März 2006 jeweils aufgeführt, dass\nauch ausserkantonal, insbesondere in den Kantonen St. Gallen, Graubünden,\nteilweise Thurgau und Zürich, Schuldner gewonnen werden konnten.\nDer Risikobericht per 31. März\n2007 informierte aber auch, dass der Wertberichtigungsbedarf (erstmals) von\neiner grösseren Position geprägt worden sei (CHF 4.4 Mio.), wobei sich\ndie Bank jedoch noch im Bereich der Warnlimite bewegt habe.\nDer darauffolgende\nRisikobericht per 30. Juni 2007 informierte, dass wiederum eine grössere\nWertberichtigungsposition zu einer Bildung von Wertberichtigungen von CHF\n6.2 Mio. geführt habe. Zusammen mit dem leicht höheren, aber noch immer\ngeringen Zinsrisiko habe dies zu einer Limitenüberschreitung geführt.\nAuch der Risikobericht per 30.\nSeptember 2007 informierte über notwendig gewordene Wertberichtigungen auf\nzwei Positionen und über eine daraus erfolgten höheren\nLimitenüberschreitung.\nSchliesslich stand im\nRisikobericht per 31. Dezember 2007 was folgt:\n„Die\nBildung von Einzelwertberichtigungen wurde bereits in der Januar\n2008-Sitzung vom Risikoausschuss und Bankrat im Detail diskutiert. Brutto\nmussten CHF 21.4 Mio. Einzelwertberichtigungen gebildet werden, was dem\nhöchsten Bedarf entspricht. Die Ursache liegt im Bereich Geschäftskunden.\n…. Grössere Kreditengagements wurden Ende Jahr als gefährdet eingestuft. Um\nin Zukunft solche Fälle einzugrenzen, werden die Blankoengagements\nlimitiert. ….“\nIn der\nGesamtbetrachtung hatten somit bereits ab Anfang des Jahres 2006 sowohl die\nexterne Revisionsstelle als auch die interne Revisionsstelle ausdrücklich\nauf erhöhte Risiken beim wachsenden Ausserrayongeschäft hingewiesen. Der\nBankrat wollte diese Warnungen jedoch offensichtlich nicht wahrhaben.\nAuch die internen\nMonatsabschlüsse zeigten ein nahezu explodierendes Wachstum der Position\n„Forderungen gegenüber Kunden“, wozu auch die Ausserrayonkredite zu zählen\nwaren, während die grundpfandrechtlich gesicherten Hypothekarforderungen\nanfänglich sogar leicht abnahmen:\n(in CHF 1'000)\nForderungen\nHypothekarforderungen\ngegenüber Kunden\n31.12.2004 217'997 100.0 % 2'338'026 100.0 %\n28.02.2005 234'788\n107.7 % 2'342'245 100.2 %\n31.03.2005 238'701 109.5\n% 2'319'786 99.2 %\n31.05.2005 236'235 108.4\n% 2'316'341 99.1 %\n30.06.2005 250'557 114.9\n% 2'306'046 98.6 %\n31.08.2005 244'812 112.3\n% 2'287'760 97.9 %\n30.09.2005 265'878 122.0 % 2'289'300 97.9 %\n30.11.2005 282'758 129.7 % 2'296'702 98.2 %\n31.12.2005 314'406 144.2 % 2'319'361 99.2 %\n28.02.2006 343'754 157.7 % 2'321'659 99.3 %\n31.03.2006 354'114 162.4 % 2'330'195 99.7 %\n31.05.2006 394'092 180.8 % 2'318'741 99.2 %\n30.06.2006 409'809 187.9 % 2'325'065 99.4 %\n31.08.2006 439'874 201.8 % 2'318'520 99.2 %\n30.09.2006 446'226 204.7 % 2'337'917 100.0 %\n30.11.2006 476'585 218.6 % 2'360'362 101.0 %\n31.12.2006 495'761 227.4 % 2'346'622 100.4 %\nDiese Zahlen und diese\nEntwicklung mussten dem Bankrat bekannt gewesen sein, hatte er doch gemäss\nArt. 52 lit. e GOR die monatlich erstellte Bilanz und Erfolgsrechnung zu\nbehandeln. Die warnenden Hinweise der internen Revision und der externen\nRevision vom November 2005, zusammen mit dem leicht erkennbaren\nunverhältnismässigen Wachstum der Kundenforderungen hätte ihn spätestens\nAnfang des Jahres 2006 zur Kurskorrektur veranlassen müssen, auch wenn die\nnachfolgenden Revisionsberichte die Lage bei den Kreditengagements nicht\nals besorgniserregend darstellten. Bildlich gesprochen die „Handbremse\ngezogen“ oder das „Steuer herumgerissen“, was in Anbetracht der Situation\nnotwendig gewesen wäre, hat der Bankrat jedoch nicht. Stattdessen verliess\ner sich auf die stark relativierenden Aussagen des CEO und die weiterhin\nerstaunlich positiven Berichte der Revisionsstellen, liess sich – trotz\nUnbehagen – von vordergründigen hohen Gewinnen blenden und wollte nicht\nwahrhaben, wie diese Gewinne auf wackeligen Füssen standen. Unter diesen\nUmständen, insbesondere im Wissen um mehrere Warnsignale, hätte sich der\nBankrat nicht unbesehen auf diese Berichte der Revisionsstellen verlassen\ndürfen. Offensichtlich fehlte dem Bankrat das für seine Aufgaben notwendige\nRisikobewusstsein. Stattdessen hat er die eingeschlagene Strategie weiter\nsich entwickeln lassen.\nWohl hat der Risikoausschuss,\nbei welchem auch der Bankrat B.______ als Präsident und der\nBankratspräsident A.______ Einsitz hatten, in seiner Sitzung vom 20.\nFebruar 2006 grössere Ungereimtheiten im Kreditportfolio erkannt und positionsbezogene\nMassnahmen angestossen. Auch hat Bankrat D.______ anlässlich einer Sitzung\ndes Prüfungsausschusses vom 15. Februar 2007 sein Unbehagen zum Ergebnis\nder Bonitätsprüfungen im Revisionsbericht [...] der internen Revision zum\nAusdruck gebracht. Ebenso an der Risikoausschuss-Sitzung vom 9. März 2007\nwar man sich bei der Besprechung dieses Berichts der problematischen,\nmehrheitlich ausserkantonalen Kreditengagements gewahr und es wurde\nfestgestellt, dass der Prüfungsausschuss davon „echt verängstigt“ gewesen\nsei. Ebenfalls besprochen wurde dieser Bericht an der Sitzung des Bankrates\nvom 13. März 2007. Während sich Bankratspräsident A.______ und die\nBankräte D.______ und E.______ von den Ergebnissen besorgt zeigten,\nbeschwichtigten Bankrat B.______ und CEO F.______ die Situation mit dem\ngenerellen Verweis auf das richtige Funktionieren der Überwachung der\nbetroffenen Kreditpositionen. Konsequenzen aufgrund der ernsten Situation\nwurden nicht gezogen.\nIn Anbetracht dieser Umstände"}